Ballett

Sandmann

Ballett von Andreas Heise nach der Erzählung „Der Sandmann“ von E. T. A. Hoffmann

Musik von Benjamin Rimmer, Auftragswerk für das Ballett der Oper Graz


Content

Die erste Ballettproduktion der Saison nimmt ihren Ausgangspunkt bei der vielschichtigen Erzählung „Der Sandmann“ von E. T. A. Hoffmann. Der junge Choreograph Andreas Heise setzt sich darin mit dem Konflikt von Vernunft, Realität und Phantasie auseinander.
Nathanael steht zerrissen zwischen der Realität in Person seiner Verlobten Clara und seinem Kindheitstrauma dem „Sandmann“ sowie seinem Vater. Die Grenzen zwischen Wunsch, Wirklichkeit und Wahn gehen eine bedrohliche Mischung ein. Es entsteht ein Kampf zwischen Realität und Traum. Gibt es daraus einen Ausweg? Schafft er es, sich der Realität zu stellen und sich seinen Ängsten zu stellen und sie zu überwinden?Auch das Theater, die Bühne und der Tanz ermöglichen die Flucht ins nicht Reale und doch Wirkliche. Oder ist am Ende dies die Realität? Benjamin Rimmer, der an der Guildhall School of Music and Drama Komposition studiert hat, wird zu diesen vielschichtigen Fragen die musikalische Atmosphäre entwickeln.

 

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Der Besuch der Produktion ist ab 16 Jahren empfohlen!

Besetzung

Pressestimmen

In die Abgründe der Tiefe
Das Opernballett zeigt bei „Sandmann“ Hochleistung in den Tiefs.
(…) Dass Tanz Gänsehaut bewirken kann, erstaunt beim Saisonstart des Grazer Opernballetts, wenngleich beklemmend. Sogar der Spitzentanz der sechs Clara-Klone als künstliches Frauen- ideal (…) stößt auf Bewunderung ohne Verzückung. In böser Zweieinigkeit etfalten Paulio Sovari und Arthur Haas als Sandmann-Vater-Gespann mit eng verschmolzenen Figuren Geisterhaftes.
Ob bei Sprüngen, Drehungen, beim Packen und Schleifen, das famose Duo liefert tänzerisch den Stoff, aus dem die Albträume sind. (…) Bravourös füllt Lucie Horná die verzweifelte Clara mit körperlicher und emotionaler Ausdruckskraft. (…) Ein Düsteres Highlight!
Kleine Zeitung (Elisabeth Willgruber- Spitz)

 

Ein Sandmann, der zu den Erwachsenen kommt
(…) Herausragend die Pas de Trois der Männer: Vater/Arthur Haas, Sandmann/Paulio Sovari und Nathanael/ Enrique Sáez Martínez oder mit Bruder Lothar/Frederico Alves de Oliveira; allesamt ausnahmslos dynamisch in akrobatisch tänzerischem Fluss. Mitreißend unheimlich ein gestisch untermaltes, besonders effektvoll-theatrales Solo von Paulio Sovari. Von außergewöhnlicher, feinsinniger choreographischer und getanzter Emotionalität der Pas de Trois von Lothar, Clara/ Lucie Horná und Nathanael.
Und schließlich sind es die beiden Protagonisten selbst, Nathanael und Clara, die den Abend zu einem der Tanz-Höhepunkte der letzten Jahre in diesem Haus machen: Ihre Stärke wurzelt in der greifbaren emotionalen Konzentration ihrer mit zielstrebiger Kraft und beachtlichem Können geführten Bewegungen, ihres darstellerischen Ausdrucks bis in die Fingerspitzen. Derart berühren und überzeugen diese beiden jungen Künstler in all den von ihnen präsentierten Tanz-Facetten der Zuneigung und Liebe, der Entfremdung und der Abneigung, der Ängste und Sehnsüchte.
Es war Heises Intention, in seiner Choreographie einen tiefgehenden Fokus auf diese beiden Menschen zu legen. Nicht nur das ist ihm und allen Mitwirkenden gelungen, sondern auch die Freilegung von zeitgemäßem Potential des Balletts, seiner atmosphärischen wie erzählenden Kraft. tanz.at (Eveline Koberg)

 

Hervorragende Premiere: „Sandmann“
Wenn der Sandmann in dein wahres Leben tritt
(…) Bewegend. In einer emotionalen wie auch kraftvollen Darbietung inszeniert das Ballett-Ensemble, angeführt von Enrique Sáez Martinez (Nathanael) und Lucie Horná (Clara) die düstere Geschichte von E.T.A. Hoffmanns „Sandmann“ in der jüngsten Produktion der Oper Graz. (…) Absolut sehenswert! (Österreich)

 

Verkettet im Nebel des Wahnsinns
Mit einem düsteren Märchen startet Beate Vollack, neue Ballettchefin der Oper Graz, in ihre Ära in Graz. Sie hat Choreograf Andreas Heise eingeladen, Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann“ für die Studiobühne zu bearbeiten. Benjamin Rimmer hat dafür fauchende Klangwelten geschaffen. Das Resultat ist schaurig-schön!
(…) Die Verkettungen aus feurigem Wahn und kühler Realität stehen im Zentrum von Heises kraftvollen, ja oft sogar brutalen Choreografien. Paulio Sovari als Sandmann und Arthur Haas als Vater sind düstere Präsenzen, die das Geschehen lenken. Grandiose Szenen gelingen Heise nicht zuletzt in den Ensembleszenen – etwa wenn er Hofmanns frühe Version eines Roboters durch eine unheimliche Armee von puppenhaften Clara-Doubles ersetzt. Das Resultat ist ein dichter düsterer Abend über die zerstörerische Kraft der Liebe. Und ein Abend an dem das neu zusammengewürfelte Ballettensemble bereits mit wahnsinnig gutem Zusammenspiel glänzt.
Kronen Zeitung (Christoph Hartner)

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