Oper

Opern der Zukunft

Im Feuer ihres Blutes

Oper ist aktueller denn je – den klingenden Beweis liefern vier junge Komponisten aus Spanien, Mexiko, Italien und Japan, die durch ihre Studien der Kunstuniversität Graz verbunden sind. Das seit 2007 bestehende Kooperationsprojekt zwischen Oper und Kunstuniversität war 2014 von Ernst Marianne Binder künstlerisch und organisatorisch derart qualitätvoll betreut, dass es eine selbstverständliche Notwendigkeit war, ihn auch 2018 für die „Opern der Zukunft“ einzuladen. So hat Ernst Marianne Binder die jungen Komponisten in inhaltlicher Hinsicht maßgeblich unterstützt und sie mit seinem immensen Theaterwissen auf ihrem ersten Opernweg begleitet.
Am 27. Jänner 2017 ist Ernst Marianne Binder unerwartet verstorben. Es bleibt die Erinnerung an einen großen Theatermann, der dem Abend den Gesamttitel „Im Feuer ihres Blutes“ gegeben hat.


Content

Wurzeln und Höhlen
Rizomas y madrigueras

Kammeroper

Musik und Libretto von José Luis Martínez M.

Inspiriert von den Erzählungen „Das Abendmahl“ (von Alfonso Reyes) und „Aura“ (von Carlos Fuentes), handelt die Kammeroper von einem Komponisten namens Fernando, der eine mysteriöse Einladung zu einem Abendessen erhält, bei dem seine Mitwirkung an einem Projekt mit dem Titel „Wurzeln und Höhlen“ besprochen werden soll. Fernando trifft pünktlich ein, und es beginnt eine Reise ins Surreale, auf der er nicht nur den Menschen seiner Vergangenheit begegnet, sondern die ihn auch dazu anhält, sich seine Erinnerung stets neu zu erfinden.

Der goldene Dämon
Konjiki Yasha

Kammeroper

Musik und Libretto von Tomoya Yokokawa

Der Roman „Der goldene Dämon“ von Ozaki Kōyō erzählt die Geschichte des jungen Studenten Kanichi. Als seine Verlobte Miya aus finanzieller Not mit einem reichen Bankier verheiratet werden soll, erbittet er ein letztes Gespräch mit Miya. Sie teilt ihm mit, der Entscheidung ihrer Eltern Folge leisten zu müssen, wiewohl sie doch nur Kanichi liebe. Aus Verzweiflung entscheidet sich der Gedemütigte, mit seinem bisherigen Leben zu brechen. Er beendet sein Studium und beschließt, als rücksichtsloser Geldverleiher zu Wohlstand zu kommen.

Der gealterte Blick
Mirada antigua

Stimmtheater in drei Szenen

Musik und Libretto von Javier Quislant

Federico García Lorcas „Sobald fünf Jahre vergehen“ ist die literarische Vorlage der knapp halbstündigen Oper, die um Zeit, Erinnerung, Liebe und Tod kreist: Fünf Jahre will ein junger Mann warten, bevor er seine Verlobte heiratet. Die begibt sich auf eine Reise und flieht mit einem Anderen. Aus Kummer wendet sich der Verlassene jener Frau zu, die ihn seit je geliebt hat. Doch bei ihm sein, das will sie gar nicht, denn ihre Liebe ist zu stark, als dass sie seine Anwesenheit ertragen könnte. Nun kehrt sich das Spiel um, und am Ende steht die Unmöglichkeit, miteinander zu kommunizieren.

Antigone.
Und kein Ende

Musiktheater für zwei Soprane und Ensemble

Musik und Libretto von Lorenzo Troiani

Sophokles’ „Antigone“ und Inspirationen von Paul Celan haben Lorenzo Troiani den Inhalt seiner Oper geliefert, die den Augenblick von Antigones Tod erzählt: Antigone ist allein im Dunkel einer Höhle. Diese Dunkelheit lässt die Grenzen zwischen dem Bekannten und dem Empfinden verschwinden, und sie schaut die Gegenstände nicht mehr als solche an und nimmt die Geräusche anders wahr. Alles beginnt neu zu leben, zu pulsieren. In dieser Höhle, in diesem speziellen Raum, haben die Dinge keine Grenzen, und auch Antigone ist grenzenlos: „Antigone. Und kein Ende“

 

Vorstellungen

Derzeit keine