Ballett

Meine Seele hört im Sehen

Ein Tanzabend von Jörg Weinöhl
Vokal- und Instrumentalmusik des Barock


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„Meine Seele hört im Sehen, wie den Schöpfer zu erhöhen, alles jauchzet, alles lacht“, so dichtet Barthold Heinrich Brockes. Diese Verse hat Georg Friedrich Händel in der sechsten seiner „Neun Deutschen Arien“ vertont. „Meine Seele hört im Sehen, alles jauchzet, alles tanzt!“ könnte es im ersten Ballett- Abend der Saison ebenso gut heißen. Oder auch „Meine Seele tanzt im Hören, Meine Seele sieht im Tanzen, alles jauchzet, alles lacht!“ Die Freude am Dasein an sich, an der von Gott geschenkten Form, die wir Leben nennen, findet in Händels Arie ihren lebensfrohen und zugleich höchst spirituellen barocken Ausdruck. Und wo gejauchzt und gelacht wird, da fängt man gerne an zu tanzen … das jedenfalls inspiriert Ballettdirektor Jörg Weinöhl zur Verwirklichung dieses Ballettabends in der intimen Situation auf der Opernbühne: Tänzer, das Barock- Orchester und die Zuschauer befinden sich in unmittelbarer Nähe. Barocke Arien, nicht nur von Händel, begleiten die Tänzer des Balletts der Oper Graz in einem Jahreszeiten-Zyklus des Werdens und Vergehens… Vanitas und Lebenslust lösen einander ab in diesem Reigen, der die Seele der Musik, des Tanzes, des Seins zum sichtbaren Klingen bringen und die Empfänglichkeit dafür öffnen will.

 

Nachgespräch Sa 21. Okt 2017

 

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Besetzung

Pressestimmen

„Verspielte Elemente wechseln sich mit formalen, um dann die Verdichtung der Bewegung im Tanz aufzulösen, wenn die Tänzer wie zu Statuen der Gartenanlage erstarren. Tages- und Jahreszeiten werden durch laufen, um jeder Seelenregung, der im Tanz Ausdruck verliehen wird, den passenden Rahmen zu geben. […]  Das von Robin Engelen geleitete Orchester spielt eine bunte Vielfalt an barocker Vokal- und Instrumentalmusik. […] Ein perfekt durchkomponierter Abend, der nicht nur Ballett-Fans begeistern wird.“ (Kronen Zeitung)

 

„Tanz ist flüchtig wie der Ton, choreografisches Schaffen stets auch eine Auseinandersetzung mit der Zeit, eine Suche nach der Substanz menschlichen Handelns. Choreograf Weinöhl und Ausstatterin Saskia Rettig illustrieren nicht nur das Lebensgefühl des Barock im Spannungsfeld von Ritualen und Repräsentation, sie thematisieren auch unseren Abstand zu einer nur mehr in Spuren fassbaren Epoche. […] Jörg Weinöhl […] ist bei aller Leichtigkeit ein in die Tiefe gehender, dichter und unverwechselbarer Abend gelungen.“ (Kleine Zeitung)

 

„Freude, Überschwang, Sehnsucht, Heiterkeit – all das getanzt, gesungen und gespielt in der Grazer Oper, wo am Freitag die Uraufführung von Jörg Weinöhls Produktion „Meine Seele hört im Sehen“ stattgefunden hat.. […] In immer neuen Formationen – allein, zu zweit, zu dritt, eine ganze Gruppe – wurden die subtil zusammengestellten Musikstücke zum Leben erweckt. Weinöhl greift dabei Elemente des höfischen Tanzes als Zitate auf, zeigt in der Überzeichnung ihre Starrheit, verbindet sie mit moderner Tanzsprache, lässt Humor aufblitzen und bleibt dabei immer der Musik verbunden. […] Bewundernswert ist, mit welcher Energie und nicht nachlassender Spannung die gesamte Truppe tanzt, jeder einzelne fügt sich genau ein und zeigt doch Persönlichkeit, wodurch der Abend noch stärker Kontur bekommt.“ (APA) 

 

„„Meine Seele hört im Sehen“ nennt Jörg Weinöhl, Ballettdirektor des Hauses seit 2015/16, seine Choreographie und erreicht tatsächlich das in diesem Titel Angesprochene: Dass das eine und andere Mal zu erahnen ist, was Weinöhl meint, wenn er von der „ungeschützt berührenden und fragilen Ebene“ zwischen Hören und Sehen spricht. […] Das, was Weinöhls hier so gelungene choreographische Handschrift ausmacht, ist eine facettenreiche und doch zielstrebige Geradlinigkeit in den meisten Passagen. […] Nicht zuletzt tragen selbstverständlich die TänzerInnen selbst zu dieser gelungenen Aufführung bei. Schon länger hat man sie nicht in so erfrischender Homogenität und Entspanntheit erlebt – zu verdanken wohl auch dem Gast-Ballettmeister Philip Balmain Beamish und der seit 2015/16 konstanten Arbeit der Ballettmeisterin Jaione Zabala; konzentriert bis in die letzte Mimikfalte agieren sie, mit immer wieder überzeugendem Temperament wie auch mit feinfühligem Gespür für Emotion.“ (tanz.at)

 

„I cannot say for how long the dancers have been working together but they present themselves as a unit. They are completely in unison making this work of art alive. One cannot leave unmentioned the fact they are extremely very well-rehearsed. […] The whole evening was beautifully framed by the clever use of the set, with its symmetry and great costumes […]. The space itself (the placement of the audience ‚on stage‘) was, for me, one extra ‚icing on the cake‘, giving the evening a more ‚intimate‘ touch – although this can be sometimes quite difficult for the dancers, i mean being just a few centimeters away from the first row of spectators!“ (attitude-devant.com) 

 

Wissenswertes rund um die Produktion

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