Oper

Lucia di Lammermoor

Gaetano Donizetti

Oper in drei Akten

Libretto von Salvadore Cammarano nach dem Roman „The Bride of Lammermoor“ von Walter Scott

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln


Content

Lucia Ashton liebt Edgardo di Ravenswood. Die beiden schwören sich ewige Treue. Doch Edgardo ist der Todfeind ihres Bruders Enrico, und dieser plant eine vernichtende Intrige: Ein Brief verkündet Edgardos Vermählung mit einer anderen. Und so beugt sich Lucia dem Willen ihres Bruders und willigt ein, Arturo zu heiraten. Mit zitternder Hand unterzeichnet die vermeintlich Verlassene das Ehegelübde, als Edgardo plötzlich hereinstürmt und sie, tief getroffen ihres Verrates wegen und voller Verachtung, von sich stößt! Zerrissen zwischen der Intrige ihres Bruders, den Beschimpfungen Edgardos, verliert sich Lucia … doch ihre Rache wird blutig sein, ihr Wahnsinn tödlich. Seitdem sie 1835 das erste Mal die Bühne betrat, gehört Lucia zu den faszinierendsten und extremsten Figuren: Sie reißt uns in flirrende Sphären empor, um einen Atemzug später in den Abgrund zu stürzen, bevor sie sich mit einer fliehenden Bewegung löst, um dem Tod furchtlos entgegen zu lächeln. Die international gefeierte Sopranistin Ana Durlovski wird das Gewand dieser Frau überstreifen und sich dem Kampf für die verbotene Liebe stellen. Unter der musikalischen Leitung von Andrea Sanguineti sind darüber hinaus Pavel Petrov als Edgardo, Rodion Pogossov als Enrico und Alexey Birkus als Raimondo zu erleben. In Szene und Raum gesetzt wird die weltweit geliebte Belcanto-Oper von Verena Stoiber und Sophia Schneider, die bereits in der Spielzeit 2016/17 „Tristan und Isolde“ an der Oper Graz erarbeiteten.

Besetzung

Pressestimmen

Fesselnde Anatomie einer Verzweiflung
„(…) Stoiber und Schneider, die auch für die Kostüme verantwortlich zeichnet, erzählen als eingespieltes Team die Geschichte sehr in und mit der Musik (…). Schlüssiges kam auch aus dem Graben. Nach eher ruppigem Beginn fand Andrea Sanguineti mit den flexiblen Philharmonikern zu einer intensiven Auffächerung von Donizettis Klangfarbenpalette. Fein gearbeitete Passagen unterstützten den präsenten Chor und das Ensemble, das schon mit Mareike Jankowski (Alisa), Martin Fournier (Normanno), Albert Memeti (Arturo) und vor allem mit dem schlagkräftigen Alexey Birkus als Raimondo hervorragend besetzt war. Aber das Dreieck, um das sich alles dreht, bildete den eigentlichen Höhepunkt der frühen letzten Premiere dieser Saison. Der wendige Bariton Rodion Pogossov stattete den Machtmenschen Enrico mit hoher Virilität aus. Pavel Petrov, ein immer stärker glänzendes Juwel im Hausensemble, gab den Edgardo mit blitzsauberem Tenor in strahlendsten Farben. Und da ist Ana Durlovski, als Lucia ein Ereignis für sich. Von Christa Schönfeldinger auf der Glasharmonika mit sirrenden Gespensterklängen begleitet, zeigte die in Stuttgart engagierte Mazedonierin, die seinerzeit in Skopje als Lucia debütierte, dass sie die Rolle mehr als intus hat: Die 20-minütige Wahnsinnsszene geriet der Sopranistin mit dem knisterndem Timbre jedenfalls zum Triumph, sie brillierte sängerisch bis in lichteste Höhen und zarteste Piani und berührte auch mit inniger Darstellung.
Darf man eigentlich im März schon seine Stimme für die „Sängerin des Jahres“ abgeben?“ (Kleine Zeitung)

 

 

Donizettis „Lucia di Lammermoor“ als musikalisches Ereignis: Dieser Abend gehört den Sängern
„(…) Andrea Sanguineti führt das hervorragend einstudierte Orchester und eine außergewöhnliche Sängerschar durch den Abend, kostet die großen Emotionen in Donizettis Musik ebenso aus wie die zurückgenommenen Momente. Und er hat mit Ana Durlovski eine umwerfende Lucia zur Hand. Sie führt ihren vielschichtigen Sopran souverän durch alle Gefühlslagen, bringt sogar die berühmte Wahnsinns-Arie mit berührender Zurückhaltung. Mehr als erfreulich ist es, dass die Oper Graz in ihrem Ensemble mit dem jungen Tenor Pavel Petrov einen ihr ebenbürtigen Edgardo hat. Er bringt sowohl den hörigen Schmelz, als auch die Kraft mit, um diesen tragischen Helden glaubhaft zu machen. Rodion Pogossov ist als Ashton ein würdiger Gegenspieler und von der Richtigkeit seiner Taten überzeugter Bösewicht, Alexey Birkus ein kraftvoller, manchmal sogar bedrohlicher Raimondo. Mehr als nur solide Stützen sind Albert Memeti (Arturo), Mareike Jankowski (Alisa) und Martin Fournier (Normanno).“ (Kronen Zeitung)

 

 

“ (…) Denn die Inszenierung von Verena Stoiber in einem Bühnenbild von Sophia Schneider bietet zwar viel Blut und auch nackte Haut (die man sich getrost hätte sparen können), ist aber durchwegs spannend, stringent und… so gar nicht skandalös.
Die Regisseurin verlegt die Handlung in ein sogenanntes Operation Theatre des fin de siècle; in der Zeit des rasanten medizinischen Fortschritts wurden in diesen amphitheaterartigen Lehrsälen Behandlungen bis hin zu Operationen durchgeführt. Enrico Ashton ist hier ein angesehener Arzt, der, um seine Forschung zu finanzieren, seine Schwester mit dem reichen Arturo verheiraten möchte. Blöderweise hat diese aber schon Edgardo, der in Enricos OP Medikamente mitgehen lässt, um das einfache Volk zu behandeln, ewige Treue geschworen. (…) Natürlich ist es gewagt, eine so radikal neue Sichtweise auf ein Werk zu präsentieren, aber in Stoibers Inszenierung funktioniert dieses Unterfangen ganz ausgezeichnet. Die Geschichte rund um Lucias Schwangerschaft ist plausibel und liefert auch gleich eine glaubwürdige Begründung ihres tödlichen Wahnsinns; ähnlich verhält es sich mit sämtlichen der Regiekniffe – sie alle fügen sich mit der Musik zu einem stimmigen Ganzen, arbeiten nie gegen Donizettis Komposition. (…) Dass nicht nur die Idee, sondern auch die Umsetzung funktionierte, war einer traumhaften Besetzung zu verdanken, die sich darstellerisch voll auf das Konzept einließ und sängerisches Weltklasseniveau in die steirische Landeshauptstadt brachte. In der Titelrolle glänzte Ana Durlovski die es schaffte, die Lucia so sehr mit Leben und wahrhaftigen Emotionen zu füllen, wie man es bei Figuren in Opern des Belcanto selten erlebt.(…) Im Duett des ersten Akts verschmolzen die Stimmen von Durlovski und Petrov außerdem wunderschön und auch darstellerisch stimmte die Chemie. (…) Einstudiert von Bernhard Schneider bot der Chor einmal mehr eine Lehrstunde an Spielfreude und gesanglicher Qualität. Die einzelnen Mitglieder wurden meisterhaft zu einem Klangkörper, der in vielschichtigen Abstufungen der Dynamik seine Stärken ausspielte. Aber nicht nur von der Bühne, auch aus dem Orchestergraben gab es Donizetti vom Feinsten zu genießen. Unter der Leitung von Andrea Sanguineti boten die Grazer Philharmoniker Leichtfüßiges und Schicksalsträchtiges – ein besonders großes Kompliment an die Hörner! – mit Liebe zu Klangdetails und Differenzierung. Ideal abgestimmt agierten die Musiker dank des Dirigenten mit den Sängern auf der Bühne und betteten die Stimmen betörend ein. (…).(bachtrack)

 

 

„Die Lucia-Routinière Ana Durlovski spielt in Stoibers Deutung lustvoll mit, ihr höhensicherer Sopran ist zu Beginn noch etwas eng, erweist sich jedoch bei den Koloraturen als wendig und präzise geführt. Als Goldkehlchen entpuppt sich Pavel Petrov: Das Ensemblemitglied der Grazer Oper (und Gewinner des Operalia-Wettbewerbs 2018) betört als jugendlicher Edgardo mit einer idealen Mischung aus lyrischer Wärme und heldischer Kraftentfaltung. Und dass es bei der finalen Cabaletta stimmlich noch einmal ans Eingemachte geht, merkt man dem Weißrussen fast gar nicht an. Rodion Pogossov gibt den Enrico als energischen Macher…“ (Der Standard)

 

 

Es kann auf der Bühne noch so düster und traurig zugehen, die Melodien und die Instrumentierung des Orchesters können ihre italienische Heiterkeit und Leichtigkeit nicht verleugnen. Besonders dann, wenn Andrea Sanguineti am Pult der Grazer Philharmoniker steht und den Belcanto eines Donizetti offenbar schon mit der Muttermilch eingesogen hat. So nützt Rodion Pogossov gleich zu Beginn die herrliche Gelegenheit, dem Widerpart Edgardo mit wohlklingendem Bariton die Pest an den Hals zu wünschen. Sein Cruda, funesta smania (Grausame, finstere Raserei) ist einer der ersten Höhepunkte dieser Oper und das verheißt nichts Gutes. (…) Wenn dann Edgardo persönlich erscheint, weiß man, warum die Tochter aus gegnerischem Hause leider nicht unsterblich, sondern am Ende sehr letal diesem Mann verfallen ist. Pavel Petrov ist ein Tenor, der keine Wünsche offenlässt. Er hat eine sichere Höhe, Schmelz und Kraft und sieht dabei noch gut aus, was in dieser Rolle alles andere als ein Fehler ist. (…) Alexey Birkus verleiht mit seinem mächtigen Bass seinem Raimondo Bidebent die entsprechende Autorität, wenn er seinem Schützling gegenüber feststellt, dass eine Heirat gilt, wenn sie von einem Geistlichen abgesegnet ist. Dass er dann selber zum Messer greift, um den frisch angetrauten Lord Arturo Bucklav (Albert Memeti, ein schlanker Tenor, den man gern auch in einer Mozartoper hören möchte) abzumurksen, gibt dem Ganzen eine seltsame Wendung. Bisher war es immer Lucia di Lammermoor, die sich von dieser ungewollten Ehe durch Zustechen befreit hat. Sie hat dafür natürlich eine Entschuldigung. Sie ist verrückt geworden. Ana Durlovski hat den Sopran und das schauspielerische Talent, um diese Liebende und Wahnsinnige beeindruckend zu verkörpern. Dass sie auch im Liegen und in Schräglage zur Begleitung einer Glasharmonika (Christa Schönfeldinger) in Il dolce suono und Spargi d’amaro pianto die höchsten Töne sicher trifft, ist ausschließlich ihrem Können zu verdanken… „ (Kultur und Wein)

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