Oper

Don Carlo

Giuseppe Verdi

Oper in vier Akten ~ Libretto von Joseph Méry und Camille du Locle nach Friedrich Schillers dramatischem Gedicht ~ Uraufführung der italienischen Fassung am 10. Jänner 1884 in Mailand.

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Empfohlen ab 14 Jahren


Content

Ist es denn möglich, in einer Welt – in der private Schatullen aufgebrochen, Briefe konfisziert werden, in der Menschen sich unter Schleiern verbergen und anderen den schützenden Schleier von der Seele reißen, in der sich kaum jemand traut, ohne den Schutz der Verkleidung, ohne die sprachliche Maskerade einander zu begegnen – wahrhaft zu lieben oder geliebt zu werden? Don Carlo liebt Elisabeth. Elisabeth ist mit Carlos Vater verheiratet. Eboli liebt Carlos und ist doch die Geliebte des Königs. Den rettenden Halt findet Carlos Herz schließlich in den revolutionären Gedanken seines Freundes Posa und erkennt doch zu spät, dass es keinen Ausweg geben kann … Dieses System der Kontrolle, das jeden Einzelnen dazu zwingt, mit gespaltener Identität zwischen Schein und Wahrheit zu leben, übernimmt und radikalisiert Verdi in seiner Komposition: Aus einem fast verlogenen Konversationston des Hofes bricht die individuelle emotionale Situation der Figuren durch; strahlendes Des-Dur verspricht eine leuchtende Zukunft, bevor einen Wimpernschlag später die düsteren Klänge der Inquisition den nahenden Tod vorhersagen. Unter der musikalischen Leitung von Chefdirigentin Oksana Lyniv und in der Regie von Jetske Mijnssen, die 2017 an der Oper Graz „Eugen Onegin“ inszenierte, wird die Welt des „Don Carlo“ zu neuem Leben erweckt: „Se dorme il prence, veglia il traditore“ („Wenn der König schläft, wacht der Verräter“).

 

Besetzung

Musikalische Leitung
(Jun: 18, 21)
/
(Jun: 6, 26)
Inszenierung
Dramaturgie
Chor & Extrachor

 

Philipp II
Elisabetta
Prinzessin Eboli
/
(Jun: 6, 18, 21, 26)
Marquis von Posa
/
(Jun: 18, 21, 26)
Graf von Lerma
(Jun: 6, 18, 21, 26)
Tebaldo
(Jun: 6, 18)
/
(Jun: 21, 26)
Ein königlicher Herold
Großinquisitor
(Jun: 18, 21, 26)
Ein Mönch
Eine Stimme von oben
(Jun: 6, 18)
/
(Jun: 21, 26)
Pressestimmen

„Oksana Lyniv zeichnete die dunkle Struktur des Werkes – gespielt wird die vieraktige italienische Fassung – präzise nach und lässt in mehr als einen Abgrund blicken. Selten hat man das Duett Carlos-Posa so packend gehört, nicht als reinen Schöngesang, sondern tatsächlich als beinharten Schwur. Dieses Thema wird dann beim angeblichen Verrat des Marquis so zart angespielt, dass man den ganzen Schmerz über die verlorene Freundschaft darin zu spüren glaubt. Großartig auch die drohenden Töne, die die bestens disponierten Philharmoniker anschlagen, wenn Posa dem König vor Augen hält, dass er das Land in ein Grab verwandelt. So hohl polternd hörte sich das an, dass die Worte doppelt schwer wogen. Philipps große Arie ist immer Höhepunkt, wenn hier seine Geliebte ihn zärtlich tröstet, weil er sich von seiner Frau nie geliebt gefühlt hat, bekommt das eine neue Dimension von Traurigkeit. (…) . Ein lohnender Abend, der musikalische Spitzenleistungen mit solider Regie vereinte.“

APA Graz

 

 

„Mit Verdis „Don Carlo“ in der Regie von Jetske Mijnssen und unter der mitreißenden Stabführung Oksana Lynivs startete die Oper fulminant in die Saison 19/20. Ein ausgezeichnetes Ensemble gibt dem Abend voller großer Gefühle in steifen Kostümen, engen Räumen und noch engeren Konventionen zusätzlich Klasse. (…) (Ein) Opernabend zum Mitfiebern, Mitfühlen und Mitleiden.“

Kronen Zeitung

 

 

„Eine für die eindringliche Musik und die zurückgenommene, aber treffgenaue Regie viel bejubelte Produktion, mit der die Oper Graz mit breiter Brust in die Saison gehen kann.“

Kleine Zeitung

 

„Szenisch und musikalisch sehr gelungen: Giuseppe Verdis ‚Don Carlo‘ an der Oper in Graz. (…) Reich und intelligent durchdacht sind (Jetske Mijnssens) Ideen, mit feiner psychologischer Deutung und Zeichnung der tragischen Beziehungen der Figuren.“ (Kurier) 

 

 

„Giuseppe Verdis „Don Carlo“ beeindruckt an der Grazer Oper als intimes Kammerspiel der zerstörten Beziehungen. (Die) Inszenierung am Grazer Opernhaus (gewährt) reichhaltige Einblicke in die Seelenkonflikte der Figuren (…) Das Orchester ist intensiv, prägnant und auch klangsensibel dabei.“ 

Der Standard

 

„Es sei gleich vorweg gesagt: das war eine großartige Saisoneröffnung und für mich eine der überzeugendsten Grazer Produktionen der letzten Jahre – da haben sich ausgezeichnete musikalische Leistungen mit einer konsequent-schlüssigen szenischen Umsetzung zu einem großartigen Ganzen zusammengefügt – Gratulation!“
Der Opernfreund

 

„In Graz entwickelt die stets psychologisch minutiös kalkulierende, den Menschen und ihren äußeren und inneren Konflikten zugewandte Regisseurin Jetske Mijnssen ein bedrückendes Kammerspiel gebrochener, zerstörter, orientierungsloser, vereister Seelen. Ein Zueinander oder Miteinander wird weitgehend ausgeblendet, man man redet und agiert auf sich allein gestellt durch Mauern und Türen.“ (Salzburger Nachrichten) 

 

„(…) der mächtige, stimmlich beeindruckende Timo Riihonen (…) Prinzessin Eboli (Oksana Volkova, visuell wie stimmlich eine Erscheinung) (…) Isoliert bleiben letztlich alle, (…) – vor allem aber Elisabetta, die Gramgebeugte, von Aurelia Florian mit warmem Timbre ausgestattet (das die Sopranistin nicht zuletzt für ihr differenziert gesungenes ‚Tu che le vanità‘ mit Vorzug nützt). Oksana Lyniv am Pult der Grazer Philharmoniker bestärkt die Haltung unabänderlicher Hoffnungslosigkeit. (Opernwelt) 

 

„Mit der Premiere von Verdis Don Carlo (…) konnte die Oper Graz bei Presse und Publikum einen beachtlichen Erfolg verbuchen. Ein Besuch der Aufführung (…) bestätigt den guten Ruf, den sich die Neuinszenierung erworben hat. Das Regiekonzept von Jetske Mijussen geht voll auf. Die Holländerin nimmt das Libretto beim Wort und versucht erst gar nicht, die Handlung in eine andere Zeitepoche anzusiedeln oder sonst wie zu ‚aktualisieren‘. (…) Manches, was man an diesem Opernabend zu sehen bekommt, wirkt vollkommen neu und oft zunächst höchst ungewohnt, hängt aber damit zusammen, dass die Regisseurin sich sehr gründlich eingelesen hat. Letztlich ist für jede ihrer getroffenen Entscheidungen ausreichende Begründung im Libretto zu finden. (…) Timo Riihonnen verleiht der Figur des Königs mit seinem Bass die Aura des misstrauischen Machtmenschen, legt in seiner Darstellung aber auch die Brüche in seiner Persönlichkeit offen dar. (…) Eine starke Leistung als Rodrigo (Marquis de Posa) liefert Neven Crnic. Kraftvoll und entschlossen ist er breit sich für Don Carlo und die gemeinsam vertretenen Ideale von Freiheit und Gerechtigkeit zu opfern. Der ausdrucksstarke Bariton ist eine Hausbesetzung, die keine Wünsche offenlässt. (…) Der Chor (einstudiert von Bernhard Schneider) und die vielen Nebenrollen, u.a. von Tebaldo (Antonia Cosmina Stancu) über Graf Lerma (Albert Memeti) bis zur Stimme von oben (Eva-Maria Schmid), machen ihre Sache gut. Die Grazer Philharmoniker zeigen, dass sie exzellente Blechbläser in ihren Reihen haben, auch die Fagotte machen auf sich aufmerksam. Oksana Lyniv am Dirigentenpult lässt es ordentlich krachen, wenn etwa Rodrigo dem König vorwirft, eine „Freiheit des Grabes“ zu vertreten. (…) Fazit: Dieser Don Carlo ist eine Reise nach Graz wert. (Online-Merker)   

 

Wissenswertes rund um die Produktion
Zur Inspiration

Vorstellungen

Sa 6. Jun 2020
DETAILS
Vorstellung
19:00 bis ca. 22:15, Opernhaus Hauptbühne

Kostenlose Stückeinführung jeweils 30 Minuten vor Beginn im Galeriefoyer.

€ 4 bis € 62
BESETZUNG
Do 18. Jun 2020
DETAILS
Vorstellung
19:00 bis ca. 22:15, Opernhaus Hauptbühne

Kostenlose Stückeinführung jeweils 30 Minuten vor Beginn im Galeriefoyer.

€ 4 bis € 62
BESETZUNG
So 21. Jun 2020
DETAILS
Vorstellung
18:00 bis ca. 21:15, Opernhaus Hauptbühne

Kostenlose Stückeinführung jeweils 30 Minuten vor Beginn im Galeriefoyer.

€ 4 bis € 62
BESETZUNG
Fr 26. Jun 2020
DETAILS
Zum letzten Mal
19:00 bis ca. 22:15, Opernhaus Hauptbühne

Kostenlose Stückeinführung jeweils 30 Minuten vor Beginn im Galeriefoyer.

€ 4 bis € 62
BESETZUNG