Operette

Die Zirkusprinzessin

Emmerich Kálmán

Operette in drei Akten, Libretto von Julius Brammer und Alfred Grünwald

In deutscher Sprache mit Übertiteln


Content

Als Prinz Sergius Wladimir von der russischen Fürstin Fedora Palinska zurückgewiesen wird, fasst dieser einen Racheplan: Er stellt der Fürstin den geheimnisumwobenen wie gefeierten Zirkusakrobaten Mister X als Prinz Korossow vor. Sie verliebt sich leidenschaftlich in den Fremden. Der Racheplan scheint aufzugehen, als die beiden beschließen zu heiraten, denn Prinz Wladimir möchte Fürstin Palinska vor versammelter Hochzeitsgesellschaft als Braut eines Zirkusakrobaten, als „Zirkusprinzessin“ bloßstellen und verlachen. Was niemand ahnt: der geheimnisvolle Mister X ist in Wahrheit ein russischer Fürst …

Erinnerungen an eine vergangene, magische Künstlerwelt, in der Phantasie und Wirklichkeit verschmelzen, erwachen ab dem 11. Februar 2017 auf der Bühne der Oper Graz zu neuem Leben. Leidenschaftliche Melodien treffen auf exotische Rhythmen. Für diese mitreißende Operette wurde einer der erfolgreichsten Theaterautoren und Regisseure verpflichtet: Peter Lund, der bereits die Grazer Textfassung für „Der Opernball“ verfasste und als Regisseur u.a. an den Staatstheatern Braunschweig, Saarbrücken, Darmstadt, am Landestheater Linz, an der Volksoper Wien („Frau Luna“) und bei den Seefestspielen Mörbisch arbeitete.

 

 

 

Pressestimmen

„Die Operette von Emmerich Kálmán bestach bei der Premiere am Samstag in der Oper durch gute musikalische Leistungen und hervorragende Darsteller, die die Geschichte glaubhaft entstehen ließen.“ (APA)

 

„Die Atmosphäre ist stimmig, die Unsicherheit, die neuen sozialen Regeln und der Niedergang des Adels spiegelt sich in allem wieder. Der Zirkus ist hier ein Auffangbecken für die Gescheiterten, den adeligen Offizier ebenso wie die Tochter eines Barons. Aber trotzdem ist die Party noch nicht vorbei, gefeiert wird weiterhin, mit allem, was da ist, und getanzt wird auch auf dem Vulkan.“ (APA)

 

„Dirigent Marius Burkert ließ die großteils sehr bekannten Melodien durchschlagkräftig, aber punktuell sehr gefühlvoll ertönen. […] Alexander Geller gab einen geschmeidig-gefährlichen Mister X […] der mit hellem, geschmeidigem Tenor aufwarten konnte.“ (APA)

 

„Tragikomisch und berührend erschien Sieglinde Feldhofer als Mabel, die im Zirkus einen leicht verzweifelten Schmetterling mimt und doch am liebsten nur heiraten möchte. Viel Witz bewies Alexander Kaimbacher als Zirkus-Freund Toni Schlumberger, nicht weniger davon zeigte Uschi Plautz als seine resolute Mutter und Zirkusdirektor. Christoph Wagner-Trenkwitz gab überzeugend den grantigen Ober und Erzähler und Ivan Oreščanin punktete mit Stimme und schneidigem Auftreten.“ (APA)

 

„Ja, es gibt tatsächlich wieder Regisseure, die Operetten zeitgemäß auf die Bühne bringen, also unterhaltsam, aber nicht bieder, gefühlsvoll, aber nicht sentimental, witzig, aber nicht klaumakig.“ (BR-Klassik)

 

„So gelang es dem Grazer Philharmonischen Orchester an diesem Nachmittag vom ersten Takt an, das Publikum zu packen und in weichen Walzerwellen, feurigen Zirkusklängen oder melancholischen Erinnerungen schwelgen zu lassen. Unter der Leitung von Marius Burkert nahmen die Musiker die leichte Muse hörbar ernst, hoben damit die Vorstellung auf ein sehr hohes Niveau und entfachten ein schillerndes Kaleidoskop an Farben und Stimmungen.“ 
(Bachtrack)

 

„Regisseur Peter Lund löste den Spagat zwischen elegantem russischen Adel und Manegenzauber durch eine intensive Nutzung der Drehbühne und wartete ansonsten mit altbekannten Zutaten auf: Operettenuniformen, elegante Kleider, Zirkuskostüme und ein Hauch Nostalgie. Hübsch anzusehen und ohne allzu lächerliche Komik bot die Inszenierung eine geeignete Spielfläche für die Protagonisten, ohne die Bühne zu überfrachten oder die Handlung unnötig zu verkomplizieren oder gar neu zu deuten.“ (Bachtrack)

 

„Peter Lund, der an der Wiener Volksoper schon sehr erfolgreich „Frau Luna“ und „Axel an der Himmelstür“ inszeniert hat, dürfte einer der ganz wenigen Regisseure sein, der heute noch an die Operette glaubt und der die Operette liebt. Ganz im Stile der 20er Jahre hat er nun die „Zirkusprinzessin“ mit Glitzer, Glamour und einer guten Portion Erotik auf die Bühne der Grazer Oper gebracht und das Publikum zu Beifallsstürmen hingerissen. Und jeder, der die beiden oben erwähnten Produktionen der Wiener Volksoper gesehen hat, hat sich nicht darüber gewundert, dass es Peter Lund nun hier in Graz gelungen ist zu den Klängen des Orchestervorspiels sogar einen Elefanten auf die Bühne zu zaubern. Ulrike Reinhard hat ein praktikables Bühnenbild entworfen, das in Sekundenschnelle (ein Extralob der Technik des Hauses) die vielen Szenenwechsel erlaubt. Die phantasievollen und bunten Kostüme stammen von Daria Kornysheva. Und diesem Trio (nein eigentlich Quintett, denn die fulminante Choreographie von Andrea Heil und die stimmige Lichtregie von Severin Mahrer dürfen nicht unerwähnt bleiben) ist es gelungen, eine hinreißende, wundervolle, überzeugende Inszenierung abzuliefern.“ (Der Neue Merker)

 

„Dazu gesellte sich noch ein Ensemble, wie es erlesener kaum sein könnte. Eine bessere Besetzung für die anspruchsvolle Rolle des Mr. X als Alexander Geller ist kaum vorstellbar. […] In der Titelrolle war Regina Riel zu hören, die über einen wunderschönen warm timbrierten Sopran verfügt, der ohne Registerbrüche in allen Lagen gleich gut klingt. […] Alexander Kaimbacher  (Toni Schlumberger) war als schüchternes, etwas verklemmtes Muttersöhnchen ebenso ideal besetzt wie die einfach umwerfende Sieglinde Feldhofer als Miss Mabel mit Wiener Einschlag. Ivan Oreščanin füllte die Rolle des von der Fürstin Fedora verschmähten Prinzen Sergius mit noblem Auftreten und seinem ebenso noblen Bariton aus. Uschi Plautz war nicht nur eine resche Carla Schlumberger, sie sprang auch noch kurzfristig für einen Kollegen, der sich ein Bein gebrochen hat, ein und spielte zusätzlich völlig überzeugend den Zirkusdirektor Pinelli. Christoph Wagner-Trenkwitz wandelte auf den Spuren von Hans Moser, der den Oberkellner Pelikan schon in der Uraufführung 1926 und dann auch in der Erstaufführung an der Wiener Volksoper 1962 spielte. Mit Moser’scher Wiener Grantigkeit überzeugte Wagner-Trenkwitz nicht nur als Pelikan, sondern führte er auch als Erzähler pointenreich durch die Handlung.“ (Der Neue Merker)

 

Marius Burkert am Pult des Grazer Philharmonischen Orchesters ließ mit schwungvollen Tempi Kálmáns unsterbliche Melodien gefühlvoll erblühen. Auch der Chor und das Ballett der Oper Graz trugen zum großen Erfolg des Abends bei. […] Eine Operettenaufführung, deren Besuch uneingeschränkt zu empfehlen ist, vor allem jenen Operettenfans, die von der jüngsten Aufführung an der Wiener Volksoper enttäuscht wurden.“ (Der Neue Merker)

 

„Die fröhliche Operettenwelt mit der schillernden, bunten und lauten Welt des Zirkus verbunden versetzt das Publikum in eine heitere, fröhliche und etwas schrille Welt, die etwas nach Zuckerwatte schmeckt. Die Inszenierung von Peter Lund mit Kostümen von Daria Kornysheva vermag genau dies zu unterstreichen und hervorzuheben.“ (Der Neue Merker)

 

„Regina Riel als Fürstin Fedora Palinska stellt eine glanzvolle, arrogante Diva mit Herz dar. Ihr Sopran hat eine bezaubernde Stimmfarbe. […] Alexander Geller als Mister X/Prinz Korrosow/ Fürst Fedja Palinski ist der gefallene Held, der einem an diesem Abend viel Freude und süßes Leid beschert. Mit seinem schillernden, glasklaren Tenor begeistert er den ganzen Abend. […] Sieglinde Feldhofer aus dem Grazer Hausensemble als Soubrette Miss Mabel Gibson ist eine Bereicherung für den ganzen Abend. […] Alexander Kaimbacher las Toni Schlumberger glänzt besonders im Lied „Wenn ich in den Zirkus geh“ und im Duett mit Feldhofer. […] Als Widersacher Prinz Igor ist Ensemblemitglied Ivan Oreščanin zu sehen, der sichtlich in seiner Rolle als intriganter Fadenzieher aufgeht. […] Eine solide Leistung erbrachte das Grazer Philharmonische Orchester unter der Leitung von Marius Burkert. […] Wer eine – wenn auch nur kurze – Flucht vor dem kalten, grauen Übergangswetter braucht, dem wird diese Produktion der Zirkusprinzessin mit all ihrem Glitzer, Glanz und ihrer Fröhlichkeit auf diesem Wege helfen.“ (Der Neue Merker)

 

„Der mysteriöse Mister X (stimmlich und darstellerisch stark: Alexander Geller) ein herabgekommener Adeliger, der sich als schießwütiger Artist mit viel Wodka über Wasser hält. Umgeben von düsterem Zirkusvolk, das an die Freakshow-Zeiten solcher Einrichtungen erinnert (Kostüme: Daria Kornysheva). […] Lund tischt Augenfutter auf, lässt Blumen und Bienen zum Sex antanzen, verwandelt das Zirkuspublikum in Horrorclowns, fährt Tanzbären und britische Grenadier Guards auf, bringt die moralisch marode Partie zum Glitzern und Funkeln.“ (Kronenzeitung)

 

„Dank Ivan Oreščanin darf der oft wohlbeleibte Operetten-Politpopanz einmal etwas männlicher und gefährlicher auftreten. Regina Riel ist eine dem Tenor Alexander Geller kongeniale Prinzessin. Alexander Kaimbacher und Sieglinde Feldhofer als Toni/Mabel laufen den Hauptdarstellern fast den Rang ab, während Uschi Plautz als Zirkusdirektorin und Hotelchefin eine starke Leistung ablieferte. Marius Burkert verführt die Grazer Philharmoniker bei den vielen melancholisch und melodramatisch geprägten Passagen von Kálmáns Musik zu opernhaftem Schwelgen, auch die Tänze zünden weitgehend.“ (Kronenzeitung)

 

„Regisseur Peter Lund bürstet weder die zerfallende russische Adelsgesellschaft noch den Zirkus glatt, sondern schenkt beiden einen realistischen und einen satirischen Blick. In Chor und Ballett sind Geschlechteridentitäten aufgehoben, werden Körper grotesk überzeichnet, schwebt ein Hauch von Monty Pythons surrealem Flying Circus über der Jahrmarktästhetik, die Bühnenbildnerin Ulrike Reinhard grell ausbreitet.“ (Kleine Zeitung)

 

Wissenswertes rund um die Produktion

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