Operette

Die Fledermaus

Johann Strauß

Komische Operette in drei Akten ~ Text von Richard Genée Dialogfassung von David Gieselmann

In deutscher Sprache mit Übertiteln

Empfohlen ab 13 Jahren.


Content

Einst hat Gabriel von Eisenstein im Zuge eines feuchtfröhlichen Maskenfests seinen Freund Dr. Falke dem öffentlichen Gespött ausgesetzt, denn er ließ ihn – prächtig kostümiert als Fledermaus – seinen Rausch auf einer Parkbank ausschlafen. Das kann Dr. Falke weder vergessen noch verzeihen, und so sinnt er auf finstere Rache: Er lockt Eisensteins Gemahlin Rosalinde und das Stubenmädel Adele auf den Ball des mondänen Prinzen Orlofsky, er verhindert, dass Eisenstein eine siebentägige Arreststrafe antritt, und sich stattdessen bei Orlofsky amüsiert. So nehmen der Privatier, seine Gemahlin und das zu Höherem berufene Stubenmädchen eine falsche Identität an und tanzen einander auf der Nase herum. Der Champagner fließt in Strömen und steigt ihnen prickelnd zu Kopf, bis ihnen die Zeit davonzulaufen droht. 1874 im Theater an der Wien uraufgeführt, ist „Die Fledermaus“ zweifelsohne jenes Werk aus der Feder des Walzerkönigs Johann Strauß, das das Changieren zwischen verschmitzter Oberfläche und bitterböser Hintergründigkeit mit leichter Eleganz beschreibt. Schmunzelnd wird der Zuschauer Zeuge, wie Dr. Falke die „Rache einer Fledermaus“ inszeniert, bis sich die jähe Erkenntnis einstellt: „Champagner hat’s verschuldet.“ Nach seiner überaus erfolgreichen Inszenierung von „Le nozze di Figaro“ kehrt Maximilian von Mayenburg an die Oper Graz zurück, um dieses ureigenste Stück österreichischen Unterhaltungstheaters mit einer für Graz geschriebenen Textfassung in Szene zu setzen.

 

Besetzung

Musikalische Leitung
/
(Feb: 2)
Choreographie
Dramaturgie

 

Gabriel von Eisenstein
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(Feb: 2)
Rosalinde, seine Frau
Frank, Gefängnisdirektor
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(Feb: 2)
Prinz Orlofsky
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(Feb: 2)
Alfred, Gesangslehrer
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(Feb: 2)
Dr. Falke, Notar
Dr. Blind, Advokat
Adele, Stubenmädchen Rosalindes
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(Feb: 2)
Ida, Adeles Schwester
Frosch, Gerichtsdiener
Pressestimmen

Diese neue „Fledermaus“ ist nun wirklich keine unbeschwerte Sache mehr, da in dieser Version Dr. Falke durch die „Geschichte mir der Fledermaus“ zum Krüppel im Rollstuhl wurde und über diese Verletzung nicht hin­weggekommen ist. Dementsprechend hat er seine Rache nicht als klei­nen Scherz, sondern als böse Abrechnung mir Eisenstein und der ganzen Gesellschaft geplant. Er organisiert eine hemmungslos orgiastische Weltuntergangsparty, bei der alle mal maskiert „die Sau rauslassen können“. (…) Es gibt tatsächlich Champagner für alle – lassen Sie sich das also nicht ent­gehen! Erstens ersparen Sie sich das Geld für das Pausengetränk und zweitens werden Sie dadurch zum Mitwirkenden im 2. Teil. (…) War dieses Regiekonzept natürlich sehr umstritten, so war die musikali­sche Seite eindeutig gelungen. Das lag vor allem an dem ausgezeichneten Dirigenten Marcus Merkel und den bestens disponierten Grazer Phil­harmonikern. Bereits für die perfekt gelungene, schmissige Ouvertüre gab es begeisterten Applaus und der Dirigent und das Orchester hielten das hohe Niveau bis zum Ende durch. (…) Alexander Geiler war ein eleganter und stimmsicherer Eisenstein. Elissa Huber ist – end! ich mal wieder! – eine ideale Rosalinde (…) Markus Butter gelang wortdeutlich und spielfreudig ein Kabinettstück als Gefängnisdirektor Frank (…) Albert Memeti war unglaublich komisch als Jonas Kaufmann (bzw. Alfred) und man fragt sich, wer von beiden besser „Ob blond, ob braun“ singen kann, Ivan Oreščanin im Rollstuhl war überzeugend als rachsüchtiger Drahtzieher dieser irren Party. Eva Maria Schmid war eine sehr lebendige Schwester Ida. Manuel von Senden kann selbst aus so einer kleinen Partie wie dem Dr. Blind noch eine überzeugende Charakterstudie abliefern. Unbestrittener Star des Abends war aber die umwerfende Sieglinde Feldhofer als kecke und selbstbewusste Adele. Die Stimme klinge warm und voll, die Koloraturen perlen perfekt und die Spitzentöne überstrahlen alles. Besser geht’s nicht! (…) Aber es war einmal erfrischend, auch eine ganz andere Version zu erleben. Mein Tipp: alle, die die „Fledermaus“ genauso sehen wollen wie vor 25 oder 50 Jahren, sollten diese Aufführung meiden. Aber alle, die auch mal einen kritischen Blick auf die mitunter gar nicht so sympathischen Personen der „Fledermaus“ werfen wollen, sei diese Inszenierung empfohlen. Es gibt genug zu lachen, aber manchmal bleibe einem das Lachen im Hals ste­cken. (Walter Nowotny für „Der neue Merker“)

 

(…) Wie auch mein Kollege Walter Nowotny in seiner Premieren-Rezension festhält, darf man als Stars des Abends den Dirigen­ten und inmitten einer generell guten Sängerbesetzung die Sängerin der Adele bezeichnen. (…) Der junge, aus Berlin gebürtige Dirigent Marcus Merkel, dessen Grazer „Figaro“ mich bereits begeistert hatte, verstand es, aus der Johann Strauß-Partitur alles herauszuholen, was an vergnüglicher Aussage, Beschwingtheit, Kantabilität, Komik, Witz, Ironie und purer Schönheit enthalten ist. Locker, transparent, ohne jegliche Spannungseinbuße, auch nicht beim Übergang zwischen Sprechszenen und Musiknummern, gab er nicht nur die nötigen Einsätze, sondern bot jenes Faszinosum, das man als Nachschöpfung des Originals bezeichnen könnte. Ihm beim Diri­gieren zuzuschauen, müsste auch tauben Besuchern klar gemacht haben, was da gespielt wird -,,gespielt“ im doppelten Sinn: von den Personen auf der Bühne (bei Johann Strauß, versteht sich) und deren Darstellern. Merkel versteht es, an jeder Stelle, wo Strauß in der Dynamik, von einem Motiv, einer Ton- oder Taktart, einem Tempo zum anderen, oder ein Sänger zwischen verschiedenen vokalen Aussagen wechselt, die jeweilige Generalpause oder auch nur Atempause zu einem neuen Spannungsmoment zu machen. Tempi sind niemals gekünstelt, nie überdreht, sondern der Notenvorgabe entsprechend. Dass er die „Fledermaus“ auswendig dirigiert, verstärke den Eindruck, dass er alles „intus“ hat, was der Komponist niedergeschrieben hat. Dass er es zumeist mit vergnügtem Antlitz tut, erhöht das Vergnügen, ihm dabei zuzuschauen. (…) Eine ebenso un- wie außergewöhnliche Adele erlebten wir mit Sieglinde Feldhofer. (…) Mit ihrem klangvollen lyrischen Koloratursopran, der mehr ausdrückt als es Soubrettenstimmen tun können, behauptete sie sich mühelos als Diva neben ihrer Herrin Rosalinde. Wie sie die fingierte Klage über die arme kranke Tante stufenweise aufbaut, vom leise angesetzten fingierten Weinen bis zum grellen Aufschrei, damit Rosalinde ihr endlich zuhört, oder wie sie mit dem großen ovalen Teller mit dem eingekauften Abschiedsessen für Herrn Eisenstein so boshaft hantiert, dass er ihn nicht fassen kann, seien nur als zwei kleine Beispiele ihres Spieltalents angeführt.(…) (Sieglinde Pfabigan für „Der neue Merker“)

 

„Ein reiner Genuss waren (…) die Grazer Philharmoniker unter Marcus Merkel, die schon für die Ouvertüre heftig akklamiert wurden. Zurecht, denn wie sich das Orchester in den Wogen der Musik bewegte, mit Tempi und Dynamik spielte und die Noten perlen und schimmern ließ, war bewundernswert. Vom Graben auf Parkett-Ebene geholt waren die Musiker außerdem noch unmittelbarer an ihrem Publikum dran, überzeugten nicht nur als umsichtige Sängerbegleiter, sondern ganz besonders auch in den orchestralen Passagen. Die Polka Unter Donner und Blitz gestaltete Merkel klischeebefreit, jung und frisch und mit dem nötigen Drive. Dabei trug das Orchester jedoch nie zu dick auf, sondern wahrte stets eine differenzierte Gestaltung. Ein weiterer Pluspunkt des Abends waren die Sänger; das gesamte Ensemble punktete mit Wortdeutlichkeit, spielerischem Einsatz und komödiantischem Talent (…) Allen voran sang und spielte sich die operettenerprobte Sieglinde Feldhofer in den Mittelpunkt, indem sie eine kecke, selbstbewusste Adele auf die Bühne brachte. Eine sichere Bank in diesem Fach ist auch Alexander Geller, der als Eisenstein darstellerisch der personifizierte Männerschnupfen war und dem man eine eigene Arie wirklich vergönnt hätte, da seine Stimme die ideale Färbung für Schmachtfetzen mitbringt. Den ziemlich durchgeknallten Dr. Falke brachte Ivan Oreščanin überzeugend auf die Bühne, hatte dabei allerdings mehr zu sprechen als zu singen. Tenorale Strahlkraft und unterhaltsame Künstler-Karikatur bot Albert Memeti in der Rolle des Alfred (…)“ (Bachtrack)  

 

„Diese Fledermaus lässt keinen kalt. Sie zieht das Publikum mitten in einen düsteren Maskenball (…) Tatsächlich lässt diese gleichermaßen humorvolle wie bitterernste Inszenierung hinter Abgründe blicken (…) Und so wartet die Grazer Oper mit einer rauschhaft-bissigen ‚Fledermaus‘ auf, die noch so einige Überraschungen parat hält.“ (ORF Steiermark)  

Wissenswertes rund um die Produktion
Zur Inspiration

Vorstellungen

So 2. Feb 2020
DETAILS
Zum letzten Mal
15:00 bis ca. 18:00, Opernhaus Hauptbühne

Kostenlose Stückeinführung jeweils 30 Minuten vor Beginn im Galeriefoyer.

€ 4 bis € 62
BESETZUNG