Ballettproduktionen

Cinderella

Sergej Prokofjew

Ballett in drei Akten ~ Choreographie von Beate Vollack

Empfohlen ab 8 Jahren.


Content

Nie über den Verlust seiner geliebten Frau hinweggekommen, tanzt Cinderellas Vater in seinen Träumen immer wieder mit ihr den gemeinsamen, unvergessenen Pas de deux. Im realen Leben heiratete er eine Ballerina, mit der er nun gemeinsam eine Ballettschule führt. Doch hier herrscht allein der dominante Ton der Stiefmutter und der ihrer beiden Töchter – sie geben den Takt an! Cinderella kann nur neidvoll zusehen, wenn ihre Stiefschwestern den Eröffnungswalzer für den Opernball einstudieren, ihr selbst ist das Tanzen verboten. Als der Ball schon begonnen hat, die Lichter im Saale funkeln, die Kleider kunstvoll im Kreise fliegen, bleibt Cinderella einsam zurück. Doch dann beginnt sie zu tanzen, ihre Füße schweben über den Boden, die Magie des Tanzes zaubert sie hinfort … Cinderella träumt von ihrer Mutter und den drei Sylphiden, die sie in eine Primaballerina verwandeln, bereit für einen Pas de deux mit dem Prinzen: Wird sich die Traumgeschichte ihrer Eltern wiederholen? Doch dann schlägt die Uhr Mitternacht … In Sergej Prokofjews Ballett trifft die märchenhafte Geschichte „Ein Kleid, ein Schuh, ein Glockenschlag“ auf die moderne Geisteshaltung des Komponisten, denn für Prokofjew ist Cinderella „ein wirklicher Mensch, der wie wir alle denkt, leidet, sich bewegt und freut.“ Ballettdirektorin Beate Vollack übersetzt Cinderellas Sehnsuchtswelt, die sich zwischen Mädchentraum und harter Wirklichkeit bewegt, in den Tanz. Chefdirigentin Oksana Lyniv dirigiert erstmals an der Oper Graz eine Ballettproduktion.

 

Besetzung

Musikalische Leitung
(Dez: 18, 20, Mär: 1, 5, 7)
/
(Jun: 23, 24)
Choreographie
Bühne & Kostüme
Dramaturgie
Choreographische Assistenz

 

Mutter / Sylphide
Stiefmutter
Stiefschwester Ottilie
/
Stiefschwester Eulalie
/
Senora Esposito
Pressestimmen

Märchenstunde für eine Ballettschülerin

„Glasschuhe braucht Cinderella (märchenhaft schön: Lucie Horná) keine, denn mit denen tanzt es sich nicht so gut wie in Spitzenschuhen. In einer miserablen Situation findet sie sich trotzdem wieder: Die Stiefmutter (streng und präsent: Beate Vollack) erkennt Cinderellas Talent und verbietet ihr das Tanzen. So kauert sie im Eck, während ihre Stiefschwestern (lustig und flink: Stephanie Carpio und Martina Consoli) sich in den Mittelpunkt springen und wirbeln. (…)
Das Ensemble zeigt sich – wie schon in den Produktionen der vergangenen Saison – kraftvoll und präzise in Beate Vollacks Choreografien zwischen klassischem Bewegungsrepertoire und modernerem Contemporary. (…)“ (Kronen Zeitung)

 

Ein Märchen im Ball- und Übungssaal
„Beate Vollack erzählt „Cinderella“ von Sergei Prokofjew als Geschichte eines begabten Mädchens, das seinen Platz sucht.(…) Schlüssig steht Vollack, die sich auf ein ausgezeichnetes Ensemble verlassen kann, die Handlung „auf eine der Bühnen dieser Welt“. So ergibt sich das Cinderella-Motiv als das einer jungen Tänzerin, die – wie im Märchen – wohlwollende Hilfe bekommt und allen Schikanen zum Trotz ihren Weg auf die Bühne findet. Gute Feen auf Spitzenschuhen (Miki Oliveira, Ann-Kathrin Adam, Kristin Marja Ómarsdóttir, Anette Antal) helfen ihr dabei. (…)
Viele magische und originelle Momente prägen Vollacks Choreographie. Wie sich Cinderella ins Training schwindelt, wie sie von den Feen eingekleidet wird, im Ballsaal erscheint, mit nur einem Spitzenschuh tanzt. Wie der Prinz hektisch nach der Richtigen sucht und in die Traumwelten von Hollywood und Bollywood und an exotische Schönheiten (Jacqueline Lopez, Kristin Marja Ómarsdóttir) gerät, bis sich, zurück im Ballettsaal, das Paar im finalen Pas de deux findet. Begeisterung im Publikum.“ (Kleine Zeitung)

 

Traum vom Ballett
„Es war ein Abend geprägt von starken Frauenpersönlichkeiten!
Beginnen wir mit Beate Vollack – es war zweifellos i h r Abend! Die 51-jährige Berlinerin ist seit der vorigen Saison Ballettdirektorin in Graz, sie hatte für Sergej Prokofjews Ballett eine eigene Choreographie geschaffen, diese mit dem Grazer Ballettensemble und der Ballettschule der Oper Graz erarbeitet und sie tanzte auch selbst die Figur der Stiefmutter, die sie schon im Jahre 2000 in der Version von John Neumeier an der Staatsoper München verkörpert hatte. (…) Die Choreographie von Beate Vollack zeigte uns eine freundlich-heitere Ballettatmosphäre – immer wieder erfrischend aufgelockert durch augenzwinkernde, geradezu  romantische Ironie, vor allem im 3.Akt. (…) Die zweite prägende Frauenpersönlichkeit des Abends war die Grazer Chefdirigentin Oksana Lyniv , die ihre erste Ballettpremiere dirigierte. Mit den bestens disponierten Graz Philharmonikern lieferte sie eine farben- und facettenreiche Interpretation von Prokofjews humorvoll-skurriler, rhythmisch-pointierter Musik. Das Orchester blühte prächtig auf – fast hatte man den Eindruck, man genieße musikantisch-genussvoll die Situation, dass man diesmal auf keine Gesangsstimmen Rücksicht nehmen musste. Die Partitur birgt auch so manche kammermusikalisch subtile Stellen, in denen sich das Orchester auch solistisch eindrucksvoll bewährte. (…) 
Lucie Horná war eine ideale Interpretin der Titelfigur. Sie verstand es wundervoll, sowohl das bescheiden-zurückhaltende Mädchen als auch die strahlende Ballerina zu verkörpern, ohne je manieriert-künstlich zu wirken. Der nur zwei Jahre ältere Christoph Schaller war ein überzeugend-kraftvoller Prinz. Aber auch das gesamte übrige Ballett-Ensemble fiel keinesfalls ab. Stellvertretend für alle seien Miki Oliveira (Mutter), Paulio Sóvári (Vater) sowie die beiden plastisch-prägnant, aber nie übertrieben gezeichneten Stiefschwestern Stephanie Carpio und Martina Consoli genannt. Dazu war in das choreographische Konzept sehr geschickt (und pädagogisch wertvoll) die große Zahl der Kinder und Jugendlichen der Ballettschule der Oper Graz eingebunden. Das Grazer Ballettensemble hat jedenfalls mit diesem Abend ein kräftiges Zeichen seiner Leistungsfähigkeit und seines ausgewogenen Niveaus gegeben. (…) 
Am Ende gab es großen und einhelligen Applaus für das gesamte Team – Beate Vollack war sichtlich gerührt. Das Publikum erfreute sich ganz offensichtlich daran, dass ihm diesmal keine tiefschürfende Sozialprobleme serviert wurden (das könnte man ja bei der Aschenbrödel-Geschichte sehr wohl), sondern unterhaltendes Tanz-und Musiktheater auf hohem künstlerischem Niveau!“ (Hermann Becke für „Der Opernfreund“)

 

 

„Der Prinz steht nicht mehr an erster Stelle: weder unbedingt in den Wünschen und Träumen eines heutigen „Aschenputtels“ noch in der Choreografie der Grazer Ballettchefin Beate Vollack, deren vielbeklatschte Premiere auch noch andere Überraschungen aufzuweisen hat: etwa, dass Vollack selbst als Stiefmutter auf der Bühne steht – als eine bös-schillernde, ichbezogen fordernde Persönlichkeit. (…) Die atmosphärisch zwischen Emotionalität, disziplinärer Härte, Pompösem aber auch (realistischerweise) Tragischem sich ausbreitende Musik Prokofjews wird von Dirigentin Oksana Lyniv lebendig, differenziert die aufeinanderprallenden Gefühlswelten unterstreichend interpretiert. Da ist treibende Dynamik wie harmonischer Fluss. Nahezu übergangslos vollziehen sich auch die kleinen, einfallsreich angelegten und wunderbar vieldeutig zu interpretierenden Wechsel im zurückhaltenden Bühnenbild von Dieter Eisenmann. (…) Lucie Horná als Cinderella erfüllt allein schon in der offenherzigen Art ihrer Bühnenpräsenz ihre Rolle zu hundert Prozent. Die Harmonie ihrer zarten Bewegungen gleitet strahlend in solche von beglückter Dynamik und technischem Anspruch: ein berührendes Aschenputtel, eine konsequent um den Tanz klug sich bemühende junge Frau und schließlich auch eine hinreißende Liebende. Edel ergänzend unterstützt vom sprungkräftigen Christoph Schaller als Prinz, der mit unaufdringlicher männlicher Kraft und gleichermaßen zielstrebiger wie achtsamer Eleganz seine (Tanz-)Welt erobert. (…) Eine Klasse für sich in Anmut, in der ruhigen Gerichtetheit ihrer Bewegungen und damit in ihrer Rolle als zutiefst vermisste Mutter und Ehefrau ist Miki Oliveira in ihrer geradezu sphärischen Anwesenheit (wie natürlich auch in der als Sylphide), in ihrem Tanz eine Idealbesetzung. (…)Das Publikum weiß es (…) zu danken, wie auch  in zahlreichem Szenen- und End- Applaus den Künstlern gezeigt wird, dass diese Choreografie den Rezipienten von heute erreicht, so traditionell sie auch in der Sprache des Balletts angelegt ist (…).“ ( Eveline Koberg für tanz.at)

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