Warten im Hotel zur „Goldenen Lilie“


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Als Bühnenbildner und Lichtdesigner sind Sie im gesamten deutschen Sprachraum und darüber hinaus tätig, reisen von einer Bühnenbildbesprechung zur nächsten Bauprobe. Wie groß ist angesichts der vielen beruflichen Reisen noch das private Vergnügen, herumzufahren? Und wohin am liebsten?

Das Vergnügen ist ungetrübt, ganz im Gegenteil: Wenn ich nicht beruflich unterwegs bin, reise ich gleich privat weiter, wenn man das überhaupt voneinander trennen kann?! Die Ziele sind dann natürlich andere … und Italien ist sicher mein Top-Favorit, vor allem Rom. Da kann ich gut und gerne mehrfach im Jahr sein!

 

In der „Reise nach Reims“ findet die Reise ja deswegen nicht statt, weil keine Pferde zur Verfügung stehen und also die Kutschen nicht angespannt werden können. Auf schlimme Reiseerfahrungen kann jeder gerne verzichten, also frage ich lieber: Was sind Ihre schönsten Reisemomente?

Die schönsten Momente auf Reisen sind für mich immer die unvorhersehbaren: die Möglichkeit, sich kurzfristig auf etwas Unerwartetes einzulassen! Das ist bei all unserer Planerei doch gerade der größte Luxus: spontan einen anderen Weg zu nehmen oder einfach einen Tag länger zu bleiben, nichts zu müssen und alles zu können. Das funktioniert in „Il viaggio a Reims“ ja auch bestens: wenn es keine Pferde gibt, wird eben woanders gefeiert!

 

Würde eine Reise nicht nur durch den Raum, sondern auch durch die Zeit möglich sein: Wohin würden Sie da reisen wollen?

Da gibt es tatsächlich eine Menge Orte, die ich gerne besuchen würde! Das wären vor allem die Metropolen Europas in den Momenten, in denen sie so geprägt wurden, wie wir sie heute kennen und in denen sie Brennpunkte ihrer Zeit wurden: zum Beispiel Rom im Barock, Paris als Riesenbaustelle des 19. Jahrhunderts oder Berlin in den 20er Jahren. Wäre es nicht aufregend, da mal einen Tag spazieren zu gehen und einen Abend mit auf dem Vulkan zu tanzen?