Ragtime – die Rolle des Pianisten Coalhouse Walker Jr.


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In Harlem tanzen und feiern schwarze Männer und Frauen gegen ihre Sorgen an. Sie tanzen und feiern zu der Musik, die ich für sie spiele. Besonders eine junge Frau ist davon überzeugt, dass ich einzig nur für sie spiele: Sarah. Sie war ein Engel, sie war mir von Gott geschickt worden in mein einsames Leben. Ich liebte sie, aber nicht genug. Wortlos hat sie mich verlassen.

Doch dann geschieht ein Wunder, und ich finde heraus, wo sie sich mit unserem gemeinsamen Kind aufhält. Nun will ich mein Bestes geben, um sie für mich zurückzugewinnen. So fahre ich mit meinem Automobil in die Broadview Avenue in New Rochelle, wo Sarah im Haus einer weißen Familie Zuflucht gefunden hat. Doch Sarah will nichts mehr von mir wissen. Jeden Sonntag fahre ich nach New Rochelle, bis ich endlich hereingebeten werde und mich ans Klavier setzen darf. Meine Musik verschafft mir Zugang zu der Familie, und ich gebe dem kleinen Sohn der Familie Klavierunterricht. Als der Vater von seiner Expedition zum Nordpol zurückkehrt, ist er verärgert, in seinem Haus eine Schwarze mitsamt ihrem Baby und einen schwarzen Pianisten vorzufinden.

Dass Schwarzen die gesellschaftliche Anerkennung gelingen könne, davon bin ich zutiefst überzeugt. Doch dann wird mein Automobil von weißen Feuerwehrleuten mutwillig zerstört, und die Bürokratie weigert sich, sich meines Falles anzunehmen. So will sich Sarah während einer Wahlkampfveranstaltung beim republikanischen Präsidentschaftskandidaten für mich einsetzen. Sie geht auf ihn zu, wird für eine Attentäterin gehalten und – erschossen!

Gewalt beantworte ich mit Gewalt: Drei Feuerwehrleute kommen zu Tode. Außerdem verlange ich, dass mir mein Automobil im ursprünglichen Zustand zurückgegeben wird. Und dass der Weiße, der dieses Verbrechen ausgelöst hat, meiner Gerechtigkeit ausgeliefert wird. Bis meine Forderungen erfüllt sind, werde ich Feuerwachen in Brand setzen. Wenn es sein muss, werde ich die ganze Stadt niederbrennen, denn ab sofort gelten die Gesetze des Krieges!

Mit meinen Anhängern besetze ich die Pierpont-Morgan-Library und drohe, sie und mich selbst in die Luft zu jagen. Da wird Booker T. Washington, jener schwarze Bürgerrechtsaktivist, für den ich den allerhöchsten Respekt habe, zu mir geschickt, der an mein Gewissen appelliert, dass ich mich einem ordentlichen Gericht stellen solle. Das letzte, was ich in meinem Leben erfahre, ist die Nachricht, dass sich mein Sohn prächtig entwickelt.