„Es war mein Weg!“


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In dem berühmten „Pagliacci“-Prolog geht es darum, was es bedeutet, Künstler zu sein, wie schwierig es manchmal ist, zwischen Spiel und Sein zu leben, was es bedeutet, das Herz an die Bühnenrampe zu legen und sich so verletzbar zu machen. Was bedeutet es für Sie, Künstlerin zu sein? Was bedeuten Ihnen die Fragen des Prologs?

Inzwischen habe ich schon einige Jahre hinter mir und denke teilweise anders als ich als junger Mensch gedacht habe. Ich habe ziemlich jung gewusst, was ich machen möchte. Mit neun Jahren habe ich gesagt: „Ich will Opernsängerin werden“. Nach einem Hin und Her mit meinen Eltern durfte ich schließlich meiner späteren Gesangslehrerin vorsingen. Sie half mir fortan und baute mich peu à peu auf. Eine Sängerin, die auch mit dieser ersten Lehrerin gearbeitet hat, sagte dann einmal zu mir: „Du musst eine sehr dicke Haut haben!“ Ich ging nach Hause und dachte die ganze Zeit: „Warum? Das ist ja schrecklich!“ Ich habe mich geweigert, diesem Rat zu folgen und habe es auch immer als wichtig empfunden als Künstlerin eine gewisse Verletzbarkeit zuzulassen. Natürlich ist das nicht einfach und tut weh, aber es ist, was zum Publikum rüberkommt – und nicht, eine Wand oder eine Blockade aufzubauen. Es ist ein harter Weg, weil man überhaupt keinen Schutz hat, aber man soll sich diese Verletzbarkeit meiner Meinung nach freiwillig und bewusst „antun“, auch für die Stimme, die Teil des Körpers ist, und die Seele – das ist ein Paket. Es ist schon schwierig, aber ich glaube, das ist der einzige richtige Weg.

 

Würden Sie das auch Sängerinnen raten, wenn Sie sie fragen?

Es gibt viele Sachen, die ich getan und gedacht habe, denen ich gefolgt bin, die ich anderen nicht unbedingt empfehlen würde. Ich habe meine gewisse innerliche Stärke und konnte das machen, aber vielleicht kann das nicht jeder. Mit einem umfangreichen Repertoire ist es das Gleiche. Ich rate keinem Studenten von mir, so vielseitig zu sein, dass man alle Menschen total verwirrt, auch wenn man es könnte, sondern sich eher einzuschränken. Wenn man nicht anders kann und die Vielseitigkeit befolgen muss, dann würde ich aber auch niemanden bremsen. Ich würde sagen, es gibt gewisse Gefahren und man muss die Sache bewusst und vorsichtig angehen. Mich hat man nicht zurückhalten können, ich habe einfach meinen Weg machen müssen. Ich sage nicht, dass das richtig war, es war einfach so wie es war, es war mein Weg. Wie gesagt rate ich diesen Weg nicht unbedingt jungen Menschen, aber ich werde auch nicht zu sehr schimpfen, wenn jemand so einem Weg folgen würde – bis jetzt gab es niemanden. Bei jungen Sängerinnen und Sängern bis 30 Jahren, mit denen ich hauptsächlich arbeite, ist das etwas anders. Sie singen nicht so viel Wagner oder Strauss, sondern bleiben insgesamt etwas lyrischer.

 

Wie ging es Ihnen damals, als man sie anrief und fragte, ob Sie sich vorstellen könnten, für Elisabeth vorzusingen? Sie waren noch so jung und plötzlich Bayreuth …

Wolfgang Wagner war persönlich am Telefon und ich war zuhause in meinem Pyjama. Ich kannte das Stück „Tannhäuser“ gar nicht und habe gefragt: „Wie groß ist die Partie?“ Er hat gesagt: „Es fängt schon damit an, dass Sie im ersten Akt gar nicht auftreten, dann aber im zweiten Akt und eine kleine Arie, ein Gebet im dritten Akt.“ Ich habe gesagt: „Wahrscheinlich schaffe ich das.“ Wolfgang Wagner darauf: „Sie müssen vorsingen, der Dirigent möchte Sie hören“. Zwischen meiner Ankunft in Bayreuth und diesem Telefonat hatte ich noch eine „Traviata“ in Hannover. Am nächsten Tag bin ich in Bayreuth angekommen und habe dann an diesem Nachmittag oder Abend vorgesungen. Ich hatte keine Wagner-Arie, weil ich nie Wagner gesungen habe, außer die Irene in „Rienzi“ und ein paar kleine Rollen, die alle keine Arien haben, also was sollte ich vorsingen? Ich habe die Arie aus „Verkaufte Braut“ mitgebracht und Micaëla aus „Carmen“. Ich stand also in Bayreuth auf der Bühne im Ring-Bild und sang diese zwei Arien. Dann hat er gesagt: „Schau dir jetzt diese Arie für eine halbe Stunde an!“ Ich bin dann hinter die Bühne gegangen, habe sie mir ein bisschen angeschaut und habe sie dann mit einem Auszug auf dem Pult abgesungen. Dann haben sie die Entscheidung getroffen, mich zu nehmen. Das war ungefähr um 9 Uhr abends, am nächsten Tag in der Früh um 9 Uhr war eine Orchesterprobe für den dritten Akt.

 

Wie schafft man das mental?

Ich habe wirklich nur an dem Abend und in der Früh – ich weiß nicht, ob ich überhaupt geschlafen habe – studiert und am nächsten Tag mit dem Orchester gesungen. Man hat einen Adrenalinschub, sodass man gar nichts realisiert, sondern nur funktioniert. Es war echt nicht einfach, die Intonation ist so schwierig mit den Holzbläsern. Auch für das Orchester ist es nicht so einfach. Ich wurde hineingeworfen, ohne die Partie in den szenischen Proben zu kennen. Zwischendurch habe ich immer wieder nachgeschaut. Und dann kamen die Regieproben. Das war ein Wahnsinn – alles in drei Wochen.

 

Hatten Sie schon immer so gute Nerven?

Ja!

 

Sind gute Nerven eine Voraussetzung für den Beruf des Sängers?

Also mir hat das schon viel geholfen, weil ich sehr oft eingesprungen bin, auch kurzfristig. Es gibt auch ein paar Sachen, die ich selbst gar nicht mehr glauben kann. Einmal bin ich in Wien in einer konzertanten Oper von Händel eingesprungen. Zwei Tage vor der Aufführung, am Tag vor der Generalprobe am Abend habe ich einen Anruf bekommen. Ich habe gesagt, dass ich das Stück nicht kenne und gefragt, wie groß die Partie sei. Drei Akte waren das, glaube ich, und in jedem Akt hatte ich eine Arie und ein Ensemble. Ich habe dann gesagt „ok, ich mach’s“.

 

Das zeugt von viel Mut und Selbstvertrauen …

Wagemut. Jedenfalls bin ich am nächsten Tag in der Früh hingeflogen und habe den Auszug gekriegt. Bei der Generalprobe habe ich das Ganze abgelesen. Das Problem bei Händel ist, dass es diese ganzen Da capos mit Variationen gibt. Ich habe versucht irgendetwas zu improvisieren und konnte nach der Generalprobe am Nachmittag und am Abend ein bisschen einstudieren. Am nächsten Tag war die Aufführung und das war live im ORF. Also die Aufnahme gibt es, aber ich weiß nicht, wie sie ist.

 

In Proben oder in Kritikrunden haben Sie so ein Strahlen wie eine 15- oder 20-Jährige, die zum ersten Mal Oper macht und immer noch so begeistert ist. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt: Wie bewahrt man sich das über so viele Opernabende und Konzerte? Das ist für mich auch eine persönliche Frage, die sich, so glaube ich, viele innerhalb dieses Theaterbetriebs stellen, mit den Höhen und Tiefen, die wir alle in unterschiedlichen Formen erleben. Manchmal zweifelt man an diesem Beruf, weil der Theaterbetrieb doch sehr brutal sein kann und wir alle viel aufgeben, viel von uns preisgeben und doch funktionieren müssen, wenn der Vorhang aufgeht. Wie bewahrt man sich in all diesen Zeiten dieses Strahlen?

Es gibt dieses Rauf und Runter, es gibt diese Zweifel, der Beruf ist schrecklich und fantastisch, wirklich schwarz-weiß. Ich empfinde das als Berufung. Ich habe mich dazu berufen empfunden, daher ist es für mich nicht nur ein Job oder eine Arbeitstätigkeit. Ich wusste mit 9, was ich machen möchte.

 

Gab es da einen besonderen Berufungs-Moment?

Ja, meine Mutter hat eine LP von einer Opernsängerin nach Hause gebracht und ich habe sie abgespielt. Ein paar Minuten später bin ich rausgekommen und habe geschrien und bin herumgelaufen: „Das ist, was ich will! Ich will das sein!“ Es war natürlich Maria Callas; und das hat mich so begeistert. Vorher wollte ich auch schon singen und spielen, eher unbewusst oder automatisch, aus Instinkt. Wir haben öfters Abendessen gehabt, bei denen die ganze Familie da war. Ich habe immer gefragt: „Darf ich?“, dann bin ich in mein Zimmer gelaufen, habe irgendein zusammengebasteltes Kostüm angezogen, Hüte und Requisiten genommen und habe rumgetanzt und gesungen. Ich habe keine Ahnung, was ich wirklich gemacht habe, aber ich habe eine Show aufgeführt. Diese Aufmerksamkeit, die ich dadurch bekommen habe, hat mir sehr gut gefallen – wahrscheinlich habe ich es deswegen gemacht. Ich habe die Aufmerksamkeit geliebt. Damals dachte ich, dass Operndiva Diamanten, teure Kleidung, Jetset und Parties bedeutet – davon fühlte ich mich sehr angezogen. Später, mit ungefähr 16 Jahren, habe ich festgestellt, dass da noch viel mehr dazugehört. Ich zitiere mich selber: „Es sind mehr Tränen und Blut als Diamanten und Pelze.“

 

Und dennoch wollten Sie auf die Bühne?

Ja, sicher! Umso mehr wahrscheinlich, weil es dann mehr bedeutet hat – es war dann weniger oberflächlich.

 

Ich kann mir vorstellen, dass man, wenn man eine Rolle verkörpert, vielleicht auch andere Seiten an sich entdeckt, weil man andere Aspekte ausleben kann.

Wenn man mit etwas gefordert wird, das ausprobiert und nicht gleich nein sagt, entdeckt man viel – sowohl durch den Regisseur als auch durch den Dirigenten. Das finde ich sehr wichtig.

 

Das heißt Proben sind sehr wichtig für Sie?

Proben sind für mich das Allerwichtigste. Als alte Frau, die nicht mehr so viel singt, vermisse ich das. Die Aufführungen vermisse ich nicht so sehr, weil die auch mit Stress, einer gewissen Pflege und ab einem bestimmten Alter mit sehr viel Mühe verbunden sind. Die Probensituation, in der man etwas erfindet und entdeckt, finde ich spannend. Auch Ensemblearbeit finde ich ganz toll. Früher habe ich Bratsche im Orchester gespielt, das vermisse ich auch sehr. Nicht das Spielen an sich, aber das Ensemblespiel oder auch das Chorsingen. Ich bin kein so sozialer Mensch, trotzdem vermisse ich gerade diese Zusammenarbeit mit anderen Menschen in der Kunst. Jetzt arbeite ich einzeln, mit einzelnen Sängern.

 

Ist es schön für Sie, Ihre Erfahrungen an die nächsten Generationen von Sängern weiterzugeben und andere zu inspirieren?

Ich habe das auch bekommen von älteren Sängerinnen – damals in München als Anfängerin. Damit zurück zur ersten Frage: Eine ältere Sängerin hat mir irgendwann gesagt: „Weißt du, du musst aufpassen, dass du nicht zu sehr in deine Rollen hineinschlüpfst und dich selbst verlierst. Du musst in jeder Sekunde die Stimmung wechseln können. Wenn du zum Beispiel traurig bist oder am Weinen, musst du sofort lachen können, du musst immer lachen können.“ Damals habe ich gedacht, das sei Quatsch, weil dann wäre es ja nicht echt. Aber inzwischen habe ich verstanden, was sie meinte. Man muss lernen sich zu öffnen und trotzdem eine gewisse Privatsphäre zu bewahren. Das ist sehr schwierig zu erklären und man kann es, glaube ich, nur durch Erfahrung lernen. Ich habe es nicht annehmen wollen, ich war trotzig am Anfang, aber es ist wirklich wahr, ich habe es inzwischen verstanden. Sonst ist es eine wirkliche Gefahr, dass man wie mancher Schauspieler schizophren wird oder sich total in diese Lügenwelt hineingibt, sodass man nicht mehr ganz bei Sinnen ist.

 

Da sind wir ja mitten im Stück. Mittlerweile ist es sogar wissenschaftlich bewiesen, dass Schauspieler Probleme bekommen können, wenn sie über einen längeren Zeitraum einen bestimmten Charakter spielen, der immer nur böse und wütend ist. Das Gehirn nimmt das irgendwann einmal an. Doch man kann auch im positiven Sinne das Gehirn überlisten, indem man, selbst wenn man traurig ist, lacht. Durch diese Muskulatur, die man anspannt, wird dem Gehirn suggeriert: Man ist glücklich!

Auch wenn einem gar nicht danach ist, man tut nur so. Alleine das Tun bringt dann nach einer gewissen Zeit bessere Laune.

 

Das ist eigentlich Wahnsinn, wie viel ein Künstler von sich gibt, wenn er sich bewusst in Rollen hineinbegibt.

In diese Gefahrenzone. Ich mag dieses Wort nicht, aber man hat eine gewisse Kontrolle über sein Denken, Empfinden und Tun.

 

Und dass man gleichzeitig diese Zerbrechlichkeit bewahrt, dass man sagt man hat einen Mechanismus, der greift, bevor man fällt, bevor man zu sehr rein geht ins Gefühl.

Ich weiß nicht, ob man das so genau planen kann, oder ob man einfach sagen kann: „ok, ich gebe, aber ich bewahre“, ohne dass man wirklich einen gewissen Punkt dann sucht oder zulässt.

 

Weil das ist ja auch schwierig, weil das ist dann kontrolliert.

Das ist dann auch wieder nicht ganz echt.

 

Wie wichtig sind denn Träume und Ziele für Sie?

Wahnsinnig wichtig. Vor einigen Jahren habe ich festgestellt, dass ich nicht die Einzige mit Träumen bin. Ich habe überlegt: „Oh mein Gott, auch dieser Taxifahrer träumt von irgendwas!“ Mein Mann und ich haben noch so viele Träume und Pläne. Wir haben gerade vor, ein Grundstück im Ausland zu kaufen und ein Amphitheater zu bauen. Das ist natürlich extrem in unserem Alter, aber es hört nie auf. Es gibt so viele Sachen. Zum Beispiel will ich gerne Kinderbücher schreiben. Immer, wenn ich früher nach Hause gekommen bin, habe ich meine Töchter ins Bett gebracht, das Licht ausgemacht und ihnen Geschichten erzählt. Improvisiert! Das habe ich jahrelang gemacht, und möchte ich nun zu Papier bringen.

 

Es gibt ja viele Künstlerinnen bzw. Frauen in diesem Beruf oder der Oper. Wie schaffe ich es Frau und Mutter zu sein und Künstlerin? Wie haben Sie das geschafft?

Ich wusste immer, dass ich Kinder haben möchte und wollte immer eine dauerhafte Beziehung. Es war für mich von Anfang an klar, dass ich das will und schaffen muss. Wie ich vorher schon gesagt habe, bin ich nicht die stärkste Frau der Welt, aber ich bin auch kein Schwächling. Ich habe gewisse Stärken und habe das einfach durchgesetzt und geschafft.

 

Das haben Sie einfach gemacht, nicht zu viel nachgedacht: Welche Auswirkungen hat das?

Ich habe währenddessen natürlich überlegt, welche Auswirkungen es gibt – gerade die Beziehung zu den Kindern oder Beziehung der Kinder zur Musik. Ich habe immer Angst gehabt, dass sie mich oder die Musik eines Tages hassen würden. Die Musik hat mich ja weggenommen. Beide haben aber jetzt im musikalischen Bereich zu tun.

 

In einem Interview meinten Sie einmal, dass Sie vielleicht keine gute Mutter wären, wenn Sie nicht weitergemacht hätten als Künstlerin, wenn Sie das aufgeopfert hätten?

Ich wäre sicher im Leben ein bisschen verbittert, wenn ich nicht meinem Weg, meinem Drang nachgehen hätte können. Das war wirklich sehr stark in mir. Ich habe es nicht unbedingt so stark gewollt, ich sage immer: Es wollte mich.

 

Sie sind den Weg ja dann auch mitgegangen, Sie haben das gestaltet. Wessen Urteil ist Ihnen in Ihrem Leben, in Ihrem Streben, in Ihrer Karriere wichtig gewesen? Wessen Urteil von außen? Wem haben Sie diesen Platz eingeräumt? Alle beurteilen einen innerhalb dieses Betriebes, die Kritiker … Welches Urteil geben Sie sich, dass Sie wirklich sagen: Ich lasse das zu. Wem gaben, geben Sie diesen Raum Sie zu beurteilen?

Eigentlich nur den Mitarbeitern – muss ich ehrlich sagen. Also nur zum Beispiel dem Regisseur oder Dirigenten, der diese Sache mit mir entwickelt hat. Von außerhalb habe ich nichts zugelassen, auch nicht von der Familie, weil ich festgestellt habe, dass die sowieso nichts verstehen. Die, die wirklich verstanden haben und etwas mit mir entwickelt haben, denen habe ich total vertraut. Im Nachhinein manchen nicht mehr so, aber währenddessen schon.

Am Anfang fand ich Kritiken sehr wichtig. Als junger Mensch, als ich noch Studentin war, habe ich nach meinen Aufführungen immer nach einer Kritik gesucht und immer danach gefragt. Irgendwann habe ich dann festgestellt, dass es nicht stimmt, was der oder die schreibt. Nicht auf mich bezogen, sondern generell. Dann habe ich endlich irgendwann kapiert, dass es die Meinung einer Person an einem Abend ist. Wer weiß, wie diese Person zur Aufführung gekommen ist, ob es zuhause Streit gegeben hat, ob sie nicht gut geschlafen hat, schlecht aufgelegt ist oder einfach einen anderen Geschmack hat. Ich habe nichts gegen Kritiker, ich sehe sie als wichtigen Teil, aber es interessiert mich einfach nicht.

Ich muss ehrlich sagen ich lese gerne eine gute Kritik, egal für wen es ist, aber ich lege nicht zu viel Wert darauf, weil dann müsste ich auch auf schlechte Kritiken, mit denen ich nicht einverstanden bin, Wert legen. Generell bin ich sehr neutral und sage, dass es mich eher nicht interessiert. Allerdings freue ich mich sehr, wenn meine Studenten gute Kritiken kriegen. Das ist dann eine schöne Bestätigung. Eine zweischneidige Sache.

 

Sie begreifen sich ja als ein Teil eines Kunstwerks, eines größeren Ganzen! Im Opernbetrieb haben wir es auch oft mit narzisstischen Größen zu tun … und eine gewisse Konzentration auf sich selber ist, denke ich, auch wichtig, … aber ich finde es so schön zu sehen, dass Sie sich, nach all den Jahren, den vielen Partien, bei den Proben, an jedem Abend als Teil eines Ensembles sehen, unter dem Motto „wir arbeiten zusammen und jeder steckt sein Herzblut rein“. Dass Sie auch nach der „Cavalleria“ im Zuschauerraum bleiben und den Kollegen die Daumen halten.

Unbedingt! Das ist mein Leben.