Drei Fragen an Polina Pastirchak 


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Polina Pastirchak, die Gänsemagd der Neuproduktion der „Königskinder“, hat sich mit Dramaturg Bernd Krispin über die großen Fragen des Lebens, aber auch über die herrlichen Konditoreien in Graz unterhalten.

 

Engelbert Humperdinck wird oftmals nur mit „Hänsel und Gretel“ in Verbindung gebracht. Was aber ist das Besondere an den „Königskindern“, sodass der Opernfreund auf keinen Fall die Grazer Neuproduktion verpassen sollte?

Unsere Aufführung hält uns dazu an, sich mit den Problemen unseres Alltagslebens auseinander zu setzen. Sie erzählt von den Schwierigkeiten, in unserer Gesellschaft zu leben, sich die Freiheit als Individuum zu bewahren und die Bedeutung der Liebe zu erkennen … Ich weiß zwar nicht, ob unsere Zuschauer auf all diese schwierigen Fragen eindeutige Antworten bekommen werden, aber sie haben die wunderbare Gelegenheit, durch die tiefen Emotionen und die fesselnde Musik darüber zumindest nachzudenken.

 

Vor knapp achtzig Jahren hat einst die legendäre Ljuba Welitsch die Gänsemagd auf der Grazer Opernbühne gesungen, wovon es allerdings kein Tondokument gibt. Orientieren Sie sich in Ihrem Rollenstudium an bekannten Interpretinnen? Oder wie finden Sie den Zugang zu einer neuen Partie?

Ljuba Welitsch ist eine Sängerin, die ich bewundere und deren Gesangsstil ich analysiere. Der ist deswegen von großer Inspiration für mich, da die momentane Kategorisierung in Gesangsfächer und die Vorschriften hinsichtlich der Interpretation so eng, so unflexibel geworden sind. Ich glaube ganz fest an das Talent des einzelnen und ich bin seit je der festen Überzeugung, jeder soll das singen, was er für sich als geeignet empfindet. Ein solcher Zugang ist ein Findungsprozess und verlangt viel Vertrauen, Geduld und Aufmerksamkeit. Ich denke, dass Ljuba Welitschs Leben dafür exemplarisch war.

 

Nach Ihrer so berührenden Mimì in „La Bohème“ sind Sie als Gänsemagd erneut an der Oper Graz zu Gast. Was mögen Sie an der Oper Graz und an der Stadt, dass Sie gerne zu uns kommen?

Graz gibt mir ein Gefühl von Zuhause, denn der Charme dieser Stadt ist so authentisch. Ich spaziere gerne durch die Straßen und mag die kleinen lokalen Geschäfte, die Konditoreien und Restaurants. Und das Essen ist so gut wie in Ungarn!

Die Stimmung in der Oper Graz ist so überaus freundlich und gleichzeitig höchst professionell. Dank dieser Kombination sind die Arbeitsbedingungen hier seriös und äußerst angenehm zugleich. Dafür kann ich mich einfach nur bedanken!