Drei Fragen an Ilker Arcayürek


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Als „Martha“ 1981 zum letzten Mal in Graz gespielt wurde, war Ilker Arcayürek noch nicht auf der Welt. Nun gibt er als Lyonel sein Debut an der Oper Graz und hat sich mit dem Dramaturgen Bernd Krispin unterhalten.

 

Etliche Preise, Auszeichnungen und Anerkennungen markieren bislang Ihre Karriere – sei es die Nennung im „Opera Now Magazine“ als einer der „Top Ten der Rising Stars“, sei es das Finale beim BBC Cardiff Singer of the World-Wettbewerb, sei es der Erste Preis beim Internationalen Wettbewerb für Liedkunst der Hugo Wolf Akademie Stuttgart. Sind solche Preise einer jungen Karriere wirklich förderlich?

Es bestätigt ein wenig, dass man auf dem richtigen Weg zu sein scheint – aber Wettbewerbe sind nicht das Wichtigste für einen Künstler. Ich versuche, möglichst viele Menschen mit meinem Gesang zu berühren. Ein Artikel oder Preis hilft eventuell, dass einem mehr Beachtung geschenkt wird, die wahre Magie der Musik kann aber nur auf der Bühne stattfinden.

 

Seit einigen Wochen laufen die Proben intensiv zu Friedrich von Flotows „Martha“, in der Sie als Lyonel Ihr Debut an der Oper Graz geben. Was ist das Reizvolle an dieser Partie, die einst von so legendären Tenören wie Enrico Caruso und Beniamino Gigli, von Nicolai Gedda und Siegfried Jerusalem gesungen wurde?

Erstens natürlich der Reiz, dass so große Legenden die Partie interpretiert haben und ich diese nun auch verkörpern darf. Die Partie hat so viele Farben und erlebt eine enorme Entwicklung im Laufe der Oper: von schüchternen, verspielten Rossini- und Donizettimomenten über den romantischen Belcanto bis hin zu dramatischen Verismoausbrüchen ist alles dabei, was das Herz eines Opernfans begehrt. Diese Nuancen zu entdecken wird meine Hauptaufgabe sein.

 

Der Lyonel ist heuer nicht ihre einzige Partie an der Oper Graz. Worauf dürfen wir uns denn noch mit Ihnen freuen?

Ich genieße die Zeit in Graz sehr und freue mich, im Mai als „Oberon“ in Carl Maria von Webers gleichnamiger Oper nochmals zurückzukommen. Ich muss gestehen, ich kannte die Oper mit Ausnahme der Tenorarie selbst noch nicht so gut und freue mich bereits auf die ersten musikalischen Proben. Diese eher selten aufgeführt Oper sollte man unbedingt gehört haben!