Drei Fragen an Enrique Sáez Martínez


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Sie stammen aus Spanien, und dort sowie in den Niederlanden haben Sie Ihre Ausbildung bekommen. Nach einem Engagement in Luzern sind Sie jetzt die erste Saison Mitglied im Ballett der Oper Graz. Wann haben Sie den Entschluss gefasst, dieser Compagnie angehören zu wollen?

 

Einer meiner Lehrer in Spanien wusste, dass hier für 2017/18 Tänzer gesucht wurden. Nachdem ich etwas über das hiesige Ballett recherchiert hatte, habe ich mein Curriculum nach Graz geschickt und wurde von Jörg Weinöhl zum Vortanzen eingeladen. Schon damals hatte ich das Gefühl, dass mir hier eine große Chance für mich als Tänzer, aber auch als Mensch geboten würde. Tanz ist eine herausfordernde Disziplin, und eine Truppe wie diese hier zu finden, wo die Arbeit des Tänzers respektiert wird und wo die Arbeitsbedingungen gut sind, ist schwierig. Als mir all das klar wurde, war ich entschlossen, hier an der Oper arbeiten zu wollen.

 

Das Licht und die Temperatur, die Menschen und das Essen, alles ist hier anders als in Spanien. Was ist das Aufregendste, wenn man von einem Land ins nächste wechselt?

 

Es stimmt schon, dass hier vieles anders ist, und so etwas wie das spanische Essen werde ich immer vermissen. Aber in jedem Land gibt es etwas, das mich als Person bereichert. Spannend finde ich, wenn ich von einem Land ins nächste ziehe, wie unterschiedlich die Landschaften und die Menschen sind. Ich habe in den Niederlanden und in der Schweiz gelebt und bin jetzt in Österreich – natürlich unterscheiden sich diese Länder von Spanien, aber davon kann man viel lernen. Die schönste Erfahrung ist jedes Mal, sich zu Hause zu fühlen, selbst wenn man tausende Kilometer von daheim entfernt ist.

 

Gibt es schon einen Ort in Graz, den Sie besonders gern mögen?

 

Graz ist eine schöne Stadt und hat viel Atmosphäre. Das Leben hier ist ruhig, aber es gibt alles, was man braucht. Einer der schönsten Plätze ist für mich der Schlossberg, der sich tagsüber, spätabends oder in der Nacht jeweils völlig anders zeigt. Dieser Ort ist wirklich etwas Besonderes, aber ich freue mich schon, noch sehr viel mehr kennenzulernen.