Drei Fragen an Daniel Myers


Content

Sie haben Ihre Ausbildung in Ihrer Heimat England erhalten. Mit Ihrem neuen Engagement im Ballett der Oper Graz arbeiten Sie jetzt zum ersten Mal im Ausland. Was ist das für ein neues Gefühl?

 In der ersten Nacht in meiner neuen Wohnung wechselten meine Gefühle zwischen Aufregung, Einsamkeit und Furcht. Als ich dann am nächsten Tag die alten Straßen von Graz erkundet habe, ist mir bewusst geworden, wieviel Schönheit diese Stadt zu bieten hat und wie hilfsbereit die Menschen hier sind. So sind denn meine Bedenken, ins Ausland zu gehen, rasch verschwunden.

Als ich dann bei der Arbeit an der Oper die Kollegen nach und nach kennen gelernt hat, waren sie mir nicht nur in großzügiger Weise in organisatorischen Fragen behilflich, sondern haben wir einige der Schönheiten dieser Stadt gezeigt. Ich bin wirklich dankbar, hier zu sein.

 

Wie haben Sie vom Ballett der Oper Graz erfahren? Und wann haben Sie den Entschluss gefasst, hier arbeiten zu wollen?

Da die Ballettwelt so klein ist, kannte einer meiner früheren Lehrer diese Compagnie und wusste, welch großartige Arbeiten hier entstehen. Er hat mir geraten, mir diese Arbeit mal anzuschauen. Sofort war ich von der Art, wie hier der Schaffensprozess im Tanz verläuft, begeistert, und deswegen wollte ich unbedingt Teil dieser einzigartigen visionären und künstlerischen Atmosphäre sein.

Mein Vortanzen fand im März statt, und ich hatte das Glück, fast vier Tage hier arbeiten zu können. Damals liefen gerade die Proben zu „Kontrapunkt. Auf der anderen Seite von Bach“, bei denen ich die Begabung der Tänzer für Bewegung und Ausdruck erfahren konnte. Dies in Verbindung mit dem sensiblen Umgang zwischen Tänzern und Choreographen hat mir während der Probenmomente meine Entscheidung bestätigt, dass hier der Platz ist, wo ich hingehöre.

 

Gibt es schon einen Platz hier in Graz, den Sie besonders gern mögen?

Ich bin wahrlich ein großer Naturfreund, da ich mitten auf dem Land in England aufgewachsen bin. Also hab’ ich an meinem ersten Wochenende die Gegend um den Hilmteich erkundet. Dort ist es so ruhig, so naturbelassen – und doch so nah zum Stadtzentrum. Dort gefällt es mir auf jeden Fall sehr gut, und ich bin schon neugierig, was ich sonst noch an Natur in Graz entdecken werde.