Die Oper Graz in der Saison 2019/20


Content

„Für die Saison 2019/20 haben wir einen Spielplan erarbeitet, der musikalisch einen Bogen spannt von Mozart bis in die Gegenwart, thematisch wichtige gesellschaftliche Fragen verhandelt und im besten Sinne hoffentlich zur Unterhaltung und Auseinandersetzung anregt. Dabei präsentieren wir auch Stücke, die erstmals in Graz zu erleben sein werden. Ich freue mich, dass wir den Kreis der künstlerischen Partner um einige interessante charismatische Persönlichkeiten erweitern werden“, so Intendantin Nora Schmid bei der Vorstellung des Programms.

 

Das OpernSaisonal 2019/20 zum Durchblättern 

 

Übersicht über die Saison 2019_20

 

Oper, Operette & Musical

Giuseppe Verdis vielschichtige Oper „Don Carlo“ nach Schillers gleichnamigem dramatischem Gedicht markiert den Beginn der Opernsaison 2019/20 in Graz. Die Figuren sind getrieben von der Suche nach Liebe, Macht, einer besseren Welt und derart tragisch mit einander verbunden, dass es für die Liebe von Don Carlo und seiner Stiefmutter Elisabeth keinen Platz auf dieser Welt gibt. In die Titelrolle schlüpft der Tenor Mykahilo Malafii, dessen Karriere sich bereits in jungen Jahren international entwickelt. Jetske Mijnssen, die zuletzt in Graz „Eugen Onegin“ in Szene setzte, führt Regie, Chefdirigentin Oksana Lyniv steht am Pult der Grazer Philharmoniker.

 

Mit dem Operettenklassiker „Die Fledermaus“ von Johann Strauß kehrt ein Herzstück österreichischen Unterhaltungstheaters zurück ins Repertoire der Oper Graz. Maximilian von Mayenburg, zuletzt in Graz mit „Le nozze di Figaro“ erfolgreich, inszeniert das bitterbös-lustige Spiel um Schein und Sein und verschämte Begierde. Elissa Huber, eine hinreißende Operetten-Diva, führt als Rosalinde die Besetzung an.

 

Humperdincks „Königskinder“ sind nach 80 Jahren (zuletzt 1939 mit Ljuba Welitsch als Gänsemagd) wieder auf der Grazer Opernbühne zu erleben. Es ist ein trauriges Märchen von der Gänsemagd und dem Königssohn, die einander so lieb hatten, doch an der Ignoranz und Kälte ihrer Umwelt zugrunde gehen. Engelbert Humperdincks mal naiv leuchtende, dann nachtschwarz intensive und stets wunderbar instrumentierte Musik wird Marius Burkert mit den Grazer Philharmonikern zum Leuchten bringen. Nach ihrer ungemein berührenden Mimì vor zwei Jahren kehrt Polina Pastircak als Gänsemagd zurück nach Graz; ihr Königssohn ist der Tenor Maximilian Schmitt, der gerade im deutschen romantischen Repertoire große Erfolge feiert. Für Regisseur Frank Hilbrich ist es die erste Regiearbeit in Graz.

 

Broadway-Stimmung garantiert das mitreißende Musical „Guys and Dolls“ von Frank Loesser. Auf nach New York, auf nach Havanna, wo es für „Schwere Jungs und leichte Mädchen“, so der Titel der gleichnamigen Hollywoodverfilmung mit Marlon Brando und Frank Sinatra, im Würfelspiel und in der Liebe aufregend zugeht! Frank Loessers Broadway-Klassiker ist erstmals in Graz zu erleben und begeistert durch große Tanzszenen, packende Gospel-Songs und intime Romanzen. Henry Mason, als Autor und Regisseur gleichermaßen erfolgreich, inszeniert erstmals in Graz.

Noch mehr Musical gibt es bei der Wiederaufnahme des Evergreens „My Fair Lady“ mit Sieglinde Feldhofer in der Hauptrolle.

 

Mit Mozarts „Don Giovanni“ steht auch ein großer Klassiker auf dem Porgramm der Saison 2019/20. Der Titelheld hat über die Jahrhunderte nichts von seiner Faszination eingebüßt. Ein junges, spielfreudiges Mozart-Ensemble wird sich ab Februar in der Oper Graz die Welt zur Bühne machen. Elisabeth Stöppler, die an zahlreichen Theatern mit ihren dichten Inszenierungen für Aufsehen sorgte (zuletzt mit der „Götterdämmerung“ in Chemnitz), gibt ihr Graz-Debüt. Andrea Sanguineti leitet vom Hammerklavier aus die Produktion.

 

Die Passagierin“ von Mieczysław Weinberg ist eine Grazer Erstaufführung. Weinberg hat dieses zutiefst berührende und aufwühlende Werk 1968 nach dem gleichnamigen Roman der polnischen Auschwitz-Überlebenden Zofia Posmyz komponiert. Schuld, Erinnerung, Verdrängung und Verantwortung des Einzelnen sind die zentralen Aspekte dieses Stückes: Wir begegnen auf der Überfahrt nach Südamerika der ehemaligen KZ-Aufseherin Lisa, die die Hölle von Auschwitz verdrängt hat. Und wir begegnen Marta, die diese Hölle überleben konnte und die Schatten der Vergangenheit nicht hinter sich lassen kann. Weinbergs vielschichtige und faszinierende Musik zieht uns hinein in das unvorstellbare Grauen dieser Zeit. Oksana Lyniv dirigiert dieses Meisterwerk des 20. Jahrhunderts; Nadja Loschky, zuletzt mit „Ariane et Barbe-Bleue“ zu Gast in Graz, führt Regie. Als Lisa kehrt Dshamilja Kaiser nach Graz zurück, Nadja Stefanoff verkörpert Marta.

 

Zwei weitere Produktionen reflektieren den Themenkreis der „Passagierin“: Der Frage nach „Friede auf Erden“ widmet sich ein Abend, an dem die charismatische Schauspielerin Sunnyi Melles durch die musikalische Welt von Igor Stravinsky und Arnold Schönberg führt. Beide Komponisten rühren mit ihren Werken – Stravinsky mit „Oedipus Rex“ und Schönberg mit „Überlebender aus Warschau“ sowie dem titelgebenden „Friede auf Erden“ – an existentiellen Fragen. Der Stummfilm „Die Stadt ohne Juden“ von Hans Karl Breslauer aus dem Jahr 1924 nimmt auf erschütternd sarkastische Weise das Grauen und die Mechanismen der Judenverfolgung als apokalyptische Vision vorweg. Die große Grazer Komponistin Olga Neuwirth hat dazu eine Musik verfasst, die jeder Szene des Films eine individuelle klangliche Dimension verleiht.

 

Die Opernsaison 2019/20 findet ihren Abschluss mit einer Neuproduktion von Georges Bizets „Die Perlenfischer“. Ist die Kraft der Liebe stärker als die der Freundschaft? Ben Baur, der in Graz bereits „Il Trovatore“ und Gounods Oper „Roméo et Juliette“ (die in der Wiederaufnahme wieder die Romantiker begeistern wird) in Szene setzte, inszeniert die emotionale Dreiecksgeschichte. Gábor Káli, Gewinner des Young Conductors Award der Salzburger Festspiele, hat die musikalische Leitung inne. Operalia-Gewinner Pavel Petrov führt das komplett hauseigene Ensemble an.

 

Als Puppenspieler zu Gast in der Oper Graz ist Nikolaus Habjan, der gemeinsam mit der Musicbanda Franui in dem Konzert „Doch bin ich nirgend, ach! Zu Haus“ auf poetische Weise der Frage nach Heimat nachspüren wird.

 

Ballett

Unter der Leitung von Beate Vollack wird das Ballett der Oper Graz in der Saison 2019/20 vier ganz unterschiedliche Tanzabende präsentieren.

Gleich im Herbst wird Beate Vollack mit „Cinderella“ (zur wunderbaren Musik von Sergej Prokofjew) einen Ballettmärchen-Klassiker zu neuem Leben erwecken. Tänzerin Lucie Horná wird auf dem Ball ihres Lebens den Prinzen treffen, Oksana Lyniv dirigiert erstmals in Graz eine Ballettproduktion.

Erstmals in Graz stellt sich Jo Strømgren mit „Zum Sterben zu schön“ als Choreograph vor. Er kreiert auf der Studiobühne ein Stück über den Tod im romantischen Zeitalter und huldigt tänzerisch dem musikalischen Genie von Schubert, Schumann, Chopin, Smetana und Weber.

Der Choreograph Andreas Heise kehrt nach seinem großen Erfolg mit dem „Sandmann“ nach Graz zurück und wird Franz Schuberts Liederzyklus „Schwanengesang“ in Tanz fassen. Musikalisch grundieren diesen Abend Wilfried Zelinka und Hélio Vida.

Zum Abschluss der Ballettsaison werden Mitglieder des Balletts der Oper Graz auch als Choreographen zu erleben sein, wenn sie sich in die Junge Choreographen-Werkstatt begeben und nach dem „Happy (No) End“ suchen.

„Das Ballett der Oper Graz beschreitet auch diese Saison weiterhin den Weg tänzerischer Vielfalt. Wir wollen das Ballett noch tiefer in den Herzen unseres Publikums und der Steiermark verankern. Dafür habe ich Künstlerinnen und Künstler nach Graz eingeladen, die das breite Spektrum des Tanzes weiter ergründen: Andreas Heise kehrt nach seinem fulminanten Erfolg mit dem ‚Sandmann‘ wieder und widmet sich Schuberts ‚Schwanengesang‘. Der charismatische Jo Strømgren wird erstmals mit dem Ballett der Oper Graz arbeiten und mit ‚Zum Sterben zu schön‘ dem romantischen Tod ein choreographisches Denkmal errichten. Und ich selbst darf – nachdem ich als Tänzerin eine der Stiefschwestern verkörpert habe – nun als Choreographin den Traum der ‚Cinderella‘ weiterträumen“, so Beate Vollack.

 

Konzert

Am Ende der Saison wird Chefdirigentin Oksana Lyniv in die große weite Opernwelt ziehen und sich und das Publikum mit einer großen Richard Strauss-Gala („Ein Strauss zum Abschied“) beschenken. Bis dahin wird sie neben ihren Dirigaten in Oper und Ballett ein spannendes Konzert-Programm in der Oper Graz und im Musikverein für Steiermark musikalisch leiten. Im Eröffnungskonzert erklingt neben dem 1. Violinkonzert von Schostakowitsch mit dem jungen Valeriy Sokolov und der Romeo und Julia-Ballettsuite von Prokofjew als Referenz an die ukrainische Heimat von Oksana Lyniv Mark Anthony Turnages 2014 uraufgeführtes Werk „Testament“, das Ereignisse des russisch-ukrainischen Konfliktes musikalisch reflektiert.

In Neujahrskonzert begeben sich die Grazer Philharmoniker mit ihrer Chefdirigentin auf die Spuren des Grazer Komponisten Robert Stolz: „Die ganze Welt ist himmelblau“. Zahlreiche Kammerkonzerte sowie Quartette im Gespräch und der beliebte „Advent in der Oper“ komplettieren die Konzert-Saison.

Oksana Lyniv: „Ich bin der Oper Graz und den Grazer Philharmonikern sehr dankbar für die beiden wunderbaren Spielzeiten, die hinter uns liegen, und freue mich sehr auf die kommende Saison 2019/20. Ich bin sehr stolz auf unsere Erfolge und fühle mich der Oper Graz und diesem phantastischen Orchester sehr verbunden. In Zukunft werde ich stärker internationale Aufgaben wahrnehmen und deshalb freischaffend tätig sein, aber immer gerne nach Graz zurückkommen. In unserer letzten gemeinsamen Saison haben wir noch viel vor. Schon im Herbst feiern wir in ‚Don Carlo‘, einer der schönsten Verdi-Opern, ein Fest der Stimmen und beginnen das Konzertjahr mit einem Programm mit Meisterwerken des 20. und 21. Jahrhunderts, von Schostakowitsch bis Turnage. Besonders freue ich mich auf meine erste Zusammenarbeit mit Beate Vollack und der Ballettkompanie in Prokofjews ‚Cinderella‘. In unseren Konzerten präsentieren wir ein breites Spektrum an faszinierenden Werken, u. a. eine Symphonie der ersten Schülerin Schönbergs mit Grazer Wurzeln, Vilma von Webenau. Zwei weitere Highlights sind für mich die Produktion von Weinbergs ‚Die Passagierin‘, eine der bedeutendsten Wiederentdeckungen der letzten Jahre, und natürlich mein letztes Konzert an der Oper mit Werken von Richard Strauss.“

 

Programm für Kinder & Jugendliche

Auf dem Programm für Kinder und Jugendliche stehen vier Familien- und Schülerkonzerte, drei Sitzkissenkonzerte sowie zwei Koproduktionen mit dem Next Liberty Kinder- und Jugendtheater: Das Familienmusical nach Erich Kästners Klassiker  „Pünktchen und Anton“ und die Kinderoper „Kalif Storch“, die das junge Publikum auf der Suche nach dem Zauberwort nach Bagdad entführen wird.

Die langjährige Partnerschaft der Steiermärkischen Sparkasse mit der Oper Graz wird auch in der Spielzeit 2019/20 fortgeführt: „Damals wie heute steht für die Steiermärkische Sparkasse der Mensch im Rampenlicht. Mit der Schenkung des Opernhauses an die Stadt Graz im Jahr 1899 setzten wir dafür das erste spürbare Zeichen und bekennen uns nach wie vor zur Förderung von Kultur, Kunst und unserer Gesellschaft.  Auch in der 120. Spielsaison tragen wir als regionales Kreditinstitut dazu bei, dass unsere Bevölkerung einen facettenreichen Zugang zu Kultur bekommt. Um die kulturelle Identität der Stadt Graz zu wahren, sehen wir die harmonische Partnerschaft mit der Oper Graz nicht als einen zeitgenössischen Trend, sondern als nachhaltige und verantwortungsvolle Aufgabe gegenüber unserer Gesellschaft. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine wunderbare, inspirierende Opernsaison 2019/2020“, betont Dr. Gerhard Fabisch, Vorstandsvorsitzender Steiermärkische Sparkasse.

 

Die Saison 2019/20 auf einen Blick

 

Don Carlo

Giuseppe Verdi

Premiere 28. Sep 2019

I: Jetske Mijnssen

ML: Oksana Lyniv

 

Roméo et Juliette

Charles Gounod

Wiederaufnahme 5. Okt 2019

I: Ben Baur

ML: Marius Burkert

 

Die Fledermaus

Johann Strauß

Premiere 19. Okt 2019

I: Maximilian von Mayenburg

ML: Marcus Merkel

 

Cinderella (Ballett)
Musik von Sergej Prokofjew

Premiere 14. Nov 2019

Ch: Beate Vollack

ML: Oksana Lyniv

 

Pünktchen und Anton (Familienmusical)
Marc Schubring

In Kooperation mit dem Next Liberty Kinder- und Jugendtheater  

Premiere 24. Nov 2019

I: Maximilian Achatz

ML: Saša Mutić

 

Königskinder

Engelbert Humperdinck

Premiere 14. Dez 2019

I: Frank Hilbrich

ML: Marius Burkert

 

Guys and Dolls

Frank Loesser

Premiere 11. Jan 2020

I: Henry Mason

ML: Marcus Merkel

 

Don Giovanni

Wolfgang Amadeus Mozart

Premiere 8. Feb 2020

I: Elisabeth Stöppler

ML: Andrea Sanguineti

 

Kalif Storch (Kinderoper)

Josef Gabriel Rheinberger

In Kooperation mit dem Next Liberty Kinder- und Jugendtheater

Premiere 8. Feb 2020

I: Michael Schilhan

ML: Andrea Fournier

 

Die Passagierin

Mieczysław Weinberg

Premiere 14. Mär 2020

I: Nadja Loschky

ML: Oksana Lyniv

 

Zum Sterben zu schön (Ballett)

Musik von Schubert, Schumann, Chopin u.a.

Premiere 22. Mär 2020

Ch: Jo Strømgren

 

Friede auf Erden

Arnold Schönberg & Igor Stravinsky

Premiere 26. Mär 2020

Konzept: Sunnyi Melles & Therese Muxeneder

ML: Oksana Lyniv

 

Die Perlenfischer

Georges Bizet

Premiere 18. Apr 2020

I: Ben Baur

ML: Gábor Káli

 

Doch bin ich nirgend, ach! zu Haus
25. Apr 2020

Puppenspiel: Nikolaus Habjan
Musicbanda Franui

 

Schwanengesang (Ballett)

Nach dem Liederzyklus von Franz Schubert

Premiere 28. Apr 2020

Ch: Andreas Heise

 

My Fair Lady

Frederick Loewe

Wiederaufnahme 4. Jun 2020

I: Michael Schilhan

ML: Marius Burkert

 

Happy (No) End

Junge Choreographen-Werkstatt

Premiere 7. Jun 2020

Ch: Sascha Pieper und Mitglieder des Balletts der Oper Graz

 

Die Stadt ohne Juden

Stummfilm-Konzert mit Musik von Olga Neuwirth

9. Jun 2020

ML: Nacho de Paz

 

 

OpernKurzgenuss in Kooperation mit der Kunstuniversität Graz

 

La serva padrona

Giovanni Battista Pergolesi

I: Annette Wolf

ML: Susanne Scholz

 

Der Korridor

Harrison Birtwistle

I: Marlene Hahn

ML: Julian Gaudiano

 

Vorverkaufsbeginn
Tickets für alle Vorstellungen der Saison 2019/20 sind ab 3. Juni 2019 im Ticketzentrum am Kaiser-Josef-Platz sowie telefonisch unter +43 (0)316/8000 und online unter www.ticketzentrum.at erhältlich.

 

Pressekontakt
Mag. Kathrin Podbrecnik, PR & Marketing, +43(0)316/8008 1213, kathrin.podbrecnik@oper-graz.com, Kaiser-Josef-Platz 10, 8010 Graz

 

Das neue OpernSaisonal können Sie unter presse@oper-graz.com bestellen.