Beim Barbier von Graz 


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Anlässlich der Wiederaufnahme von Gioachino Rossinis Oper „Der Barbier von Sevilla“ begab sich Dariusz Perczak in Duke Johns Barbershop, um sich von Alexander Prasser und seinem Team professionell rasieren und frisieren zu lassen. Während Anna Brull dem Barbier von Graz über die Schultern schauen durfte, hat sie gemeinsam mit dem Barbier von Sevilla und dem Produktionsdramaturgen Bernd Krispin über Rossini, Bärte und ein streichelweiches Männergesicht geplaudert.

 

Für Ihre Interpretation der Rosina sind Sie 2017 beim Österreichischen Musiktheaterpreis als „Beste Nachwuchssängerin“ ausgezeichnet worden. Nach vielen weiteren Erfolgen auf der Grazer Opernbühne kommt nun der „Barbier von Sevilla“ wieder auf den Spielplan. Was wird anders sein an Ihrer Interpretation?

Anna Brull  Jetzt trage ich mehr Verantwortung! Ich spüre, dass während dieser zweijährigen Pause die Rolle in mir gereift ist. Ich habe versucht, mich in dieser Zeit sowohl gesangstechnisch als auch szenisch weiter zu entwickeln. So kehre ich zu dieser Rolle aus einer veränderten Perspektive, mit anderen Bühnenerfahrungen zurück, und ich hoffe, dass das meine Interpretation positiv beeinflussen wird.

Damals habe ich auf den Proben viel gelernt. Wir haben viel gelacht, aber den Humor ganz ernst gespielt. Diese gesunde Einstellung zur Arbeit möchte ich mir auch weiterhin bewahren.

 

In der „Hochzeit des Figaro“ waren Sie in der vergangenen Spielzeit als Graf Almaviva erfolgreich, nun singen Sie im „Barbier von Sevilla“ den Kammerdiener des Grafen, den Figaro. Wie hilfreich ist es, gut zu wissen, was die andere Seite gerade denkt?

Dariusz Perczak  Es hilft natürlich sehr dabei, eine richtige Figur zu schaffen. Obwohl der Graf von Adel ist, ist er leider viel weniger intelligent und schlau als Figaro. Für ihn zählen sein Geld, seine Wünsche. Ich freue mich nun auf die positiven, ausgefuchsten Eigenschaften des Figaros.

 

Welches Männergesicht gefällt Ihnen am besten? Mit Vollbart? Oder mit Schnurrbart? Oder ein Gesicht so glatt wie ein Pfirsich?

Anna Brull  Auf der Bühne gilt für mich: Je weniger Haare, desto besser! Und wenn, dann sind mir aufgemalte Haare am liebsten!

 

Für Männer ist es geradezu eine Glaubensfrage: Nassrasur? Oder Rasierapparat?

Dariusz Perczak  Rasierapparat. Ich mag mich gar nicht rasieren, und wenn ich glatt rasiert bin, dann schaue ich wie eine Kartoffel aus. Aber wenn es für eine Bühnenrolle unbedingt erforderlich ist, dass ich mich rasieren muss, verwende ich lieber einen Rasierapparat – die Haare sind dann schon etwas länger, und es braucht etwas weniger Zeit, bis der Bart wieder wächst.