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18.10.2018

Drei Fragen an Bettina Mönch 

Bettina Mönch, die in „Kiss Me, Kate“ Lois Lane und Bianca spielt, hat sich mit Dramaturg Bernd Krispin über die Faszination, die Rollen, glitzernden Schmuck und das Theaterleben unterhalten.

Bettina Mönch, die in der Neuproduktion von „Kiss Me, Kate“ das lebenskluge Showgirl Lois Lane und Bianca, die jüngere Schwester der widerspenstigen Katharina, spielt, hat sich mit Dramaturg Bernd Krispin über die Faszination, die Rollen, glitzernden Schmuck und das Theaterleben an sich unterhalten.

 

Lois Lane gibt in der musikalischen Adaption von „Der Widerspenstigen Zähmung“ ihr Debut auf einer professionellen Musicalbühne. Wann ist denn Ihnen klar geworden, dass Sie auf die Showbühne wollen?

Mit elf Jahren habe ich eine Schulaufführung von „Jesus Christ Superstar“ gesehen und war hellauf begeistert. Danach habe ich alle Angebote meiner Kleinstadt zum Thema Gesang, Schauspiel und Tanz voll ausgeschöpft – meine Mutter musste mich vom Ballett zum Chor zur Bandprobe fahren. Sie hat mich von Anfang an sehr unterstützt.

 

Lois Lane hat im Leben so manche Erfahrungen gemacht und besucht zuweilen ihre Schmuckkollektion, die sie im Schließfach verwahrt. Was genau findet Sie an ihrem Partner Bill Calhoun, der doch ein notorischer Spieler ist?

Da haben sich eben zwei Spieler gefunden: Lois spielt mit Männern, Bill mit Geld. Aber irgendwie schaffen sie es, die Fehler des jeweils anderen zu akzeptieren und zu verzeihen – vielleicht gerade, weil jeder auch um seine eigenen Defizite weiß. Sie passen eben aufeinander auf und sind sich treu – auf ihre Weise.

 

Momentan sind Sie gerade in „Kiss Me, Kate“ groß im Einsatz: an der Oper Bonn als Lilli Vanessi und Katharina, und hier an der Oper Graz als Lois Lane und Bianca. Was macht den Reiz aus, ein Stück aus mehreren Perspektiven zu kennen?

Ich bin furchtbar schlecht im Entscheiden, und so ist es ein ganz großes Glück, dass ich in einer Spielzeit diese beiden großartigen Rollen spielen kann. Die launische Diva gebe ich natürlich wahnsinnig gern, aber das Showgirl-Früchtchen macht mir auch sehr viel Freude!

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16.10.2018

Drei Fragen an Steven Armin Novak

Bei seinem Debut an der Oper Graz spielt der Steven Armin Novak gleich zwei Rollen im Musical „Kiss Me, Kate“: Bei einer Pokerpartie hat sich Dramaturg Bernd Krispin mit ihm über diese Rollen unterhalten.

Bei seinem Debut an der Oper Graz spielt der Wiener Steven Armin Novak gleich zwei Rollen im Musical „Kiss Me, Kate“: den notorischen Spieler Bill Calhoun mit unverhofften Bühnenambitionen, und den jungen Lucentio, der ganz verrückt nach der schönen Bianca ist. Bei einer Pokerpartie hat sich Dramaturg Bernd Krispin mit Steven Armin Novak über dessen Rollen unterhalten.

 

In „Kiss Me, Kate“ gastieren Sie erstmals an der Oper Graz, und zwar als Bill Calhoun. Bill Calhoun steht zum ersten Mal in seinem Leben auf der Bühne. Wie spielt man einen unbedarften Anfänger?

Am besten, wenn man in gewisser Weise selbst noch Anfänger in dem Beruf ist. Ich habe vor einem Jahr meinen Abschluss zum Bühnendarsteller gemacht und stehe als Bill Calhoun in meiner ersten großen Rolle auf der Bühne. Bill geht es mit der Rolle des Lucentio in Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“ im Stück demnach genauso wie mir.

 

Bill Calhoun ist dem Kartenspiel verfallen und verspielt hohe Geldsummen. Was erfüllt Sie mit Leidenschaft, sodass Sie nicht davon lassen können?

Wahrscheinlich müsste ich mit „auf der Bühne stehen“ antworten, aber was mich wirklich erfüllt, ist ein gutes Buch und Musik im Hintergrund – alle möglichen Genres. Am Abend, alleine zu Hause, kurz einmal nur für mich sein.

 

Die Proben für „Kiss Me, Kate“ laufen seit Wochen auf Hochtouren und sind physisch sehr, sehr fordernd. Haben Sie trotzdem schon Zeit gefunden, Graz für sich zu entdecken?

Graz ist eine wunderschöne Stadt! In den Pausen verbringe ich meine Zeit meist mit einem Spaziergang durch die Stadt und erkunde die Cafés der Umgebung. Mein persönlicher Lieblingsplatz ist der Schloßberg mit seiner tollen Aussicht.

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16.10.2018

Feine neue Konzertreihe!

„Quartett im Gespräch“ ist eine Konzertreihe für ganz neue Perspektiven: ausgesuchte Kompositionen im kleinen feinen Rahmen!

An drei Montagabenden erleben Sie in der ungezwungenen „Kaffeehaus-Atmosphäre“ des Galeriefoyers ausgewählte Highlights der Quartett-Literatur, gespielt und erläutert von Mitgliedern der Grazer Philharmoniker. Im Anschluss an das einstündige Konzert haben Sie die perfekte Gelegenheit, mit den Künstlern zu plaudern und den Abend bei Getränken vom Buffet gemeinsam entspannt ausklingen zu lassen. 

Der erste Termin für das „Quartett im Gespräch“ ist der 22. Okt 2018 mit Beginn um 19 Uhr:

„Streichquartett“
Mit dem PhilQuartett (Yukiko Imazato-Härtl, Klara Ronai, Violine | Elke Chibidziura, Viola | Bernhard Vogl, Violoncello)
und Werken u. a. von A. Dvořák und W. A. Mozart

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15.10.2018

Drei Fragen an Katja Berg 

Mit Dramaturg Bernd Krispin hat sich Katja Berg über ihre Doppelrolle in „Kiss Me, Kate“ die Unwägbarkeiten des Theaterlebens und die Schönheit von Graz unterhalten. 

Katja Berg hält in „Kiss Me, Kate“ einen turbulenten Musicalabend lang ihren Bühnenpartner auf Trab, bis endlich der titelgebende Kuss stattfindet. Mit Dramaturg Bernd Krispin hat sich Katja Berg über ihre Doppelrolle, die Unwägbarkeiten des Theaterlebens und die Schönheit von Graz unterhalten.

 

Zwei Rollen in einer Aufführung zu spielen ist eine große Herausforderung. Was verbindet Lilli Vanessi und Katharina, was aber unterscheidet sie?

Katharina und Lilli Vanessi verbindet ihr exzentrisches aufbrausendes Temperament, das Neidgefühl gegenüber anderen Frauen und die Hassliebe zum männlichen Geschlecht.

Im Unterscheid zu Kate, die sich als ältere Schwester vom Vater zu wenig beachtet und geliebt fühlt, ist Lilli Vanessi eifersüchtig auf die junge Darstellerin im Theaterensemble, mit der ihr Ex-Ehemann, welchen sie immer noch liebt, vermeintlich anbandelt. Beide Frauen verbindet die Unfähigkeit, ihre tiefen Gefühle und Unsicherheiten zu zeigen. Eigentlich wünschen sie sich von den Männern nur eines: Respektiert und geliebt zu werden!

 

Im Laufe der Aufführung läuft manches anders, als eigentlich inszeniert: Lilli rutscht die Hand aus und sie ohrfeigt Fred auf offener Bühne, der sie seinerseits übers Knie legt. Und dann tauchen auch noch zwei Ganoven auf, die es ebenfalls auf die Bühne drängt. Was war denn Ihre schlimmste Theatererfahrung, die großes Improvisationstalent erfordert hat?

Mir ist einmal mitten auf der Bühne die Hose am Hinterteil aufgerissen. Die Kunst war es, sich nichts anmerken zu lassen, bis es zum gemeinsamen Lachanfall der Kollegen auf der Bühne kam.

Toll ist auch, wenn Kollegen ihren Auftritt verpassen … dann ist es besonders praktisch, auch deren Text etwas zu kennen. Ich liebe solche Momente! Das ist Theater!

 

Nach den Musicals „Chess“ und zuletzt „Ragtime“ sind Sie bereits zum dritten Mal an der Oper Graz zu Gast. Gibt es mittlerweile schon einen Lieblingsort in Graz, den Sie zwischen den Proben gerne aufsuchen?

Der Markt direkt am Theater ist toll, im Stadtpark leg ich mich in der Pause gern in die Sonne, im Gingko kann man super Mittagessen, und der Schlossberg bietet einen traumhaften Blick über Graz!

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13.10.2018

Die Oper Graz im SOS-Kinderdorf

Unsere Musiktheaterpädagogin Lisa Fellner hat eine Woche lang im SOS-Kinderdorfs Stübing eine Aufführung für die Eröffnung des Kindergartens einstudiert. 

Schon renommierte Neurologen haben es attestiert: Theaterspielen fördert sprachliche, kreative und soziale Fähigkeiten. Schauspielen im Kindesalter ist wirksam.

Gehirnforscher Spitzer stellt einen Vergleich an: „Es verhält sich zum Leben wie ein Flugsimulator zum Fliegen. Man darf etwas falsch machen, die Kontrolle verlieren, abstürzen, und es gibt keine Konsequenzen. Kinder müssen das ausprobieren können, was sonst nicht geht.“

Lisa Fellner gehört zum Team der Musikheaterpädagogik der Oper Graz Graz und war eine Woche lang im SOS-Kinderdorf Stübing, welches auch den örtlichen Kindergarten in Obhut hat und seit einiger Zeit den Weg der „sinnzentrierten Pädagogik“ verfolgt. 

„Dirigierspiele, Musik mit dem eigenen Körper erleben, in Rollen schlüpfen und in vertrauter Umgebung ein eigenes Stück auf die Beine stellen. Nach einer gemeinsamen Projektwoche mündet dann alles in eine Aufführung. Es ist unglaublich schön zu erleben, was da in so kurzer Zeit alles aufleuchtet und sich entwickelt.“

Lisa hat auf jeden Fall innerhalb einer Woche die Herzen der Kleinen erobert und ganz viel Opernhauch nach Stübing gebracht und damit einen großen Beitrag für den Nachwuchs geleistet. 

Julie Melzer, SOS-Kinderdorfleiterin Stübing:
„Bei uns wird Bildung umfassend verstanden.  Es geht uns nicht darum, etwas in die Kinder „hineinzubringen“, sondern „aus ihnen heraus“. Die Potentiale der Kinder entdecken und fördern ist uns ganz wichtig. Letztlich wollen wir ihnen nicht mehr und nicht weniger als ein Rüstzeug für ein gelingendes, selbstbestimmtes Leben mitgeben.

Das Projekt mit der Oper Graz passt da wunderbar dazu, weil es da um genau jene Werte geht, die da eine ganz große Rolle spielen:  Freude am miteinander und an der eigenen Kreativität, die Fähigkeit, sich einer Sache ganz zu widmen, Interesse für Kunst und Kultur wecken, sich aktiv einbringen, statt sich passiv berieseln zu lassen.  Es wäre uns eine große Freude, wenn wir im kommenden Jubiläumsjahr, nämlich 70 Jahre SOS-Kinderdorf weltweit, vielleicht ein 70 Minuten Stück mit der Oper Graz auf die Beine stellen können – oder besser: auf die Bühne.“

Ganz großen Applaus für die Kleinen gab es am vergangenen Wochenende auch von Bürgermeister Michael Viertler Gemeinde Deutschfeistritz, der sich bei der Kindergartenfeier vom großen Können der Kleinen überzeugen konnte.

Das Kinder elementare verbal-motorische Fähigkeiten erlernen, darf in unserer technologisierten Welt nicht vernachlässigt werden – da sind sich alle einig.

Das Angebot Theaterpädagogik auch personell aufzustocken, war Theaterholding Geschäftsführer Bernhard Rinner ein Herzensanliegen. „Ich hab das in Lyon gesehen. Da sitzt europaweit das jüngste Publikum im Opernhaus. Mit der Wirksamkeit des Theaters und Theatermachens in all seinen Facetten kann man gar nicht früh genug anfangen. Das ist eine dringende Investition in die Zukunft.“

Wer sich ein umfassendes Bild über das Angebot der Musiktheaterpädagogik machen möchte, hat dazu unter anderem am kommenden Mittwoch, 24. Oktober, im Grazer Congress, beim 1. Forum „Kindheit & Jugend im 3. Jahrtausend“ die Gelegenheit.

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11.10.2018

Stefan Mickisch spielt und erklärt „Salome“ 

Längst sind Stefan Mickischs Einführungsvorträge fester Bestandteil des Programms der Oper Graz geworden. Am 15. Oktober wird er in Richard Strauss‘ „Salome“ einführen. 

Längst sind Stefan Mickischs Einführungsvorträge fester Bestandteil des Programms an der Oper Graz geworden. Profunde Kenntnis der Materie kombiniert mit großartiger Pianistik sowie einem Gutteil Humor – das sind die Markenzeichen von Stefan Mickischs Einführungen.
In der Saison 2018/19 kommt Mickisch wieder nach Graz und widmet sich diesmal Richard Strauss’ „Salome“.
In seiner unvergleichlich unterhaltsamen und mitreißenden Art erläutert und „spielt“ er das Publikum in die entfesselnden und rauschhaften Klänge des Meisterwerkes.

 

Montag, 15. Oktober 2018, 19.30 Uhr
Infos & Tickets 

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09.10.2018

Im Gespräch mit Beate Vollack 

Die neue Ballettdirektorin der Oper Graz, Beate Vollack, stellt sich am 12. Oktober beim „ABC des Tanzes“ vor. 

In der Reihe „ABC des Tanzes“ begeben wir uns mit dem Publikum hinter die Kulissen und in die Tiefen des Ballettsaals, um herauszufinden, wie das eigentlich geht – Ballett. Am 12. Oktober stellt sich in einem Tanz-Gespräch die neue Ballettdirektorin Beate Vollack vor und erzählt von ihrer Ausbildung zur Tänzerin sowie von ihrem Werdegang als Solistin in Berlin und München.

 

ABC des Tanzes: Im Gespräch mit Beate Vollack 
Freitag, 12. Oktober 2018, 19.30 Uhr, Studiobühne
Info & Tickets 

 

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09.10.2018

„Es war mein Weg!“

Bei Tee und Kuchen im Operncafé: Die Opernlegende Cheryl Studer im Gespräch mit Dramaturgin Marlene Hahn. 

In dem berühmten „Pagliacci“-Prolog geht es darum, was es bedeutet, Künstler zu sein, wie schwierig es manchmal ist, zwischen Spiel und Sein zu leben, was es bedeutet, das Herz an die Bühnenrampe zu legen und sich so verletzbar zu machen. Was bedeutet es für Sie, Künstlerin zu sein? Was bedeuten Ihnen die Fragen des Prologs?

Inzwischen habe ich schon einige Jahre hinter mir und denke teilweise anders als ich als junger Mensch gedacht habe. Ich habe ziemlich jung gewusst, was ich machen möchte. Mit neun Jahren habe ich gesagt: „Ich will Opernsängerin werden“. Nach einem Hin und Her mit meinen Eltern durfte ich schließlich meiner späteren Gesangslehrerin vorsingen. Sie half mir fortan und baute mich peu à peu auf. Eine Sängerin, die auch mit dieser ersten Lehrerin gearbeitet hat, sagte dann einmal zu mir: „Du musst eine sehr dicke Haut haben!“ Ich ging nach Hause und dachte die ganze Zeit: „Warum? Das ist ja schrecklich!“ Ich habe mich geweigert, diesem Rat zu folgen und habe es auch immer als wichtig empfunden als Künstlerin eine gewisse Verletzbarkeit zuzulassen. Natürlich ist das nicht einfach und tut weh, aber es ist, was zum Publikum rüberkommt – und nicht, eine Wand oder eine Blockade aufzubauen. Es ist ein harter Weg, weil man überhaupt keinen Schutz hat, aber man soll sich diese Verletzbarkeit meiner Meinung nach freiwillig und bewusst „antun“, auch für die Stimme, die Teil des Körpers ist, und die Seele – das ist ein Paket. Es ist schon schwierig, aber ich glaube, das ist der einzige richtige Weg.

 

Würden Sie das auch Sängerinnen raten, wenn Sie sie fragen?

Es gibt viele Sachen, die ich getan und gedacht habe, denen ich gefolgt bin, die ich anderen nicht unbedingt empfehlen würde. Ich habe meine gewisse innerliche Stärke und konnte das machen, aber vielleicht kann das nicht jeder. Mit einem umfangreichen Repertoire ist es das Gleiche. Ich rate keinem Studenten von mir, so vielseitig zu sein, dass man alle Menschen total verwirrt, auch wenn man es könnte, sondern sich eher einzuschränken. Wenn man nicht anders kann und die Vielseitigkeit befolgen muss, dann würde ich aber auch niemanden bremsen. Ich würde sagen, es gibt gewisse Gefahren und man muss die Sache bewusst und vorsichtig angehen. Mich hat man nicht zurückhalten können, ich habe einfach meinen Weg machen müssen. Ich sage nicht, dass das richtig war, es war einfach so wie es war, es war mein Weg. Wie gesagt rate ich diesen Weg nicht unbedingt jungen Menschen, aber ich werde auch nicht zu sehr schimpfen, wenn jemand so einem Weg folgen würde – bis jetzt gab es niemanden. Bei jungen Sängerinnen und Sängern bis 30 Jahren, mit denen ich hauptsächlich arbeite, ist das etwas anders. Sie singen nicht so viel Wagner oder Strauss, sondern bleiben insgesamt etwas lyrischer.

 

Wie ging es Ihnen damals, als man sie anrief und fragte, ob Sie sich vorstellen könnten, für Elisabeth vorzusingen? Sie waren noch so jung und plötzlich Bayreuth …

Wolfgang Wagner war persönlich am Telefon und ich war zuhause in meinem Pyjama. Ich kannte das Stück „Tannhäuser“ gar nicht und habe gefragt: „Wie groß ist die Partie?“ Er hat gesagt: „Es fängt schon damit an, dass Sie im ersten Akt gar nicht auftreten, dann aber im zweiten Akt und eine kleine Arie, ein Gebet im dritten Akt.“ Ich habe gesagt: „Wahrscheinlich schaffe ich das.“ Wolfgang Wagner darauf: „Sie müssen vorsingen, der Dirigent möchte Sie hören“. Zwischen meiner Ankunft in Bayreuth und diesem Telefonat hatte ich noch eine „Traviata“ in Hannover. Am nächsten Tag bin ich in Bayreuth angekommen und habe dann an diesem Nachmittag oder Abend vorgesungen. Ich hatte keine Wagner-Arie, weil ich nie Wagner gesungen habe, außer die Irene in „Rienzi“ und ein paar kleine Rollen, die alle keine Arien haben, also was sollte ich vorsingen? Ich habe die Arie aus „Verkaufte Braut“ mitgebracht und Micaëla aus „Carmen“. Ich stand also in Bayreuth auf der Bühne im Ring-Bild und sang diese zwei Arien. Dann hat er gesagt: „Schau dir jetzt diese Arie für eine halbe Stunde an!“ Ich bin dann hinter die Bühne gegangen, habe sie mir ein bisschen angeschaut und habe sie dann mit einem Auszug auf dem Pult abgesungen. Dann haben sie die Entscheidung getroffen, mich zu nehmen. Das war ungefähr um 9 Uhr abends, am nächsten Tag in der Früh um 9 Uhr war eine Orchesterprobe für den dritten Akt.

 

Wie schafft man das mental?

Ich habe wirklich nur an dem Abend und in der Früh – ich weiß nicht, ob ich überhaupt geschlafen habe – studiert und am nächsten Tag mit dem Orchester gesungen. Man hat einen Adrenalinschub, sodass man gar nichts realisiert, sondern nur funktioniert. Es war echt nicht einfach, die Intonation ist so schwierig mit den Holzbläsern. Auch für das Orchester ist es nicht so einfach. Ich wurde hineingeworfen, ohne die Partie in den szenischen Proben zu kennen. Zwischendurch habe ich immer wieder nachgeschaut. Und dann kamen die Regieproben. Das war ein Wahnsinn – alles in drei Wochen.

 

Hatten Sie schon immer so gute Nerven?

Ja!

 

Sind gute Nerven eine Voraussetzung für den Beruf des Sängers?

Also mir hat das schon viel geholfen, weil ich sehr oft eingesprungen bin, auch kurzfristig. Es gibt auch ein paar Sachen, die ich selbst gar nicht mehr glauben kann. Einmal bin ich in Wien in einer konzertanten Oper von Händel eingesprungen. Zwei Tage vor der Aufführung, am Tag vor der Generalprobe am Abend habe ich einen Anruf bekommen. Ich habe gesagt, dass ich das Stück nicht kenne und gefragt, wie groß die Partie sei. Drei Akte waren das, glaube ich, und in jedem Akt hatte ich eine Arie und ein Ensemble. Ich habe dann gesagt „ok, ich mach’s“.

 

Das zeugt von viel Mut und Selbstvertrauen …

Wagemut. Jedenfalls bin ich am nächsten Tag in der Früh hingeflogen und habe den Auszug gekriegt. Bei der Generalprobe habe ich das Ganze abgelesen. Das Problem bei Händel ist, dass es diese ganzen Da capos mit Variationen gibt. Ich habe versucht irgendetwas zu improvisieren und konnte nach der Generalprobe am Nachmittag und am Abend ein bisschen einstudieren. Am nächsten Tag war die Aufführung und das war live im ORF. Also die Aufnahme gibt es, aber ich weiß nicht, wie sie ist.

 

In Proben oder in Kritikrunden haben Sie so ein Strahlen wie eine 15- oder 20-Jährige, die zum ersten Mal Oper macht und immer noch so begeistert ist. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt: Wie bewahrt man sich das über so viele Opernabende und Konzerte? Das ist für mich auch eine persönliche Frage, die sich, so glaube ich, viele innerhalb dieses Theaterbetriebs stellen, mit den Höhen und Tiefen, die wir alle in unterschiedlichen Formen erleben. Manchmal zweifelt man an diesem Beruf, weil der Theaterbetrieb doch sehr brutal sein kann und wir alle viel aufgeben, viel von uns preisgeben und doch funktionieren müssen, wenn der Vorhang aufgeht. Wie bewahrt man sich in all diesen Zeiten dieses Strahlen?

Es gibt dieses Rauf und Runter, es gibt diese Zweifel, der Beruf ist schrecklich und fantastisch, wirklich schwarz-weiß. Ich empfinde das als Berufung. Ich habe mich dazu berufen empfunden, daher ist es für mich nicht nur ein Job oder eine Arbeitstätigkeit. Ich wusste mit 9, was ich machen möchte.

 

Gab es da einen besonderen Berufungs-Moment?

Ja, meine Mutter hat eine LP von einer Opernsängerin nach Hause gebracht und ich habe sie abgespielt. Ein paar Minuten später bin ich rausgekommen und habe geschrien und bin herumgelaufen: „Das ist, was ich will! Ich will das sein!“ Es war natürlich Maria Callas; und das hat mich so begeistert. Vorher wollte ich auch schon singen und spielen, eher unbewusst oder automatisch, aus Instinkt. Wir haben öfters Abendessen gehabt, bei denen die ganze Familie da war. Ich habe immer gefragt: „Darf ich?“, dann bin ich in mein Zimmer gelaufen, habe irgendein zusammengebasteltes Kostüm angezogen, Hüte und Requisiten genommen und habe rumgetanzt und gesungen. Ich habe keine Ahnung, was ich wirklich gemacht habe, aber ich habe eine Show aufgeführt. Diese Aufmerksamkeit, die ich dadurch bekommen habe, hat mir sehr gut gefallen – wahrscheinlich habe ich es deswegen gemacht. Ich habe die Aufmerksamkeit geliebt. Damals dachte ich, dass Operndiva Diamanten, teure Kleidung, Jetset und Parties bedeutet – davon fühlte ich mich sehr angezogen. Später, mit ungefähr 16 Jahren, habe ich festgestellt, dass da noch viel mehr dazugehört. Ich zitiere mich selber: „Es sind mehr Tränen und Blut als Diamanten und Pelze.“

 

Und dennoch wollten Sie auf die Bühne?

Ja, sicher! Umso mehr wahrscheinlich, weil es dann mehr bedeutet hat – es war dann weniger oberflächlich.

 

Ich kann mir vorstellen, dass man, wenn man eine Rolle verkörpert, vielleicht auch andere Seiten an sich entdeckt, weil man andere Aspekte ausleben kann.

Wenn man mit etwas gefordert wird, das ausprobiert und nicht gleich nein sagt, entdeckt man viel – sowohl durch den Regisseur als auch durch den Dirigenten. Das finde ich sehr wichtig.

 

Das heißt Proben sind sehr wichtig für Sie?

Proben sind für mich das Allerwichtigste. Als alte Frau, die nicht mehr so viel singt, vermisse ich das. Die Aufführungen vermisse ich nicht so sehr, weil die auch mit Stress, einer gewissen Pflege und ab einem bestimmten Alter mit sehr viel Mühe verbunden sind. Die Probensituation, in der man etwas erfindet und entdeckt, finde ich spannend. Auch Ensemblearbeit finde ich ganz toll. Früher habe ich Bratsche im Orchester gespielt, das vermisse ich auch sehr. Nicht das Spielen an sich, aber das Ensemblespiel oder auch das Chorsingen. Ich bin kein so sozialer Mensch, trotzdem vermisse ich gerade diese Zusammenarbeit mit anderen Menschen in der Kunst. Jetzt arbeite ich einzeln, mit einzelnen Sängern.

 

Ist es schön für Sie, Ihre Erfahrungen an die nächsten Generationen von Sängern weiterzugeben und andere zu inspirieren?

Ich habe das auch bekommen von älteren Sängerinnen – damals in München als Anfängerin. Damit zurück zur ersten Frage: Eine ältere Sängerin hat mir irgendwann gesagt: „Weißt du, du musst aufpassen, dass du nicht zu sehr in deine Rollen hineinschlüpfst und dich selbst verlierst. Du musst in jeder Sekunde die Stimmung wechseln können. Wenn du zum Beispiel traurig bist oder am Weinen, musst du sofort lachen können, du musst immer lachen können.“ Damals habe ich gedacht, das sei Quatsch, weil dann wäre es ja nicht echt. Aber inzwischen habe ich verstanden, was sie meinte. Man muss lernen sich zu öffnen und trotzdem eine gewisse Privatsphäre zu bewahren. Das ist sehr schwierig zu erklären und man kann es, glaube ich, nur durch Erfahrung lernen. Ich habe es nicht annehmen wollen, ich war trotzig am Anfang, aber es ist wirklich wahr, ich habe es inzwischen verstanden. Sonst ist es eine wirkliche Gefahr, dass man wie mancher Schauspieler schizophren wird oder sich total in diese Lügenwelt hineingibt, sodass man nicht mehr ganz bei Sinnen ist.

 

Da sind wir ja mitten im Stück. Mittlerweile ist es sogar wissenschaftlich bewiesen, dass Schauspieler Probleme bekommen können, wenn sie über einen längeren Zeitraum einen bestimmten Charakter spielen, der immer nur böse und wütend ist. Das Gehirn nimmt das irgendwann einmal an. Doch man kann auch im positiven Sinne das Gehirn überlisten, indem man, selbst wenn man traurig ist, lacht. Durch diese Muskulatur, die man anspannt, wird dem Gehirn suggeriert: Man ist glücklich!

Auch wenn einem gar nicht danach ist, man tut nur so. Alleine das Tun bringt dann nach einer gewissen Zeit bessere Laune.

 

Das ist eigentlich Wahnsinn, wie viel ein Künstler von sich gibt, wenn er sich bewusst in Rollen hineinbegibt.

In diese Gefahrenzone. Ich mag dieses Wort nicht, aber man hat eine gewisse Kontrolle über sein Denken, Empfinden und Tun.

 

Und dass man gleichzeitig diese Zerbrechlichkeit bewahrt, dass man sagt man hat einen Mechanismus, der greift, bevor man fällt, bevor man zu sehr rein geht ins Gefühl.

Ich weiß nicht, ob man das so genau planen kann, oder ob man einfach sagen kann: „ok, ich gebe, aber ich bewahre“, ohne dass man wirklich einen gewissen Punkt dann sucht oder zulässt.

 

Weil das ist ja auch schwierig, weil das ist dann kontrolliert.

Das ist dann auch wieder nicht ganz echt.

 

Wie wichtig sind denn Träume und Ziele für Sie?

Wahnsinnig wichtig. Vor einigen Jahren habe ich festgestellt, dass ich nicht die Einzige mit Träumen bin. Ich habe überlegt: „Oh mein Gott, auch dieser Taxifahrer träumt von irgendwas!“ Mein Mann und ich haben noch so viele Träume und Pläne. Wir haben gerade vor, ein Grundstück im Ausland zu kaufen und ein Amphitheater zu bauen. Das ist natürlich extrem in unserem Alter, aber es hört nie auf. Es gibt so viele Sachen. Zum Beispiel will ich gerne Kinderbücher schreiben. Immer, wenn ich früher nach Hause gekommen bin, habe ich meine Töchter ins Bett gebracht, das Licht ausgemacht und ihnen Geschichten erzählt. Improvisiert! Das habe ich jahrelang gemacht, und möchte ich nun zu Papier bringen.

 

Es gibt ja viele Künstlerinnen bzw. Frauen in diesem Beruf oder der Oper. Wie schaffe ich es Frau und Mutter zu sein und Künstlerin? Wie haben Sie das geschafft?

Ich wusste immer, dass ich Kinder haben möchte und wollte immer eine dauerhafte Beziehung. Es war für mich von Anfang an klar, dass ich das will und schaffen muss. Wie ich vorher schon gesagt habe, bin ich nicht die stärkste Frau der Welt, aber ich bin auch kein Schwächling. Ich habe gewisse Stärken und habe das einfach durchgesetzt und geschafft.

 

Das haben Sie einfach gemacht, nicht zu viel nachgedacht: Welche Auswirkungen hat das?

Ich habe währenddessen natürlich überlegt, welche Auswirkungen es gibt – gerade die Beziehung zu den Kindern oder Beziehung der Kinder zur Musik. Ich habe immer Angst gehabt, dass sie mich oder die Musik eines Tages hassen würden. Die Musik hat mich ja weggenommen. Beide haben aber jetzt im musikalischen Bereich zu tun.

 

In einem Interview meinten Sie einmal, dass Sie vielleicht keine gute Mutter wären, wenn Sie nicht weitergemacht hätten als Künstlerin, wenn Sie das aufgeopfert hätten?

Ich wäre sicher im Leben ein bisschen verbittert, wenn ich nicht meinem Weg, meinem Drang nachgehen hätte können. Das war wirklich sehr stark in mir. Ich habe es nicht unbedingt so stark gewollt, ich sage immer: Es wollte mich.

 

Sie sind den Weg ja dann auch mitgegangen, Sie haben das gestaltet. Wessen Urteil ist Ihnen in Ihrem Leben, in Ihrem Streben, in Ihrer Karriere wichtig gewesen? Wessen Urteil von außen? Wem haben Sie diesen Platz eingeräumt? Alle beurteilen einen innerhalb dieses Betriebes, die Kritiker … Welches Urteil geben Sie sich, dass Sie wirklich sagen: Ich lasse das zu. Wem gaben, geben Sie diesen Raum Sie zu beurteilen?

Eigentlich nur den Mitarbeitern – muss ich ehrlich sagen. Also nur zum Beispiel dem Regisseur oder Dirigenten, der diese Sache mit mir entwickelt hat. Von außerhalb habe ich nichts zugelassen, auch nicht von der Familie, weil ich festgestellt habe, dass die sowieso nichts verstehen. Die, die wirklich verstanden haben und etwas mit mir entwickelt haben, denen habe ich total vertraut. Im Nachhinein manchen nicht mehr so, aber währenddessen schon.

Am Anfang fand ich Kritiken sehr wichtig. Als junger Mensch, als ich noch Studentin war, habe ich nach meinen Aufführungen immer nach einer Kritik gesucht und immer danach gefragt. Irgendwann habe ich dann festgestellt, dass es nicht stimmt, was der oder die schreibt. Nicht auf mich bezogen, sondern generell. Dann habe ich endlich irgendwann kapiert, dass es die Meinung einer Person an einem Abend ist. Wer weiß, wie diese Person zur Aufführung gekommen ist, ob es zuhause Streit gegeben hat, ob sie nicht gut geschlafen hat, schlecht aufgelegt ist oder einfach einen anderen Geschmack hat. Ich habe nichts gegen Kritiker, ich sehe sie als wichtigen Teil, aber es interessiert mich einfach nicht.

Ich muss ehrlich sagen ich lese gerne eine gute Kritik, egal für wen es ist, aber ich lege nicht zu viel Wert darauf, weil dann müsste ich auch auf schlechte Kritiken, mit denen ich nicht einverstanden bin, Wert legen. Generell bin ich sehr neutral und sage, dass es mich eher nicht interessiert. Allerdings freue ich mich sehr, wenn meine Studenten gute Kritiken kriegen. Das ist dann eine schöne Bestätigung. Eine zweischneidige Sache.

 

Sie begreifen sich ja als ein Teil eines Kunstwerks, eines größeren Ganzen! Im Opernbetrieb haben wir es auch oft mit narzisstischen Größen zu tun … und eine gewisse Konzentration auf sich selber ist, denke ich, auch wichtig, … aber ich finde es so schön zu sehen, dass Sie sich, nach all den Jahren, den vielen Partien, bei den Proben, an jedem Abend als Teil eines Ensembles sehen, unter dem Motto „wir arbeiten zusammen und jeder steckt sein Herzblut rein“. Dass Sie auch nach der „Cavalleria“ im Zuschauerraum bleiben und den Kollegen die Daumen halten.

Unbedingt! Das ist mein Leben.

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05.10.2018

Kommt wem was „Spanisch“ vor?

Am Donnerstag, 25. Oktober, organisieren die Grazer Opernfreunde im Spiegelfoyer der Oper ein Konzert mit Mezzosopranistin Anna Brull und Robert Pöch am Klavier.

Ob die aus Katalonien stammende und auch im Grazer Ensemble schon vielfach gewürdigte Mezzospranistin Anna Brull Lieder von Schubert, Schumann (Clara nämlich) oder von Franz Liszt singt, ob sie sich temperamentvoll der „Zarzuela“ (Operette und Fischgericht) verschreibt, die Rosina (gerade aktuell im „Barbier von Sevilla“) oder die Carmen zu neuem Leben erweckt – ein künstlerisch-stimmliches Erlebnis ist gewährleistet. Der angesehene katalanische Komponist Federico Mompou wird da ebenso dabei sein wie Franz Lehár.
Am Flügel der an der Musikuniversität tätige (und höchst gefragte) Pianist Robert Pöch.
Zu erleben am 25. Okt 2018 um 19.30 Uhr im Spiegelfoyer der Oper Graz.

Bitte sichern Sie sich rechtzeitig Karten im Ticketzentrum am Kaiser-Josef-Platz 10 oder unter 0316/8000 bzw. tickets@ticketzentrum.at

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01.10.2018

Beim Barbier von Graz 

Vor der Wiederaufnahme des „Barbier von Sevilla“ begab sich Dariusz Perczak in Duke Johns Barbershop, während Anna Brull dem Barbier von Graz über die Schultern schaute. 

Anlässlich der Wiederaufnahme von Gioachino Rossinis Oper „Der Barbier von Sevilla“ begab sich Dariusz Perczak in Duke Johns Barbershop, um sich von Alexander Prasser und seinem Team professionell rasieren und frisieren zu lassen. Während Anna Brull dem Barbier von Graz über die Schultern schauen durfte, hat sie gemeinsam mit dem Barbier von Sevilla und dem Produktionsdramaturgen Bernd Krispin über Rossini, Bärte und ein streichelweiches Männergesicht geplaudert.

 

Für Ihre Interpretation der Rosina sind Sie 2017 beim Österreichischen Musiktheaterpreis als „Beste Nachwuchssängerin“ ausgezeichnet worden. Nach vielen weiteren Erfolgen auf der Grazer Opernbühne kommt nun der „Barbier von Sevilla“ wieder auf den Spielplan. Was wird anders sein an Ihrer Interpretation?

Anna Brull  Jetzt trage ich mehr Verantwortung! Ich spüre, dass während dieser zweijährigen Pause die Rolle in mir gereift ist. Ich habe versucht, mich in dieser Zeit sowohl gesangstechnisch als auch szenisch weiter zu entwickeln. So kehre ich zu dieser Rolle aus einer veränderten Perspektive, mit anderen Bühnenerfahrungen zurück, und ich hoffe, dass das meine Interpretation positiv beeinflussen wird.

Damals habe ich auf den Proben viel gelernt. Wir haben viel gelacht, aber den Humor ganz ernst gespielt. Diese gesunde Einstellung zur Arbeit möchte ich mir auch weiterhin bewahren.

 

In der „Hochzeit des Figaro“ waren Sie in der vergangenen Spielzeit als Graf Almaviva erfolgreich, nun singen Sie im „Barbier von Sevilla“ den Kammerdiener des Grafen, den Figaro. Wie hilfreich ist es, gut zu wissen, was die andere Seite gerade denkt?

Dariusz Perczak  Es hilft natürlich sehr dabei, eine richtige Figur zu schaffen. Obwohl der Graf von Adel ist, ist er leider viel weniger intelligent und schlau als Figaro. Für ihn zählen sein Geld, seine Wünsche. Ich freue mich nun auf die positiven, ausgefuchsten Eigenschaften des Figaros.

 

Welches Männergesicht gefällt Ihnen am besten? Mit Vollbart? Oder mit Schnurrbart? Oder ein Gesicht so glatt wie ein Pfirsich?

Anna Brull  Auf der Bühne gilt für mich: Je weniger Haare, desto besser! Und wenn, dann sind mir aufgemalte Haare am liebsten!

 

Für Männer ist es geradezu eine Glaubensfrage: Nassrasur? Oder Rasierapparat?

Dariusz Perczak  Rasierapparat. Ich mag mich gar nicht rasieren, und wenn ich glatt rasiert bin, dann schaue ich wie eine Kartoffel aus. Aber wenn es für eine Bühnenrolle unbedingt erforderlich ist, dass ich mich rasieren muss, verwende ich lieber einen Rasierapparat – die Haare sind dann schon etwas länger, und es braucht etwas weniger Zeit, bis der Bart wieder wächst.

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