Content

19.01.2018

Drei Fragen an Stacey Bartsch

Stacey Bartsch, die die musikalische Leitung der „Menschlichen Stimme“ übernimmt, hat sich mit Bernd Krispin über ihren pianistischen und emotionalen Zugang zu Francis Poulencs Oper unterhalten. 

Stacey Bartsch, die vom Klavier aus die musikalische Leitung der „Menschlichen Stimme“ übernimmt, hat sich mit Produktionsdramaturg Bernd Krispin über ihren pianistischen und emotionalen Zugang zu Francis Poulencs Oper unterhalten, die am 20., 21., 23., 25. und ein letztes Mal am 26. Jänner 2018 (Beginn: jeweils 20 Uhr) im Kunsthaus Graz zu erleben ist.

 

Francis Poulenc hat „Die menschliche Stimme“ für eine Sopranistin und ein großes Opernorchester komponiert. Wie sind die raffinierten klanglichen Vorstellungen des Komponisten auf das Klavier zu übertragen?

Ich gestehe, ich hätte manchmal gerne mehr als zehn Finger, um der klanglichen und harmonischen Vielfalt von Poulencs Akkorden gerecht zu werden, aber im Großen und Ganzen funktioniert das Stück sehr gut mit Klavier.

 

In Poulencs Musik ist ganz deutlich zu hören, wenn das Telefon klingelt. Hat er auch noch weitere realistische Vorgänge in seiner Musik abgebildet?

Oh, ja! Es gibt zum Beispiel eine Stelle, wo die Protagonistin über ihren Hund spricht. Man hört ganz deutlich den Hund bellen und knurren.

 

Der Zuschauer der „Menschlichen Stimme“ hört ausschließlich die weibliche Seite der gescheiterten Beziehung zwischen der Protagonistin und ihrem Ex-Freund. Haben Sie als Pianistin, die Sie die männliche Seite zum Klingen, an manchen Stellen Verständnis dafür, dass er sie verlassen hat?

Zum Teil bringe ich zwar die „männliche“ Seite zum Klingen, ich untermale jedoch auch die Gefühle und Erinnerungen der Frau. Es gibt durchaus Momente, die ziemlich pathetisch wirken: Wenn sie beispielsweise davon singt, tot zu sein, wenn er sie nicht angerufen hätte. An solchen Stellen ist seine Entscheidung sehr gut nachvollziehbar. Aber grundsätzlich gilt, dass die Gefühle der Frau in ihrer momentanen Situation sehr menschlich sind, geradezu normal. Ich empfinde sie nicht als besonders hysterisch. Während der Probenarbeit habe ich sogar begonnen, sie wirklich zu mögen. Und die Musik sowieso!

> WEITERLESEN
SCHLIESSEN
18.01.2018

Drei Fragen an Margareta Klobučar

In „Die menschliche Stimme“ versucht Margareta Klobučar, in einem Telefonat ihren Ex-Freund für sich zurückzugewinnen. Nicht ganz so dramatisch verlief das Telefoninterview, das sie Bernd Krispin gewährt hat.

In Francis Poulencs „Die menschliche Stimme“ versucht Margareta Klobučar, in einem Telefongespräch ihren Ex-Freund für sich zurückzugewinnen. Nicht ganz so dramatisch wie die packende Kurzoper verlief das Telefoninterview, das sie dem Produktionsdramaturgen Bernd Krispin gewährt hat.

 

Allein mit einem Telefon und einem Klavier – was ist die größere Herausforderung in der „Menschlichen Stimme“? Die musikalische? Die szenische? Oder vielleicht die emotionale?

Die größte Herausforderung ist es natürlich musikalisch, weil ich ganz alleine auf der Bühne bin, ohne Souffleuse, ohne andere Sänger und ohne Dirigenten, was sicher hilfreich sein würde. Dazu kommt, dass Deutsch nicht meine Muttersprache ist. Emotional werden sich viele Menschen in diesem Stück erkennen! Denn viele von uns waren schon in einer ähnlichen Situation oder gar in der gleichen.

 

Als vor knapp sechzig Jahren „Die menschliche Stimme“ uraufgeführt wurde, war ein privater Telefonanschluss noch nicht selbstverständlich. Heute ist das Telefon allgegenwärtig, und sich der menschlichen Stimme am anderen Ende der Leitung zu entziehen, schaffen nur die allerwenigsten. Was ist aktuell an einer Oper, die mit den technologischen Kommunikationsmitteln der Vergangenheit arbeitet?

Früher musste man zu Hause sein, um den ersehnten Anruf nicht zu verpassen. Aber selbst wenn man einen solchen Anruf heutzutage überall sehnsüchtig erwarten kann – das Aktuelle an dem Stoff ist, dass man durch dieses Warten seine Flexibilität aufgibt. Einen Unterschied macht es auf jeden Fall, ob man sich etwas am Telefon sagt, also miteinander spricht, oder nur eine Nachricht schreibt.

 

Was der Mann am anderen Ende der Leitung sagt, können wir nur erahnen. Ist das nicht unfair, dass er nie zu Wort kommt? Oder ist gerade das der große Reiz des Werks?

Mir vorzustellen, was der Mann mich fragt, hat mir während der Proben sehr geholfen. Und ich denke, dass aus vielen meiner Antworten klar wird, was er mich gefragt hat. Sonst wäre es nämlich wirklich schwer, sich den ganzen Text zu merken! Und bei den übrigen Stellen, die vielleicht unklar erscheinen – da ist jeder aufgerufen, es selbst zu erahnen.

> WEITERLESEN
SCHLIESSEN
17.01.2018

Ragtime – die Rolle des Pianisten Coalhouse Walker Jr.

Mit seiner Musik will der schwarze Pianist Coalhouse Walker Jr. (Alvin Le-Bass) im Musical „Ragtime“ den sozialen Aufstieg schaffen. Wie sein Leben verläuft, hat er für uns zusammengefasst. 

In Harlem tanzen und feiern schwarze Männer und Frauen gegen ihre Sorgen an. Sie tanzen und feiern zu der Musik, die ich für sie spiele. Besonders eine junge Frau ist davon überzeugt, dass ich einzig nur für sie spiele: Sarah. Sie war ein Engel, sie war mir von Gott geschickt worden in mein einsames Leben. Ich liebte sie, aber nicht genug. Wortlos hat sie mich verlassen.

Doch dann geschieht ein Wunder, und ich finde heraus, wo sie sich mit unserem gemeinsamen Kind aufhält. Nun will ich mein Bestes geben, um sie für mich zurückzugewinnen. So fahre ich mit meinem Automobil in die Broadview Avenue in New Rochelle, wo Sarah im Haus einer weißen Familie Zuflucht gefunden hat. Doch Sarah will nichts mehr von mir wissen. Jeden Sonntag fahre ich nach New Rochelle, bis ich endlich hereingebeten werde und mich ans Klavier setzen darf. Meine Musik verschafft mir Zugang zu der Familie, und ich gebe dem kleinen Sohn der Familie Klavierunterricht. Als der Vater von seiner Expedition zum Nordpol zurückkehrt, ist er verärgert, in seinem Haus eine Schwarze mitsamt ihrem Baby und einen schwarzen Pianisten vorzufinden.

Dass Schwarzen die gesellschaftliche Anerkennung gelingen könne, davon bin ich zutiefst überzeugt. Doch dann wird mein Automobil von weißen Feuerwehrleuten mutwillig zerstört, und die Bürokratie weigert sich, sich meines Falles anzunehmen. So will sich Sarah während einer Wahlkampfveranstaltung beim republikanischen Präsidentschaftskandidaten für mich einsetzen. Sie geht auf ihn zu, wird für eine Attentäterin gehalten und – erschossen!

Gewalt beantworte ich mit Gewalt: Drei Feuerwehrleute kommen zu Tode. Außerdem verlange ich, dass mir mein Automobil im ursprünglichen Zustand zurückgegeben wird. Und dass der Weiße, der dieses Verbrechen ausgelöst hat, meiner Gerechtigkeit ausgeliefert wird. Bis meine Forderungen erfüllt sind, werde ich Feuerwachen in Brand setzen. Wenn es sein muss, werde ich die ganze Stadt niederbrennen, denn ab sofort gelten die Gesetze des Krieges!

Mit meinen Anhängern besetze ich die Pierpont-Morgan-Library und drohe, sie und mich selbst in die Luft zu jagen. Da wird Booker T. Washington, jener schwarze Bürgerrechtsaktivist, für den ich den allerhöchsten Respekt habe, zu mir geschickt, der an mein Gewissen appelliert, dass ich mich einem ordentlichen Gericht stellen solle. Das letzte, was ich in meinem Leben erfahre, ist die Nachricht, dass sich mein Sohn prächtig entwickelt.

> WEITERLESEN
SCHLIESSEN
16.01.2018

After-Show-Party „American Classics“ 

„Erst in die Vorstellung, dann auf die Studiobühne zur After-Show-Party!“ Das ist der Slogan für die „After-Show-Parties“. Die nächste Party heizt am 20. Jänner nach der Vorstellung von „Ragtime“ ein.  

„Erst in die Vorstellung, dann auf die Studiobühne zur After-Show-Party!“ Das ist der Slogan für die beliebte Reihe „After-Show-Parties“, in der man an drei Terminen den Besuch der Oper Graz tanzend verlängern kann. Zweimal ist es noch möglich, gleich nach der Vorstellung in die Studiobühne zu wechseln und bei Cocktails und treffsicherer Partymusik das Tanzbein zu schwingen.

Am Samstag, 20. Jänner, wird es nach der Vorstellung von „Ragtime“ besonders schwungvoll unter dem Motto „American Classics“.

Der Besuch der Party ist nur in Kombination mit einer Vorstellung in der Oper Graz möglich. 

 

Übrigens: Am 20. April gibt es nach Rossinis „Il viaggio a Reims“ die letzte After-Show-Party der Saison unter dem Titel „EuroPArty – eine Reise durch die europäische Popgeschichte“!

 

> WEITERLESEN
SCHLIESSEN
16.01.2018

Ragtime – die Rolle der Sarah 

Sarah, die große Liebe des Ragtime-Pianisten Coalhouse Walker Jr., hat ihre Geschichte, vom ersten Kennenlernen bis zu ihrem jähen Ende, für uns zusammengefasst:

Am Beginn des 20. Jahrhunderts tanzen und feiern in Harlem zur Musik von Coalhouse Walker Jr. schwarze Männer und Frauen gegen ihre Sorgen an: Obwohl seine Musik allen und deswegen niemand gehört, gibt mir Coalhouse das Gefühl, dass er einzig und allein für mich spielt. Doch dem ist nicht so, denn mit seinen wunderbaren Händen, seinem Klavierspiel bewegt er nicht nur die Herzen vieler Frauen, sodass ich keinen anderen Ausweg mehr sehe, als ihn wortlos zu verlassen. Unser gemeinsames Kind setze ich im Garten einer wohlhabenden, weißen Familie im New Yorker Vorort New Rochelle aus, in der Hoffnung, dass es meinem kleinen Sohn dort besser ergehen möge. Glücklicherweise kümmert sich die Mutter der Familie um mein Kind. Denn als man mich in der Wäscherei, in der ich arbeite, aufgreift und vor Gericht stellen möchte, nimmt mich diese Frau, die mich doch gar nicht kennt, ohne auch nur einen Augenblick nachzudenken bei sich auf, übernimmt die Verantwortung für uns beide und lässt mich auf dem Dachboden leben. Doch eines Tages findet Coalhouse heraus, wo ich mich aufhalte und klingelt an der Eingangstür. Ich will ihn nicht sehen, nicht ihn und seine Blumen, mit denen er Sonntag für Sonntag, viele Wochen lang, vor der Tür steht und mich zu sprechen wünscht. Irgendwann wird er nicht mehr zurückgewiesen und darf das Wohnzimmer betreten, darf tun, was er am besten kann und womit der alle für sich gewinnt: Klavierspielen. Dem kleinen Sohn der Familie gibt er Klavierunterricht, und Woche um Woche besucht mich Coalhouse, weil er mich für sich zurückgewinnen möchte, weil er sich geändert hat. Als nach fünf Monaten der Vater der Familie von seiner Nordpolexpedition zurückkehrt, ist er erstaunt und befremdet darüber, dass seine Frau eine junge Schwarze mit ihrem Neugeborenen in seinem Haus aufgenommen hat. Dass ich bleiben darf, verdanke ich der Entschiedenheit seiner Frau.

Coalhouse beschäftigt sich mit den Büchern des schwarzen Befreiungskämpfers Booker T. Washington, den er sehr verehrt. Ihm eifert er nach, denn er erhofft sich für unseren gemeinsamen Sohn ein besseres Leben. Und Coalhouses ganzer Stolz ist sein Auto, das er sich leisten kann: ein nagelneuer Ford „Model T“! Als ihm weiße Feuerwehrleute nicht nur den Weg versperren, sondern mich wüst beschimpfen und noch dazu sein Auto beschmutzen und demolieren, geht er zur Polizei, um sie anzuzeigen und einer gerechten Strafe zuzuführen. Doch die Feuerwehrleute sind weiß, Coalhouse ist schwarz, und niemand will für seinen Fall zuständig sein, niemand gibt ihm Recht. Die Situation spitzt sich mehr und mehr zu, und Coalhouse will mich erst heiraten, sobald die Angelegenheit aus der Welt geschafft ist. Da kommt Woodrow T. Wilson, der republikanische Präsidentschaftskandidat, für einen Abend in die Stadt. Ich will diese Chance ergreifen und für Coalhouse eintreten. Ich laufe Wilson entgegen, beginne den Fall vorzutragen. Da verliert einer der Sicherheitsleute die Nerven. Es löst sich ein …

> WEITERLESEN
SCHLIESSEN
03.01.2018

Audition für das Ballett der Oper Graz

 

Für die Saison 2018/19 sucht die Oper Graz Tänzerinnen und Tänzer als Mitglieder des Balletts der Oper Graz – Direktorin Beate Vollack –
im Festengagement ab 20. August 2018.

 

Erwünscht sind Tänzer/innen mit einem vielfältigen Bewegungsrepertoire auf klassischer Basis, Damen mit Spitzentechnik, Musikalität und Aufgeschlossenheit für verschiedene Räume, Stile und Genres.
Bewerbungen senden Sie bitte ausschließlich per E-Mail an auditions.dancers@oper-graz.com bis zum 28. Januar 2018 mit folgenden Dokumenten: 
Detaillierter Lebenslauf in tabellarischer Form mit Angaben zur Ausbildung, Berufserfahrung, Produktionen, Alter, Größe, Nationalität und Sprachkenntnissen plus ein oder mehrere aktuelle Tanzfotos (Ganzkörper) sowie ein Porträt.
Bitte geben Sie in der Betreffzeile der E-Mail Ihren Namen und den Vermerk “Bewerbung Ballett Oper Graz“ an.

Einladungen/Absagen sowie weitere Informationen für die Audition  erfolgen bis Mitte Februar 2018.

Die Audition findet im Ballettsaal der Oper Graz am  Sonntag, 18.März 2018 ab 11 Uhr statt. Die Registrierung startet um 9:00!

https://www.oper-graz.com/

 

We are looking for male and female dancers with several years of professional stage experience to be members of Ballett der Oper Graz – Direktorin Beate Vollack – fixed contract from 20th August 2018.
Desired are dance performers with a varied movement repertoire (classical basis, ladies with elaborate technique on pointe), musicality and open-mindedness for different rooms, styles and genres.
Please send applications only by e-mail to auditions.dancers@oper-graz.com by 28th January 2018 with the following documents: detailed curriculum vitae in tabular form with information on training, professional experience, productions, age, height, nationality and language skills plus one or more current dance photos (whole body) and a portrait. Please enter your name and the note “Application Dance Company” in the subject line of the e-mail.

Invitations / cancellations as well as further information for the audition will be made by mid -February 2018.

The Audition will take place on Sunday, 18th March 2018 at 11:00 in the Studio at the Oper Graz, Kaiser-Josef-Platz 10, 8010 Graz, Austria. Registration starts at 9:00!

 https://www.oper-graz.com/

 

 

> WEITERLESEN
SCHLIESSEN