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Oper Graz
STÜCKE
Xerxes

Xerxes

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Libretto nach Niccolò Minato und Silvia Stampiglia

Dramma per musica in drei Akten


Georg Friedrich Händel . Deutsche Übersetzung von Eberhard Schmidt, in einer Einrichtung von Stefan Herheim

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Nächste Vorstellung: 04.03.2015 19:00 bis ca. 22:30


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  • Xerxes




GALERIEN:


Der persische König Xerxes ist mit Amastris verlobt, doch auf seiner abenteuerlichen Heerfahrt nach Griechenland trachtet er vor allem nach amourösen Eroberungen. Xerxes’ Bruder Arsamenes ist heimlich mit Romilda, der Tochter seines Heerführers Ariodates, liiert. Der König erfährt davon, verliebt sich prompt in sie und bittet ausgerechnet seinen Bruder, als Brautwerber für ihn aufzutreten. Arsamenes setzt sich zur Wehr, und Xerxes schickt ihn in die Verbannung. Nun werden Briefe abgefangen und an den Falschen weitergeleitet, Intrigen und Wirren der Liebe auf die Spitze getrieben, Selbstmorde verhindert, Versprechungen gemacht, Anklagen erhoben und einige Todesurteile gesprochen. Am Ende tappt Xerxes jedoch in seine eigene Falle und sieht sich gezwungen, den Herzen wieder Frieden zu schenken. Stefan Herheim verquickt in seiner hinreißenden Inszenierung Georg Friedrich Händels Opera seria aus dem Jahr 1738 mit einer parallelen Theaterwelt, nicht ohne das turbulente Bühnengeschehen mit heutigen Augen zu verfolgen. 1738 werden in London die Bretter der italienischen Opernbühne vom Kastratentum beherrscht: Der virtuose, männliche Sopran ist König im King’s Theatre. In dessen Schatten steht sein Bruder, der die Primadonna dieses überreifen Theaters glühend verehrt. Missgunst prägt das Spiel zwischen den Garderoben und Gassen rechts und links der barocken Theaterbretter …
Die szenische Einstudierung liegt in den bewährten Händen von Annette Weber, am Pult steht mit Konrad Junghänel ein international geschätzter Barockmusik-Spezialist.

Musikalische Leitung Konrad Junghänel
Inszenierung Stefan Herheim
Szenische Einstudierung Annette Weber
Bühne Heike Scheele
Kostüme Gesine Völlm
Licht Franck Evin

Vor der Premiere Sonntag, 16. November 2014, 11.00 Uhr, Studiobühne
Vorstellungen 29.11., 3.12., 12.12., 14.12. (15.00 Uhr), 10.1., 22.1., 6.2., 28.2., 4.3. und 15.3. (15.00 Uhr) Beginn jeweils 19.00 Uhr, sofern nicht anders angegeben.

 


Pressestimmen

KLEINE ZEITUNG /Nachtkritik (29.12.2014)

Stefan Herheims barocke Bilderflut
"Nach Jahrzehnten wagt sich die Grazer Oper wieder an ein barockes Meisterwerk und erntet für Stefan Herheims Inszenierung des "Xerxes" von Georg Friedrich Händel stürmischen Jubel.
Ein Messer drückt die Intrigantin dem Herrscher in die Hand, damit er der verhassten Rivalin die Kehle durchschneiden kann. Nachdem das nicht fruchtet, schleppt sie eine Pistole an, danach eine Giftschlange und schließlich gar eine Kanone, die prompt ein großes Loch in die Rückwand schießt, der Konkurrentin aber kein Haar krümmt. Schließlich greift Atalanta zu einer Armbrust, aber mit der holt Xerxes nur einen Putto vom Schnürboden. So in Szene gesetzt, bereitet selbst eine dreiteilige Da-capo-Arie auch einem nicht nur aus Barockliebhabern bestehenden Publikum pures Vergnügen.
Der norwegische Starregisseur Stefan Herheim hat sich für Georg Friedrich Händels "Xerxes" eine opulente Bilderflut einfallen lassen. Seine im Mai 2012 an der Komischen Oper Berlin herausgebrachte und seither auch in Bergen und Düsseldorf gezeigte Inszenierung riss jetzt auch die Grazer Premierengäste, die sich durch einen einsamen Buhrufer ihre Begeisterung nicht nehmen ließen, zu stürmischem Jubel hin.
Herheim arbeitet auf mehreren Ebenen. Von Heike Scheele ließ er sich ein barockes Theater auf die Drehbühne stellen, um ständig zwischen der eigentlichen Bühne und den sie umgebenden Garderoben hin und her wechseln können. Er erzählt nämlich nicht nur die eigentliche Handlung der 1738 im Londoner King's Theatre aus der Taufe gehobenen Oper, sondern nimmt auch den barocken Opernbetrieb lustvoll aufs Korn. Ob Atalanta in der eingangs geschilderten Szene ihre Schwester Romilda ermorden lassen will, um deren Verehrer Arsamenes für sich gewinnen zu können, oder ob die seconda Donna die Primadonna ausschalten will, liegt deshalb im Auge des Betrachters. Dieses erfreut Gesine Völlm mit einem üppigen Angebot an barocken Kostümen, denen es an Opulenz ebenso wenig mangelt wie an Ironie. Das gilt auch für Herheims Inszenierung, deren oft zum Slapstick neigender Witz in der dreieinhalbstündigen Aufführung in deutscher Sprache (nur einige Arien erklingen im originalen Italienisch) keine Langeweile aufkommen lässt.
Das liegt aber auch am Dirigenten Konrad Junghänel, der die sehr hoch sitzenden Grazer Philharmoniker beinahe in ein Barockorchester verwandelt hat, das er mit viel Drive durch Händels meisterhafte Partitur führt.
In der Titelrolle feiert Stephanie Houtzeel ein triumphales Comeback an der Grazer Oper. Mit ihrem schlanken, agilen Mezzosopran gibt sie dem als Karikatur eines liebestollen Herrschers gestalteten Perserkönig ein facettenreiches Profil. Xerxes, der in seiner berühmten Auftrittsarie ("Ombra mai fu", landläufig als Händels Largo bekannt) eine Platane anschwärmt, liebt gerade Romilda (lryisch und kokett: Margareta Klobucar), die aber ihrem Verehrer Arsamenes die Treue hält. Diesem zur Verzweiflung neigenden Bruder des Xerxes leiht Dshamilja Kaiser ihren dunkleren und fülligeren Mezzosopran. Romildas Schwester Atalanta ist eine herzlose Intrigantin: Tatjana Miyus kostet diese Rolle mit angemessen spitzen Tönen weidlich aus. Den Vater der beiden Schwestern, den Feldherrn Ariodates, persifliert David McShane mit markigem Bassbariton. Bleiben noch Amastris, die von Xiaoyi Xu gesungene Verlobte des Xerxes, die ihren Bräutigam erst im Finale zurückerobert, und Elviro, der Diener des Arsamenes: In dieser Rolle gastiert Hagen Matzeit, der sie auch schon bei der Premiere in Berlin gesungen hat, und mit seinem virtuosen Wechsel zwischen Baritonlage und Kopfregister das Publikum begeistert." (Ernst Naredi-Rainer)

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KLEINE ZEITUNG (1.12.2014)

Turbulenter Blödsinn mit Hintersinn
"Den Perserkönig Xerxes (…) hat Georg Friedrich Händel höchst despektierlich behandelt. (…) Im Verlauf seiner Oper führt er ihn als neurotischen, liebestollen, erfolglosen Herrscher vor.
Die beißende Ironie dieser Charakterzeichnung verstärkt Stefan Herheim in seiner "Xerxes"-Inszenierung ohne geringste Scheu vor Klamauk zum Portrait eines Königs, den er mit Neon-Buchstaben in einem Anagramm als "Sex Rex" bezeichnet. (…) Herheim lässt die Oper (…) in einem Londoner Theater des Jahres 1783, also zur Zeit der Uraufführung spielen. In dem von Heike Scheele auf eine Drehbühne gestellten zweistöckigen Theaterbau changiert das Geschehen ständig zwischen der eigentlichen Opernhandlung und dem Treiben hinter den Kulissen.
Lustvoll führt Herheim den Zickenkrieg der Diven vor, gleichzeitig thematisiert er auch die sich abzeichnende Zeitenwende, das nahende Ende der barocken opera seria, das Händels Partitur widerspiegelt. (…) Herheim lässt fast alle Arien singen, verändert aber vielfach die Reihenfolge, um sie seinem Konzept anzupassen, das stets mehrere Perspektiven verfolgt. Er führt barockes Illusionstheater mit Wellen- und Wolkenprospekten vor, zeigt aber auch, wie es gemacht wurde. Er bietet eine große Ausstattungsshow mit einer Unmenge von Kostümen (Gesine Völlm), prunkt mit einem fantasievollen Bilderbogen, huldigt hemmungslos dem Slapstick und schafft doch stets die Kurve zwischen Blöd-, Hinter- und Tiefsinn.
Machen sich aber tiefe Gefühle breit, dann verzichtet Herheim auf alle szenischen Mätzchen, dann darf Dshamilja Kaiser als Schmerzensmann des Stückes mit ihrem fülligen, dunklen Mezzo ungestört pure Verzweiflung verströmen. (…) Graz-Heimkehrerin Stephanie Houtzeel darf alle neune Arien des wankelmütigen Titelhelden singen und glänzt in dieser Kastratenrolle mit ihrem agilen, hellen Mezzo.
Romilda, die von beiden Brüdern begehrte Tochter des Feldherren Ariodates (David McShane), stattet Margareta Klobučar mit lyrischer Wärme und dezenter Koketterie aus. Als ihre intrigante Schwester Atalanta weiß Tatjana Miyus jeden Ton als Waffe einzusetzen (…) Hagen Matzeit wechselt als Elviro virtuos zwischen Bariton und Falsett.
Konrad Junghänel hat die um Barockharfe, Blockflöte, Theorbe und Cembalo erweiterten Grazer Philharmoniker in einen auf Dauervibrato verzichtenden, präzise artikulierenden und mit rhythmischem Drive das Geschehen vorantreibenden (Fast) Barock-Klangkörper verwandelt." (Ernst Naredi-Rainer)

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KRONEN ZEITUNG

Die Wucht einer Theaterpranke
Es ist eine Achterbahnfahrt zwischen Tragik und Komik wie bei einer Mozart- oder Monteverdi-Oper. Aber es ist Händel. Dessen "Xerxes" wird on Graz zum Saisonhöhepunkt, zum tiefen Blick in den Irrsinn der Oper. Dank der Pranke von Regisseur Stefan Herheim und dem stilkundigen Dirigenten Konrad Junghänel.
Diese Darbietung wird man in Jahren noch nicht vergessen haben: Stephanie Houtzeel wankt und schlendert über die Bühne, als hätte sie Elastan in den Hüften und Knien – ihr Xerxes wirkt vielleicht nicht von ungefähr wie eine Kopie von Johnny Depps Piraten-Performance in den "Fluch der Karibik"-Filmen. Der persische König ist bei ihr ein Prahlhans, ein selbstverliebter Superstar und leicht degenerierter Adeliger, der gern Huldigungen entgegennimmt, den aber seine amourösen Abenteuer hundertmal mehr in ihren Bann ziehen als irgendwelche langweiligen Staatsgeschäfte oder gar Schlachten.
Houtzeel singt den potenten Potentaten jedoch nicht als Karikatur, sondern mit edler Tongebung, schlanken Mezzo und der technischen Souveränität, die den vokalen Zierrat ihrer Arien erst zum Erlebnis macht. Die Mezzosopranistin ist nicht das einzige Kraftzentrum in Herheims Händel-Interpretation, die deshalb so fasziniert, weil sie die Ironie des Stückes ernst nimmt. In seinem "Xerxes" bewegt sich der Komponist weg von der aus der Mode kommenden Opera seria – Händel verzichtet auf die nur mehr als steril empfundene, endlose Abfolge von Da-Capo-Arien, verkürzt die Musikstücke, setzt Tragisches neben Komisches. Letzteres in einer Konsequenz, die an die Opern Mozarts und Monteverdis denken lässt.(…)
Das Kunststück, die Spannung über drei Stunden aufrecht zu erhalten, Jux und Tollerei regieren zu lassen, ohne in platter Blödelei zu versanden, der gelingt Herheim auf bewundernswerte Weise. Dass bei diesem "Xerxes" auf einer anderen Ebene spielerisch über die Form Barockoper reflektiert wird, macht seine so unterhaltsame Inszenierung zum geistigen Vergnügen. Und die Sänger spielen mit: Dshamilja Kaiser mit etwas dunklerem, schön gerundetem Mezzo (…) die großartige Tatjana miyus mit kecker Lyrik. David McShane mit echtem Buffo und Hagen Matzeit mit souveräner Komik - selten sieht man ein Ensemble von darstellerisch so brillanter Geschlossenheit.
Nicht einmal die Wiener Staatsoper traut sich bei solchem Repertoire auf ihr Orchester zurückzugreifen und engagiert Spezialisten. Das Grazer Wagnis gelingt. Die hiesigen Philharmoniker bewältigen die Anforderungen der Alten Musik mit Bravour, dirigiert von Konrad Junghänel, der gut zwischen Schwung und Differenzierung balanciert, der die reiche Palette dieser Klänge vom pastoralen Blockflötenidyll bis zur punktierten Arien-Schwermut, vom Zornesrasen bis zu festlichem Glanz souverän drauf hat." (Martin Gasser)

 

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KURIER

"Sex Rex" als pralle, barocke Show. Kritik: Händels "Xerxes" am Grazer Opernhaus in einer grellen Inszenierung von Stefan Herheim.
Fühl ich die Gluten meines Herzens": Während der Titelheld diese Arie wie ein Showstar singt, wird aus "Xerxes" "Sex Rex", wie uns die großen Leuchtlettern vorführen, während seine Verlobte Amastris mit gespreizten Beinen zuckend am Boden liegt. Vielleicht etwas plakativ, aber doch zutreffend, denn in Georg Friedrich Händels "Xerxes" geht es um Liebe und sexuelle Begierde.
Der Perserkönig ist weniger am Krieg und mehr an amourösen Abenteuern interessiert und hat sich in die Geliebte seines Bruders verliebt. Und so singt er zu Beginn die bekannteste Arie "Ombra mai fu" mit erigiertem Glied, von blökenden Schafen umringt.
Aber Stefan Herheim lässt auch sonst in der völlig überbordenden Inszenierung, die bereits 2012 in Berlin, Bergen und Düsseldorf zu erleben war, am Opernhaus Graz nichts aus. Wenn etwa Atalanta ihre Schwester Romilda umbringen will: Nach Dolch, Pistole und Schlange kommt gar eine Kanone zum Einsatz, die allerdings das Opfer verfehlt und ein Loch in die Bühnenrückwand schießt.
Herheim hat die antike Geschichte in die Entstehungszeit der Oper um 1738 versetzt und nimmt den barocken Opernbetrieb lustvoll aufs Korn. Er hat sich von Heike Scheele ein kitschiges Barocktheater mit Pappmaché-Kulissen auf die Bühne stellen lassen. Agiert wird in völlig überzogenen Kostümen (Gesine Völlm).
Extrem spaßfreudig erweist sich das Ensemble: Stephanie Houtzeel in der Titelrolle feiert eine triumphale Rückkehr ans Haus mit ausdrucksstarkem, saubersten Gesang. Sein Bruder Arsamenes ist Dshamilja Kaiser mit hohem Emotionspegel. Eher kleinstimmig singt Xiaoyi Xu die Amastris. Margareta Klobucar singt die begehrte Romilda mit perfekten Koloraturen. Solide: David McShane (Ariodates). Entzückend: Tajana Miyus (Atalanta).
Eine permanente Lachnummer ist Hagen Matzeit als Diener Elviro, der zwischen Bariton und Countertenor oft nur wortweise changiert. Der Chor singt homogen (Bernhard Schneider).
Mit frischem Wind, aber auch graziler Leichtigkeit leitet der stets befeuernde Spezialist für Alte Musik Konrad Junghänel das stilsicher, vibratofrei und ungemein musikantisch spielende Grazer Philharmonische Orchester im höher gefahrenen Graben. Auch sie werden auf komische Weise immer wieder ins Geschehen eingebunden. Einhelliger Jubel!" (Helmut Christian Mayer)

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DIE PRESSE

"Stefan Herheims fantasiereiche Inszenierung von Händels „Xerxes“ kam nun das erste Mal nach Österreich.
Der Grund für den Erfolg des wiederentdeckten Genres Barockoper in den vergangenen beiden Jahrzehnten ist schnell erklärt: Sind die in der Klassik und danach entstandenen Opern von Mozart bis Strauss aufgebaut wie ein Film, dessen Handlung sich kontinuierlich entwickelt, gleicht die Barockoper einer atemlos jagenden Bilderfolge im Stil einer Powerpoint-Präsentation – auf Mausklick wechseln Stimmungen und Emotionen so schnell und bizarr wie nur möglich. Genau diese digitale Ästhetik trifft Stefan Herheim: Die fantasieüberbordenden Bilder, die ihm zu "Xerxes" einfielen, sind einzigartig; verständlich, dass Graz nach Berlin, Düsseldorf und Bergen schon die vierte Station dieser Inszenierung ist.
Freilich zeigt sich Händel in dieser späten Oper bereits weit entfernt von seinem gewohnten operndramatischen Inspirationsfeuer, und doch gelingt es Herheim, abgesehen von einigen Längen im zweiten Teil, das zuletzt heftig akklamierende Publikum szenisch den ganzen Abend hindurch zu fesseln. Dafür sorgen auch die fantastischen Bühnenbilder von Heike Scheele, die ein prall lebendiges London von 1738 vor Augen führen und den illusionistischen Charakter der Barockoper hinreißend illustrieren. Witz, Ironie, Tempo, drastische Körperlichkeit und einfach hochprofessionelle, abwechslungsreiche Regiearbeit machen den Abend zum Lehrstück gelungener Barockrezeption, vielleicht ein wenig auf Kosten der sorgfältigen Auslotung tragischer Emotionen und pathetischer Affekte.
Alte-Musik-Experte Konrad Junghänel entlockt in kundiger Stilkenntnis dem erwartungsgemäß erhöht postierten Grazer Philharmonischen Orchester eine Fülle an rhetorischen Figuren, lässt gelöst musizieren und verzichtet glücklicherweise auf jede verkniffene Darstellung der „integralen Werkgestalt“, eigentlich hätte man noch viel mehr Musik guten Gewissens streichen können. Die oftmals umgestellten Arien und Rezitative werden abwechselnd auf Italienisch und Deutsch gesungen, ein konsumentenfreundliches Konzept, das auch tatsächlich aufgeht. (…)
Alle fünf Protagonistinnen gaben auf der Bühne ihr zu Recht gefeiertes Rollendebüt: Nach Graz zurückgekehrt beleuchtet Stephanie Houtzel sämtliche widerstreitende Emotionen des Xerxes mittels ihres beeindruckenden stimmlichen Umfangs so facettenreich wie souverän, Dshamilja Kaiser als Arsamenes beschert dem Abend seine herausragend-berührenden vokalen Glanzpunkte. Glöckchenhaft hell und raffiniert kokett gestaltet Margareta Klobučar die heiß umworbene Romilda, Tatjana Miyus als Atalanta und Xiaoyi Xu als Amastris changieren virtuos zwischen flackernder Eifersucht und dem entschlossenen Kampf um das eigene Glück. Kurz: ein gelungenes "funny baroque event" für uns Mausklick-Kinder der digitalen Welt."
(Harald Haslmayr, Print-Ausgabe, 02.12.2014)

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DER STANDARD

"Xerxes": Im Maskenspiel geschlechtlicher Identitäten
Eine doppelte Theaterwelt: Georg Friedrich Händels "Xerxes" in der Oper Graz

"Xerxes", eine der vier letzten Opern Händels, steht am Wendepunkt einer Entwicklung. Bei seiner Londoner Uraufführung im April 1738 ein Misserfolg, gehört das tragikomische Werk, in dem sich der Komponist von der italienischen Opera seria verabschiedet, heute zu den meistgespielten Händel-Opern.
Auch in Graz konnte Intendantin Elisabeth Sobotka, die sich erst in ihrer letzten Spielzeit an eine Barockoper wagt, mit Xerxes in der Inszenierung von Stefan Herheim unter der musikalischen Leitung von Konrad Junghänel, einer Koproduktion der Komischen Oper Berlin mit der Deutschen Oper am Rhein, einen durchschlagenden Erfolg landen.
Die für die Titelrolle nach Graz zurückgekehrte Stephanie Houtzeel wurde stürmisch gefeiert und konnte sich mit ihrer eindrucksvollen Interpretation in ein durch Hagen Matzeit (Elviro) ergänztes, bestens disponiertes Ensemble aus dem Haus einfügen.
Stefan Herheim stellt eine Bühne auf die Bühne. Den für das zeitgenössische Publikum unerheblichen (und für uns kaum erträglichen) Inhalt der Oper - die flüchtige Adaptierung eines heroischen Stoffes an amouröse Intrigen und arkadische Szenen - teilt er auf zwei Ebenen auf, auf Bühnenhandlung und Geschehen hinter der Bühne, die Welt der Künstler und Künstlerinnen.
Im Londoner King's Theatre beherrschen große Affekte nicht nur die Handlung der aufgeführten heroischen Oper, sondern auch Bühnengassen und Garderoben. Der Bruder (intensiv Dshamilja Kaiser) des gefeierten Star-Kastraten verehrt die Primadonna (präzise Margareta Klobucar), wird aber von deren Schwester (koloratursicher Tatjana Miyus) begehrt.
Diese doppelte Spiegelung der Figuren - zwei Brüder, zwei Schwestern, dazu der alte Vater der Schwestern (solide David McShane), allesamt Darsteller am selben Haus - macht die Welt des Theaters zum Thema, insbesondere die untergehende Welt der italienischen Opera seria und ihres Starkults um die Kastraten. Sie faszinierten das Publikum durch den besonderen Klang ihrer Stimmen, und die erfolgreichsten unter ihnen konnten sich Starallüren leisten und immense Gagen verlangen.
Herheims schillernde Inszenierung, in der er die Musik auf erstaunliche Weise seinen Zwecken unterordnet, spielt mit der Ambiguität ihrer Erscheinung, dem Maskenspiel geschlechtlicher Identität und der Macht der Bühnenkünstler, die in der Verkleidung liegt. Heike Scheele (Bühne) und Gesine Völlms (Kostüme) schaffen optische Eindrücke von suggestiver Kraft und Farbigkeit, voller Witz und Ironie. Die Drehbühne macht den Wechsel zwischen Garderobe, Hinterbühne, barocker Bühnenmaschinerie und Kulissenbühne und dem Londoner Haymarket möglich.
In einem Vexierspiel der Geschlechter und Identitäten spielen sich hier die Konkurrenzkämpfe und amourösen Abenteuer der Darsteller ab, dort ihr Buhlen um die Gunst des Publikums in einem heroischen Setting, das Georg Friedrich Händel selbst schon karikierte und mit komischen Elementen durchsetzte.
Das Publikum der Uraufführung nahm ihm diese Grenzüberschreitung übel, doch die Mischung der Genres, die Verkürzung der Rezitative und Arien weisen schon auf die kommende Entwicklung hin. Und Grenzüberschreitung ist es, was die Regie augenfällig macht, die Willkür und Lächerlichkeit des persischen Großkönigs, der neben militärischen Eroberungen ständig auch auf sexuelle Erfolge aus ist und letztlich wie Mozarts Almaviva durch ein Dauerverwirrspiel von Briefen und Verkleidungen ausgetrickst wird.
Im angehobenen Orchestergraben setzt das Grazer Philharmonische Orchester die ungewohnte Literatur unter der energischen Leitung von Konrad Junghänel mit Schwung um und lässt sich sogar in das Geschehen einbinden." (Beate Frakele, 2.12.2014)

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ONLINE MERKER

Zuerst reicht  Atalanta dem Xerxes einen Dolch, damit er ihrer Schwester und Rivalin Romilda die Gurgel durchschneidet. Doch dies geht daneben. Aber auch mit einer Pistole, einer Schlange und einer Armbrust funktioniert es nicht. Schließlich  kommt gar eine Kanone zum Einsatz, die allerdings auch wieder das Opfer verfehlt aber zum Gaudium des Publikums dafür ein riesiges, rauchendes Loch in die Bühnenrückwand schießt. So amüsant kann eine dreiteilige Da-capo-Arie für ein Publikum sein, das nicht nur aus Barockliebhabern besteht.
Georg Friedrich Händels Xerxes am Grazer Opernhaus ist eines seiner letzten Opernwerke aus 1738, eigentlich einer Genremischung, mit der das Publikum nicht viel anfangen konnte und das nach nur fünf Aufführungen wegen Misserfolgs abgesetzt wurde. Stefan Herheim lässt in seiner Inszenierung, die er bereits 2012 in Berlin, Bergen und Düsseldorf gezeigt hat, am Opernhaus Graz auch sonst nichts aus: Blökende Schafe unter der Platane, unter der der Titelheld, obwohl er mit einer Frau besetzt ist, während seiner Paradearie "Ombra mai fu", die gemeinhin als sein bekanntes "Largo" bezeichnet wird, mit einem erigierten Glied herumläuft. Ein gut singender und von Bernhard Schneider präzise einstudierter Chor der Oper Graz, der mit kecken Uniformröckchen bekleidet, ständig rhythmisch herumkichert, als ängstliche Soldaten ausgesprochen patschert agiert und später als Wassermann, Muschel, Tintenfisch oder gar Engelsflügel ausstaffiert ist. Ein wie ein Showstar auftretender Titelheld, dessen Kostüm an den Piraten Jack Sparrow aus den Filmen "Der Fluch der Karibik" erinnert und wo bei einer seiner anderen Arie sich die großen leuchtenden Lettern von "Xerxes" in "Sex Rex" verändern. Denn so liest sich sein Name verkehrt. Zu recht, den der Perserkönig, obwohl verlobt, wandelt auf amourösen Pfaden, interessiert sich weniger für den Kampf als für die Geliebte seines Bruders.
Der norwegische Starregisseur hat die antike Geschichte von Verwechslungen, Maskeraden und Verrücktheiten in die Entstehungszeit der Oper um 1740 versetzt und arbeitet auf mehreren Ebenen. Heike Scheele, seine ständige kongeniale Bühnenbildnerin, hat ihm dafür ein kitschiges, perfekt funktionierendes Barocktheater mit Pappkulissen, wie Wölkchen, Wellen, Schiffchen, Häusern ersonnen. Daneben ermöglicht aber auch die Drehbühne Einblicke, was dahinter in den Garderoben passiert. Ebenso völlig kitschig aber auch ironisierend sind auch die Kostüme von Gesine Völlm, wobei die Gegenspieler oft wie Doppelgänger kostümiert sind.
Mag in der überbordenden Regie und den unzähligen Ideen und Slapsticks von Herheim, manches vielleicht zu überzeichnet sein, so lässt die dreieinhalbstündige Aufführung, die außer einigen italienischen Arien in deutscher Sprache gesungen wird, keinerlei Langeweile aufkommen. Die Personenführung ist immer wieder tänzelnd oder in rhythmischen Bewegungen, in bewusst überzogenen Gesten angelegt.
Mit großem Spaß ist das Ensemble, der einige Arienteile und Wiederholungen gestrichen wurden, bei der Sache: Stephanie Houtzeel in der Titelrolle feiert eine triumphale Rückkehr ans Grazer Opernhaus, wo sie früher zum Ensemble gehörte, mit reinsten Koloraturen und intensivem Gesang. Xerxes Bruder Arsamenes ist Dshamilja Kaiser mit dunklem, fülligem Mezzo. Mit etwas zu kleiner Stimme erlebt man Xiaoyi Xu, die vom Titelhelden vorerst verschmähte Verlobte Amastris. Margareta Klobucar singt die von beiden Brüdern heißbegehrte Romilda mit hohem lyrischem Potenzial. David McShane ist ihr Vater, der solide singende Ariodates. Tatjana Miyus singt die Atalanta mit hellem Sopran und allen Spitzentönen. Köstlich ist Hagen Matzeit als Diener Elviro, der urkomisch zwischen Bariton und Countertenor oft nur wortweise wechselt und auch darstellerisch begeistert.
Mit Verve aber auch subtiler Leichtigkeit leitet der ständig animierende Spezialist für Alte Musik Konrad Junghänel das stilsicher und vibratofrei spielende Grazer Philharmonische Orchester im höher gefahrenen Graben.  Musiker und Dirigent werden auf komische Weise auch immer weder ins Geschehen eingebunden. Wenn etwa von Gaunern die Rede ist, springen diese entrüstet und lautstark protestierend von ihren Sitzen auf. Oder es gibt immer wieder lautstarke Diskussionen von Sängern mit dem Dirigenten.
Nicht erst am Schluss gab es einhelligen Jubel des begeisterten und sehr amüsierten Publikums!" ( Helmut Christian Mayer)
 

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DER OPRNFREUND

Publikumsbegeisterung für Barockspektakel
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(…) Es war also höchste Zeit, dem Grazer Opernpublikum wieder einmal Händel zu bieten und es war klug, dabei auf eine bewährte und  publikumswirksame Produktion der Komischen Oper Berlin zu greifen, die auch schon in Bergen und an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg erfolgreich gezeigt wurde. In Berlin hatte die Produktion im Mai 2012 ihre Premiere(…) Wenn also diese Produktion nun in Graz  - natürlich in (fast) völlig neuer Besetzung - auf die Bühne gebracht wird, dann kommt der interessierte Opernfreund schon vorinformiert und ist gespannt, wie die Wiederbelebung in Graz gelingt. Und es sei vorweg gesagt: es war ein rauschender und verdienter Premierenerfolg!
Stefan Herheim stellt mit seinem bewährten Team (Heike Scheele - Bühne, Gesine Völlm – Kostüme, Alexander Meier-Dörzenbach – Dramaturgie und Frank Evin – Licht) ein üppiges Spektakel auf die Bühne, verzichtet – Gott sei Dank! – auf das heute mancherorts wiederbelebte und für das heutige Publikum nicht mehr verständliche Gesten- und Bewegungsrepertoire des Barocks und gewinnt das Publikum mit unzähligen szenischen Pointen und Gags, die nie zum Selbstzweck verkommen, sondern ein schlüssiges Ganzes bilden. Die sechswöchige Grazer intensive Probenarbeit leitete Herheims langjährige Assistentin Annette Weber. In der Probenendphase kam dann Herheim temperamentvoll dazu. (…)
Man kann sich also vorstellen, wie lebhaft und anregend die Endproben mit Herheim in Graz verliefen!
(…) Die Herheim-Inszenierung verknüpft ungemein geschickt barockes Kulissentheater mit den konkurrierenden Sängerintrigen hinter der Bühne. Auch wenn man aus der eigenen Vorbereitung genau zu wissen glaubte, wie alles abläuft, ist man dennoch von der Spontaneität der Bühnenaktion überrascht und gepackt – z.B. von der Platane, die Xerxes in seinem "Largo" anschwärmt und von den zu pastoralen Blockflöten-Klängen blökenden Schafen:
Und weil ich schon bei den Blockflöten bin:
Einen ganz entscheidenden Anteil am großen Premierenerfolg hat unbedingt der kraftvoll-musikantisch zupackende Stil des Dirigenten Konrad Junghänel, der ja schon die Aufführungen in Berlin und Düsseldorf einstudiert hatte. Der erfahrene Barockspezialist (der wie Herheim seine Assistentin von der Berliner Premiere nach Graz mitgebracht hatte) hat mit dem Grazer Philharmonischen Orchester offenbar hervorragende Probenarbeit geleistet. Das fast auf Bühnenniveau gehobene Orchester, das mit erfahrenen Spezialisten der Grazer Szene für Alte Musik ergänzt war, spielte – natürlich auf modernen Instrumenten – sehr konzentriert und vermittelte keinen blutleeren Pseudo-Originalklang, sondern deftig-saftiges, aber gleichzeitig stets transparentes Musizieren.
Für das Sängerteam waren es mit einer Ausnahme Rollendebuts. Beginnen wir mit der Ausnahme: Hagen Matzeit gestaltete den Diener Elviro schon in allen bisherigen Aufführungen und wurde sofort zu einem Liebling des Grazer Publikums mit seinem virtuosen Wechsel zwischen Bariton und Countertenor. Manche Kritiken beanstandeten den deutschen Text, an dem Junghänel, Herheim und Eberhard Schmidt ein Jahr lang gefeilt hatten, wie man einem Interview entnehmen konnte – insbesondere die berlinerische Karikatur des zum Blumenmädchen mutierten Elviro. Ich jedenfalls fand es eine sehr kluge Lösung, die Arien italienisch singen zu lassen und die Rezitative ins Deutsche zu übersetzen und der drastischen Inszenierung anzupassen. Die Aufmerksamkeit und die Reaktionen des Publikums bestätigen die Richtigkeit dieser Entscheidung.
Die fünf Damenpartien waren sehr gut bis ausgezeichnet besetzt. Ein Qualitätsmerkmal diese Besetzung war zweifellos, dass  sich die fünf Stimmen durch unterschiedliche Klangfarben voneinander abhoben und sehr schön ergänzten. Stephanie Houtzeel kehrte mit dem Xerxes nach Graz zurück(…). Sie führte ihre metallisch-schlanke Stimme durchaus virtuos durch die anspruchsvolle Partie, man hatte geradezu den Eindruck, dass sie versuchte, eine vibrato-arme androgyne Tongebung zu entwickeln, die ideal zu der ursprünglich für einen Kastraten geschriebenen Partie passte. Dazu konnte sie auch in maniriert-artifiziellem Spiel durch ihre große, schlanke Erscheinung glaubhaft die zentrale Figur des zwiespältigen Herrschers ausgezeichnet vermitteln. Für warme Mezzoklänge war in dieser Interpretation kein Platz. Diese warmen Farben steuerte Dshamilja Kaiser als konkurrierender Xerxes-Bruder Arsamenes geradezu verschwenderisch bei -  und noch dazu mit plastischer Textdeutlichkeit. Ihr gelang auch das Kunststück, bei aller Klamaukhaftigkeit der Aktion auch ernsthafte und anrührende Momente des Schöngesangs glaubhaft zu gestalten und so die Balance zwischen Opera Seria und Karikatur zu wahren.
Das Schwesternpaar Romilda – Atalanta war mit den beiden Sopranen Margareta Klobucar und Tatjana Miyus ideal besetzt – beide äußerst spielfreudig und in der Klangschattierung gut voneinander abgesetzt. Die Klobucar ist die bodenständig-handfeste junge Frau, die mit runder Stimme pathetisch ihre Treue betont und eindrucksvoll die große Eifersuchtsarie zu gestalten weiß. Und der quirlig-wandlungsfähigen, ein wenig schon die Despina vorweg nehmenden 25-jährigen Ukrainerin Miyus glaubt man, was sie singt. (…) . Die fünfte im Bunde ist die Chinesin Xiaoyi Xu als Amastris, die Verlobte von Xerxes, später von ihm verlassen und letztlich doch wieder akzeptierte Partnerin. Xu ist aus dem Opernstudio hervorgegangen und ist heuer erstmals fix engagiert. Ihre schlanke, aparte Bühnenerscheinung kann sowohl das sehnsuchtsvolle Mädchen als auch die Verwandlung zum kriegerischen Soldaten glaubhaft darstellen. Ihre schön timbrierte Mezzostimme bewältigt die Partie gut und wird sich sicher noch weiter festigen und an individueller Prägnanz gewinnen. Sehr schön gelang ihr das Duett mit Xerxes im zweiten Teil, in dem sie der erfahrenen Houtzeel eine stimmlich gleichwertige Partnerin war.
David McShane ergänzte mit seinem kraftvoll-skurrilen Feldherrn Ariodates gewohnt prägnant und verlässlich das  Solistenteam und der kammermusikalisch besetzte Chor (Leitung: Bernhard Schneider) bewährte sich nicht nur als spielfreudiger, sondern auch als musikalisch sicherer und wesentlicher Teil des Ganzen. Das Publikum genoss den Abend trotz der Länge von dreieinhalb Stunden ganz offensichtlich, freute sich ebenso an den durchwegs überzeugenden musikalischen Leistungen wie auch an den Herheimschen Einfällen, die wahrlich keine Langeweile aufkommen ließen. Großer Jubel, viele Bravorufe – speziell für die "heimgekehrte" Houtzeel. Kein Abend für Barock-Puristen, aber ein praller Musiktheater-Abend mit der dringenden Empfehlung: das sollte man sich nicht entgehen lassen!" (Hermann Becke, 30. 11. 2014)

 

BESETZUNG:

Musikalische Leitung:  Konrad Junghänel
Inszenierung:  Stefan Herheim
Bühnenbild:  Heike  Scheele
Kostüme:  Gesine  Völlm
Licht:  Severin Mahrer
Dramaturgie:  Birgit Amlinger Alexander Meier-Dörzenbach
Szenische Einstudierung:  Annette Brigitte WEBER
Chor:  Bernhard Schneider
   
Xerxes:  Stephanie Houtzeel
Arsamenes:  Dshamilja Kaiser
Amastris:  Xiaoyi Xu
Romilda:  Margareta Klobučar
Atalanta:  Tatjana Miyus
Ariodates:  David McShane
Elviro:  Hagen Matzeit