Pressearchiv
- 14. Mai 2010 » GASTSPIEL: Thomas Bernhard, Siegfried Unseld - Der Briefwechsel
- 29. April 2010 » Schauspielhaus Graz – Die Spielzeit 2010/2011
- Fotos zur Spielplanpressekonferenz 2010/2011 - 28. April 2010 (c) Peter Manninger
- ENSEMBLE Spielzeit 2010/2011 / Fotos: Lupi Spuma
- Pressematerial zur Spielplanpräsentation 2010/2011 am 28. April 2010
- Kurzbiographien der Ensemble-Neuzugänge 2010/2011
- 28. April 2010 » PREMIERE: Liebe und Geld
- 08. April 2010 » PREMIERE: Verbrennungen
- 27. März 2010 » PREMIERE: Reiher
- 20. März 2010 » HEXENJAGD und HAMLET eröffnen die Saison 2010/2011!
- 18. März 2010 » PREMIERE: Metropolis
- 12. März 2010 » PREMIERE: Liliom
- 14. Februar 2010 » SCHAUSPIELHAUS GRAZ: Einladung zum Berliner Theatertreffen 2010!
- 10. Februar 2010 » PREMIERE: Imperium
- 19. Januar 2010 » PREMIERE: Weh dem, der lügt!
- 19. Januar 2010 » PREMIERE: Leonce und Lena
- 07. Januar 2010 » PREMIERE: Peepshow
- 04. Januar 2010 » Reihenstart - SOAP SHUTTLE
- 03. Dezember 2009 » PREMIERE: Die Glut
- 17. November 2009 » SCHAUSPIEL AKTIV! und OPER AKTIV!
- 13. November 2009 » PREMIERE: Opening Night
- 31. Oktober 2009 » PREMIERE: NippleJesus von Nick Hornby
- 21. Oktober 2009 » PREMIERE: Das ewige Leben
- 02. Oktober 2009 » PREMIERE: Kabale und Liebe
- 21. September 2009 » PREMIERE: Macbeth
- 21. September 2009 » PREMIERE: Krankheit der Jugend
- 21. September 2009 » PREMIERE: Gut gegen Nordwind
Das Burgtheater zu Gast!
Lesung mit Peter Simonischek und Gert Voss
Am 14. und 15. Mai, jeweils 19.30 Uhr, Hauptbühne.
In den etwa 500 Briefen zwischen Thomas Bernhard und seinem Verleger Siegfried Unseld entwickelt sich ein einzigartiges Zwei-Personen-Schauspiel. Mal Tragödie, mal Kammerspiel dominiert stets das Beziehungsdrama: Der Autor stellt die für sein Werk und seine Person unabdingbaren Forderungen. Der Verleger seinerseits weiß, dass gerade Bernhards rücksichtslose Selbstbezogenheit notwendige Voraussetzung seiner Produktivität ist. Solch einen dramatischen Briefwechsel zwischen Autor und Verleger, in dem bei jeder Zeile alles auf dem Spiel steht, kennt das Publikum bislang nicht.
Mit Peter Simonischek und Gert Voss
Am Freitag, 14. und Samstag, 15. Mai, jeweils 19.30 Uhr, Hauptbühne.
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Sehr geehrte Damen und Herren,
Am heutigen Mittwoch, dem 28. April 2010, stellten Intendantin Anna Badora und ihr Team den Spielplan der kommenden Saison 2010/2011 im Schauspielhaus Graz vor:
Eröffnet wird die Spielzeit am 23. September mit Hexenjagd, Arthur Miller, in der Regie von Anna Badora, gefolgt von Hamlet, William Shakespeare, in der Regie des Niederländers Theu Boermans. Die Probebühne wird auch in der Spielzeit 2010/2011 mit einer Kooperation von Schauspielhaus und Kunstuniversität Graz (Studierende des 3. Jahrgangs) eröffnen, diesmal in der Regie von Daniel Pfluger, Premiere ist am 26. September. Eine Koproduktion von steirischem herbst und Schauspielhaus feiert als zweite Produktion Premiere auf der Probebühne, am 7. Oktober mit Enzyklopädie des ungelebten Lebens in der Regie des Argentiniers Mariano Pensotti.
Insgesamt stehen 16 Neuproduktionen auf der Haupt- und Probebühne auf dem Spielplan der Saison 2010/2011.
Auch in der fünften Spielzeit ihrer Intendanz setzt Anna Badora auf Kontinuität in der Zusammenarbeit mit wichtigen Regisseuren, deren Handschriften das Haus bereits geprägt haben, wie Viktor Bodó, Ingo Berk, Cornelia Crombholz, Christina Rast, Christine Eder, Bernadette Sonnenbichler und Anna-Sophie Mahler.
Neue Regisseure wie Maja Kleczewska, Boris Nikitin, Bastian Kraft und Daniel Pfluger werden zum ersten Mal am Schauspielhaus Graz arbeiten.
Das Schauspielhaus Graz kann auf eine künstlerisch erfolgreiche Spielzeit 2009/2010 zurückblicken: Erneut gab es drei Nestroy-Nominierungen (für Verena Lercher und Peter Simonischek in Baumeister Solness, in der Regie von Anna Badora, und Viktor Bodó und Die Stunde da wir nichts voneinander wußten) und zum ersten Mal in der Geschichte des Grazer Hauses, eine Einladung zum Berliner Theatertreffen, ebenfalls für Bodós Stunde. Besucher- und Abonnentenzahlen erlebten einen erheblichen Zuwachs, die Auslastung konnte auf 87% Prozent gesteigert werden.
Die Vernetzung innerhalb der Stadt, mit dem steirischen herbst, dem Theater im Bahnhof, das am 9. März Premiere auf der Probebühne haben wird (Die Kaufleute von Graz, Regie: Helmut Köpping), uniT, der Akademie Graz und der Karl-Franzens-Universität ist weiterhin ein großes Anliegen des Schauspielhauses, diese Kooperationen werden ausgebaut und fortgesetzt.
SCHAUSPIEL AKTIV! wird auch in der Spielzeit 2010/2011 fortgesetzt, bis Ende der Saison 2009/2010 werden rund 10.000 TeilnehmerInnen (vor allem LehrerInnen und SchülerInnen) an den verschiedenen Angeboten von SCHAUSPIEL AKTIV! teilgenommen haben. Ende Juni werden erstmals gemeinsame Schultheatertage im Schauspielhaus, Next Liberty und TaO! stattfinden, zu denen sich rund 30 Schultheatergruppen aus der gesamten Steiermark angemeldet haben.
Die Presseeinladungen sowie detaillierte Informationen zu allen Produktionen der Spielzeit 2010/2011 senden wir Ihnen, wie gewohnt zeitnah, zum jeweiligen Premierentermin zu.
Für Rückfragen stehen wir Ihnen natürlich gerne zur Verfügung!
Vorabbildmaterial zu ausgewählten Produktionen finden Sie ab sofort HIER!
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von Dennis Kelly
Premiere am 30. April, 20 Uhr, Probebühne
Am Anfang steht ein Mord. Als David seine Frau Jess nach einem gescheiterten
Selbstmordversuch bewusstlos vorfindet, tötet er sie. Ihre Kaufsucht drohte, sie in eine schier ausweglose Schuldenfalle zu stürzen, und die Hoffnung auf ein Leben ohne Geldsorgen siegt schließlich über die Liebe zu seiner Frau. Wie konnte es soweit kommen? Was treibt einen Menschen zu solch einer Tat?
In sieben feingliedrig miteinander verknüpften Episoden springt das Stück durch ie Biographie eines Ehepaares – von der ungetrübten Utopie des Hochzeitstags über die verzweifelte Suche nach einem Ausweg aus dem finanziellen Ruin bis zu dem
Abend, als im Angesicht der persönlichen Katastrophe endgültig die blutige Wahl wischen Liebe und Geld unausweichlich scheint.
Der britische Dramatiker Dennis Kelly sprengt die Chronologie der Geschichte und schafft ein rätselhaftes Panorama einer von den Verheißungen des Kapitalismus’ vergifteten Gesellschaft, in der die erotische Anziehungskraft des Konsums selbst den Wert eines Menschenlebens bestimmt.
Eigentlich wollte ich mit Liebe und Geld die Frage von Glauben untersuchen, nicht das Bankensystem, aber die Crux ist wohl, dass wir allen Ernstes geglaubt haben, Geld stehe unbegrenzt zur Verfügung, ohne zu fragen, wo es herkommt. Dennis Kelly
Regie Patrick Schlösser Bühnenbild Jens Burde Kostüme Tanja Kramberger Dramaturgie Tobias Schuster
Mit Florentin Groll, Steffi Krautz, Eva Spott, Martina Stilp, Franz Josef Strohmeier, Jan Thümer
PREMIERE am 30. April 2010, 20 Uhr, Probebühne.
Weitere Vorstellungen am 2., 10. und 25. Mai sowie am 1., 10. und ZUM LETZEN MAL am 21. Juni, jeweils 20 Uhr, Probebühne.
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von Wajdi Mouawad
Premiere am 10. April 2010, 19.30 Uhr, Hauptbühne.
Die Zwillinge Jeanne und Simon erfahren beim Notar den letzten Willen ihrer verstorbenen Mutter Nawal. Nackt will sie beerdigt werden, mit dem Gesicht zum Boden. Kein Sarg, kein Leichentuch, kein Stein, keine Inschrift. So steht es im Testament. Weiter hinterlässt sie ihren Kindern zwei Briefe: Einen für Jeanne, aber die soll ihn nicht lesen, sondern ihrem totgeglaubten Vater geben. Einen für Simon, aber der soll ihn nicht lesen, sondern seinem Bruder geben, von dem er bisher nichts wusste. Damit beginnt die Spurensuche im verschollenen Leben der Mutter, die sich zwischen einer westlichen Großstadt und einer vom Bürgerkrieg erschütterten Dorfgemeinschaft im Nahen Osten erstreckt. Sie erscheint wie eine Reise in die tiefste Vergangenheit – und findet doch im Hier und Heute des 21. ahrhunderts statt.
Als 14-Jährige verliebt sich Nawal in ihrem Heimatdorf in den Flüchtlingsjungen
ahab und wird schwanger. Nawals Mutter ist unerbittlich: Das Knd wird usgetragen, dann kommt es weg – in ein entferntes Waisenhaus. Auch Wahab muss das Dorf verlassen. Nawal ist verzweifelt, kann sich aber nicht wehren – als Frau ohne Bildung hat sie nicht die geringste Chance, sich gegen die strengen Regeln der Dorfgemeinschaft durchzusetzen. Ihre Großmutter rät ihr, lesen und schreiben zu lernen. Nawal geht fort, um zu lernen, und wird nur noch ein einziges Mal ins Dorf zurückkehren, um ihr Versprechen einzulösen: den Grabstein ihrer Großmutter mit deren Namen zu versehen. Als sie das Dorf wieder verlässt, um
ihren Sohn zu suchen, schließt sich ihr Sawda an, ein Mädchen aus dem angrenzenden Flüchtlingslager. Die beiden Frauen verbringen viele Jahre gemeinsam mit der Suche nach Nawals Sohn. Sie bewegen sich durch ein vom Bürgerkrieg erschüttertes Land, das im Kreislauf von Gewalt und Gegengewalt gefangen ist. Sie leisten Widerstand gegen die verbrecherische Militärregierung.
Jeanne und Simon nähern sich Stück für Stück dem sorgfältig gehüteten Geheimnis ihrer Mutter Nawal, das sie dazu zwingt, die eigene Identität zu hinterfragen. Wajdi Mouawad erzählt eine vielschichtige Tragödie mit nahezu antiker Wucht. Er verwebt die gegensätzlichen Realitäten des krisengeschüttelten
Nahen Ostens und des sicheren Westens, zeigt individuelle Lebensgeschichten wie auch den kollektiven Kollaps des Krieges. Sein Stück ist ein als Krimi getarntes Puzzlespiel, das letztlich die Komplexität einer widersprüchlichen Gegenwart aufzeigt.
Regie Anna Badora Bühnenbild Raimund Orfeo Voigt Kostüme Uta Meenen
Musik Gerd Bessler Licht Gerhard Fischer Dramaturgie Regula Schröter
Mit Götz Argus, Otto David, Florian Köhler, Gustav Koenigs, Pauline Knof, Steffi Krautz, Verena Lercher, Sebastian Reiß, Dominik Warta, Andrea Wenzl u. a.
PREMIERE am 10. April 2010, 19.30 Uhr, Hauptbühne.
Weitere Vorstellungen am 13., 17. und 28. April, am 6., 12. und 28. Mai
sowie im Juni.
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von Simon Stephens
Österreichische Erstaufführung am 28. März 2010, 20 Uhr, Probebühne.
intergroup – Der Theater-Spielclub am Schauspielhaus Graz
Bereits in der vergangenen Spielzeit feierte intergroup, der Theater-Spielclub am Schauspielhaus Graz, eine erfolgreiche Premiere auf der Probebühne.
Mit Einer der auszog … erarbeiteten und präsentierten 16 Jugendliche aus insgesamt 15 verschiedenen Nationen ein Stück über Heimat und Fremde. Darin fanden sich Mythen und Musiken, Tänze und Rituale, Religionen und Gebräuche, Autobiographisches und Märchenhaftes – und die Grimm‘sche Geschichte vom Eisenhans lief als roter Faden durch den Abend. Auch in dieser Spielzeit werden einige der SpielerInnen wieder auf der Bühne zu sehen sein, einige Neue kommen hinzu. Insgesamt erzählen 14 Jugendliche und ein Schauspieler (Ensemblemitglied Markus Schneider) aus 9 verschiedenen Nationen die Geschichte von Billy.
Zum Stück
Der 14-jährige Billy ist ein Einzelgänger. Oft zieht er sich zum Angeln und zum Tagebuchschreiben an ein tristes Flussufer zurück. Auch Adele kommt immer wieder hierher. Vor einem Jahr wurde Rachel, ein Mädchen in ihrem Alter, hier umgebracht. Adele möchte wissen, was passiert ist. Charlie, Billys Vater, war Zeuge und hat damals die Polizei informiert. Doch Charlie spricht mit seinem Sohn nie über den Vorfall. Stattdessen reden sie über Schularbeiten, Pünktlichkeit, verpasste Jobs, schmutzige Hemden und Fischreiher. Dabei hätte auch Billy von Wichtigerem zu erzählen – von Scott und seiner Gang beispielsweise und deren Rachegelüsten und Gewaltübergriffen, die Billys Leben zur Hölle machen. Immer mehr spitzt sich die Situation zu, doch auch Adele kann ihm nicht weiter helfen.
Der Erfolgsdramatiker Simon Stephens hat ein Stück über Jugendliche geschrieben, das von Jugendlichen des Theater-Spielclubs intergroup und einem Ensemblemitglied des Schauspielhauses (Markus Schneider) auf die Bühne gebracht wird.
Zum Autor
Simon Stephens gehört zu den meistgespielten Dramatikern im europäischen Raum. 1997 wurde im Rahmen des Edinburgh Fringe Festivals sein Stück Bring Me Sunshine produziert, es folgten mehrere Stücke, die er für das Londoner Royal Court Theatre schrieb, darunter Reiher (Herons), welches im Mai 2001 uraufgeführt wurde. Am Schauspielhaus Graz wurden 2004 Port und 2005 Country Music als deutschsprachige Erstaufführungen gezeigt. Weitere Werke: Am Strand der weiten Welt (2005), Motortown (2006), Pornographie (2007), Harper Regan (2008) und Punk Rock (2009).
Inszenierung Anja Sczilinski Bühne und Kostüme Peter N. Schultze
Dramaturgie Andreas Karlaganis
Mit Walpurga Friedl, Gjon Gjergji, Kastriot Gjergji, Verena Graf, Pedro Gross, Matthias Gruber, Mehmet Gürel, Dyveke Jansen, Anais Lange, Alexander Maitz, Mercy Doreas Otieno, Michaela Purgstaller, Martina Schiefer, Markus Schneider, Sven Tomac und dem Ensemblemitglied Markus Schneider
Zu SCHAUSPIEL AKTIV!
Nach einem fulminanten Start im Herbst 2008 geht SCHAUSPIEL AKTIV! – Theaterpädagogik am Schauspielhaus Graz, in der Spielzeit 2009/2010 in sein zweites „Theaterjahr“.
In Workshops, Werkstätten und Fortbildungen, durch Patenschul-Projekte und viele andere Aktivitäten werden die Inszenierungen am Schauspielhaus Graz spielerisch, mit theaterpädagogischen Methoden vor- und nachbereitet und eröffnen damit einen Zugang zu den Interpretationen klassischer und zeitgenössischer Texte. Durch aktive Rollenarbeit, intensive Körperarbeit und szenische Improvisationen erleben Teilnehmende Theater hautnah, lustvoll, mit allen Sinnen – und gehen als kleine „Experten“ in die Vorstellung. Die Angebote von SCHAUSPIEL AKTIV! schlagen eine Brücke zwischen den Lebenswelten der TeilnehmerInnen und den Stückinhalten bzw. den Geschehnissen auf der Bühne. Dieses österreichische Pilotprojekt hat zum Ziel, interessierten Jugendlichen sowie Erwachsenen Theater auf praktische Weise näher zu bringen, Neugier auf das Medium zu wecken, Verständnis für verschiedenste Interpretationen auf der Bühne zu schärfen und damit einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Bildung zu leisten.
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Am heutigen Samstag, den 20.3., gab Intendantin Anna Badora die ersten beiden Produktionen der kommenden Spielzeit im Schauspielhaus Graz bekannt:
Intendantin Anna Badora wird die Spielzeit 2010/2011 mit Arthur Millers „Hexenjagd“ am 23. September 2010 auf der Hauptbühne eröffnen.
Die zweite Premiere auf der Hauptbühne findet am 17.10.2010 statt – „Hamlet“ von William Shakespeare.
Für diese Produktion konnte Anna Badora den niederländischen Regisseur Theu Boermans gewinnen, der zum ersten Mal in Graz inszenieren wird.
Der 1950 in Willemstad, Curaçao, geborene Boermans machte als erster das Werk von Werner Schwab und Rainald Goetz in den Niederlanden bekannt, inszenierte „Gilgamesch“ und „Ein Sommernachtraum“ am Wiener Burgtheater und ist vielfach preisgekrönt für seine konsequent heutigen und höchst populären Klassikerinszenierungen von Sophokles bis Schnitzler. Seit 1988 leitete er verschiedenen Theater („De Trust“, jetzt „De Theatercompanie“) sowie seit 2005 das Internationale Theaterschul-Festival "ITS" in Amsterdam. Er steht als Schauspieler auf der Bühne und vor der Kamera, ist als Drehbuchautor, Film- und Fernsehregisseur mehrfach ausgezeichnet und unterrichtete an diversen Schauspielschulen der Niederlande.
Anna Badora inszenierte zuletzt in Graz Ibsens „Baumeister Solness“ und Shakespeares „Macbeth“, am 10. April wird ihre Inszenierung von Wajdi Mouawad „Verbrennungen“ als vorletzte Produktion dieser Spielzeit Premiere auf der Hauptbühne haben.
Bereits heute möchten wir Sie auf unsere Spielplan-Pressekonferenz am 28. April aufmerksam machen, die um 11 Uhr im Rauchsalon im Schauspielhaus stattfindet. Um Anmeldung wird bis zum 23. April unter mailto:presse-sh@schauspielhaus-graz.com gebeten.
Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Herzliche Grüße Anna Röckl
SCHAUSPIELHAUSGRAZ
Mag. Anna Röckl
Presse & Öffentlichkeitsarbeit
Schauspielhaus Graz
8010 Graz - Hofgasse 11
T: +43-316-8008-3212
F: +43-316-8008-3488
E: anna.roeckl@schauspielhaus-graz.com
I: www.schauspielhaus-graz.com
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nach Fritz Lang und Thea von Harbou
Ein Projekt von Claudia Bauer
Premiere am 19. März, 20 Uhr, Probebühne
„Metropolis ist die Buchstabensuppe der Avantgarde“
Thomas Elsaesser Filmwissenschaftler
Die urbane Modernität, die „Goldenen Zwanziger“, die utopisch cinematographische Stadt – kein Film beschwört diese Klischees des vergangenen Jahrhunderts lebhafter herauf als Metropolis, Fritz Langs unverwüstliches Meisterwerk aus den Jahren 1926/27. Von seiner Entstehung bis heute hat dieser Filmklassiker, der sich immer wieder aufs Neue aus seinen eigenen Widersprüchen speist, ebenso viele hymnische Lobreden wie abschätzige Kritiken hervorgerufen. Die Aufzählung der Wertungen wie Sozialkitsch, antirevolutionäre bzw. prorevolutionäre Propaganda, präfaschistische Ästhetik oder filmtechnisches Meisterwerk ließen sich unendlich fortsetzen. Der Monsterfilm, den die Kritiker zu hassen liebten, floppte bei der Premiere, wurde in der im Retrolook aufgemotzten Techno-Kitschversion der 80er zum Kultfilm und wird unterdessen als Archetyp des Science-Fiction-Noir-Katastrophenfilms gehandelt.
Der Plot des Films ist einfach: Industriemagnat Joh Fredersen regiert Metropolis, Stadt der Zukunft, Stadt der Ausbeuter und Ausgebeuteten. Die Reichen vergnügen sich in den paradiesischen Gärten der Oberstadt, während die Arbeiter unterirdisch ein erbärmliches Dasein fristen. Fredersens Sohn Freder verliebt sich in Maria, eine Arbeiter-Aktivistin aus der unterirdischen Stadt, die den Arbeitern Befreiung aus der Versklavung predigt. Sie führt ihn in die Unterwelt, wo er die Arbeiterbewegung unterstützt. Um den Arbeitern den Glauben an Maria zu nehmen, lässt Freders Vater von Wissenschaftler Rotwang eine mechanische Doppelgängerin Marias konstruieren. Rotwang aber programmiert den ersten weiblichen Androiden so, dass dieser seinem eigenen zerstörerischen Plan dient …
Das Schauspielhaus Graz bringt ein Projekt über den Stummfilmklassiker mit drei Schauspielern und dem Grazer Film- und Projektionskünstler OchoReSotto auf der Probebühne.
Die Regisseurin Claudia Bauer, bekannt dafür Monumentalstoffe ganz klein einzudampfen, erarbeitet ein Projekt zu ausgewählten Aspekten und Themen rund um den Mythos Metropolis und seiner Geschichte. Eine szenische Materialsammlung und rasante Reise durch Thea von Harbous Romantexten und Making-off Momenten aber auch Schlaglichtern auf aktuelle und damalige im Film geführte oder aber auch sträflich vernachlässigte Diskurse wie z.B. Klassengesellschaft, Mensch-Maschinenverhältnis, Individuum und Arbeit oder Kapitalismus. OchoReSotto wird auf der Bühne mit live an einem abgefilmten Stadtmodell ein visuelles Bühnenbild erschaffen wobei Fritz Langs revolutionäre Filmtricks erprobt und weitergeführt werden.
Regie Claudia Bauer Bühne und Kostüme Hendrik Scheel Dramaturgie Regula Schröter
Mit Katharina Klar, Franz Solar, Franz Josef Strohmeier und den Grazer Film- und Projektionskünstlern OchoReSotto
PREMIERE am 19. März 2010, 20 Uhr, Probebühne.
Weitere Vorstellungen am 23. und 30. März, sowie am 3., 14. und 25. April, jeweils 20 Uhr, Probebühne.
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von Ferenc Molnár
Premiere am 12. März, 19.30 Uhr, Hauptbühne.
Zum Stück
Liliom, ein Mädchenschwarm und großmäuliger Habenichts, gibt seine Stelle als Karussell-Ausrufer auf, um mit dem Dienstmädchen Julie ein neues Leben zu beginnen. Voll unausgesprochener Liebe im Herzen und aus Kummer über ihre finanzielle Not, schlägt und erniedrigt Liliom seine junge Frau. Als Julie ein Kind erwartet, lässt er sich zu einem Raubüberfall überreden, der aber misslingt. Liliom ersticht sich, um der Verhaftung zu entgehen, und muss vor das himmlische Selbstmördergericht treten. Doch er weigert sich trotzig, seine Liebe zu Julie zu gestehen. Nach sechzehn Jahren im Fegefeuer erhält er die Erlaubnis, für einen Tag auf die Erde zurückzukehren und seine Läuterung zu beweisen. Er soll seiner Tochter Luise etwas Gutes tun.
Molnárs „Vorstadtlegende in 7 Bildern und einem szenischen Prolog“, ein Volksstück und Märchen zugleich, wurde 1909 in Budapest uraufgeführt. Seine Erfolgsgeschichte auf deutschsprachigen Bühnen begann einige Jahre später im Theater in der Josefstadt.
Regie führt Viktor Bodó, der in den vergangenen Spielzeiten mit seinen Grazer Inszenierungen (u.a. Carrolls Alice, und Handkes Die Stunde da wir nichts voneinander wußten) für Aufmerksamkeit im In- und Ausland sorgte.
Zum Autor
Ferenc Molnár, eigentlich Ferenc (Franz) Neumann, geb. 1878 in Budapest, gest. 1952 in New York. Jus-Studium, Tätigkeiten als Journalist und Dramatiker. Nach seiner Flucht vor den Nazis 1937 nach New York als Drehbuchautor tätig. Bekannteste Werke neben Liliom: Eins, Zwei, Drei (1926), Spiel im Schloss (1926) und Olympia (1928).
Inszenierung Viktor Bodó Bühne Viktor Bodó, Pascal Raich Kostüme Andrea Kovács Musik Klaus von Heydenaber Licht Tamás Bányai Dramaturgie Anna Veress, Andreas Karlaganis
Mit Thomas Frank, Sophie Hottinger, Claudius Körber, Steffi Krautz, Gerti Pall, Kata Petö, Sebastian Reiß, Martina Stilp, Jan Thümer, Andrea Wenzl, Franz Xaver Zach u. a.
Zum Regisseur
Viktor Bodó, geb. 1978 in Budapest. Schauspiel-, Regiestudium. Gründete als Student die „Magma Gesellschaft“ und veranstaltete Kunstfestivals. 2004 preisgekrönte Adaption von Kafkas Prozess am Katona József Theater Budapest. Inszenierungen u. a. am Deutschen Theater, HAU Berlin sowie am Schauspiel Köln. Am Schauspielhaus Graz Der Prozess nach Kafka, Alice nach Lewis Carroll (Nestroy Preis 2008 für die beste Ausstattung, Einladung zu diversen Festivals u.a. Young Directors Project Salzburg) und gemeinsam mit seiner ungarischen Theatertruppe Szputnyik Shipping Company Peter Handkes Die Stunde da wir nichts von einander wußten (Nestroy Preis 2009 Nominierung für Beste Regie).
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Große Sensation - Das SCHAUSPIELHAUS GRAZ ist zum ersten Mal zum Berliner Theatertreffen eingeladen!
Eingeladen wurde Viktor Bodós Inszenierung DIE STUNDE DA WIR NICHTS VONEINANDER WUSSTEN, Peter Handke in einer Bearbeitung von Viktor Bodó.
Aus rund 400 Aufführungen aus dem deutschsprachigen Theaterraum werden die 10 „bemerkenswertesten Inszenierungen“ eingeladen, die alljährlich von einer unabhängigen Kritikerjury ausgewählt werden.
Viktor Bodó, der bereits seit dem Beginn der Intendanz Anna Badoras (Spielzeit 2006/2007) am Schauspielhaus Graz inszeniert und sich momentan in den Proben zu LILIOM, Ferenc Molnár, (Premiere am 12. März) befindet, war mit DIE STUNDE DA WIR NICHTS VONEINANDER WUSSTEN in der Kategorie „Beste Regie“ 2009 bereits für den Nestroy nominiert.
Seine ALICE nach Lewis Carroll, mit Andrea Wenzl in der Hauptrolle, erhielt 2008 gleich zwei Nestroy Nominierung: Andrea Wenzl in der Kategorie „Beste Schauspielerin“ und Viktor Bodó in der Kategorie „Beste Ausstattung“ - Der Nestroy in der Kategorie „Beste Ausstattung“ ging 2008 an Viktor Bodó!
ALICE war ebenfalls zu den Salzburger Festspielen 2009, im Rahmen des Young Directors Project, eingeladen und reiste nach München zum Radikal Jung Festival 2008.
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von Götz Spielmann
Premiere am 11. Februar 2010, 19.30 Uhr Hauptbühne.
„Zentrales Leitmotiv von Imperium ist das ‚Ich‘ und seine Position im gegenwärtigen Denken, zentrale Figur ist ein egozentrischer Machthaber aus dem Rotlichtmilieu. Ein interessantes Milieu, nicht weil es so anders als der Rest der Gesellschaft, sondern weil es so ähnlich ist. Ein zugespitzter Spiegel dessen, was Gesellschaft ausmacht.“ (Götz Spielmann)
Wessely, ein erfolgreicher Bordellbesitzer, hält die Fäden, an denen sein geschäftliches und privates Imperium hängt, fest in den Händen. Alles ist erreicht, die Konten sind prall gefüllt, die Familie führt ein gesichertes Leben. Bis Wessely bei einer Routineuntersuchung mit der Diagnose einer unheilbaren und schnell fortschreitenden Krankheit konfrontiert wird. Mit diesem Wissen nimmt er sich selbst und sein Umfeld zum ersten Mal mit geschärften Sinnen wahr. Sein Geschäft ist bedroht: behördliche Schikanen und Razzien in seinen Clubs, Erpressung von Investoren gehen Hand in Hand mit der gezielten Unterwanderung seiner Person im privaten Bereich. Zum ersten Mal in seinem Leben richtet er seinen Blick nach innen – und diese innere Welt beginnt, Realität anzunehmen und die äußere zu überwuchern.
Götz Spielmann, konsequenter Autorenfilmer Österreichs, dessen Produktion Revanche als einer der fünf besten nicht-englischsprachigen Produktionen für den Oscar 2009 nominiert war, inszeniert sein Stück Imperium selbst am Schauspielhaus Graz. In der Rolle des Wessely ist Peter Simonischek zu sehen. Ebenfalls als Gast in dieser Produktion am Schauspielhaus ist Claudia Martini.
Zum Autor und Regisseur
Götz Spielmann ist einer der wichtigsten Autorenfilmer seiner Generation. Geboren 1961 in Wels drehte er 1977 seinen ersten Film, studierte Psychologie und Philosophie, dann 1980 bis 1987 an der Filmakademie Wien. 1985 gewann er den Hauptpreis beim Wettbewerb europäischer Filmhochschulen für Fremdland. Seit 1988 Autor und Regisseur zahlreicher Spielfilme für Kino und Fernsehen, darunter Erwin und Julia (1990), Der Nachbar (1991), Dieses naive Verlangen (1992), Die Angst vor der Idylle (1994), Die Fremde (2000), Spiel im Morgengrauen (2001). Antares (2004) wurde auf über 30 internationalen Festivals gezeigt. 2007 gab Spielmann sein vielbeachtetes Debüt als Theaterregisseur mit Schnitzlers Der einsame Weg am Landestheater Linz, wo 2007 auch Imperium uraufgeführt wurde. Sein letzter Film, Revanche, wurde als einer der fünf besten nicht-englischsprachigen Produktionen für den Oscar 2009 nominiert.
Regie Götz Spielmann Bühne Martin Warth Kostüme Sabine Volz Musik Jörg Gollasch Dramaturgie Regina Guhl
Mit Peter Simonischek, Gustav Koenigs, Steffi Krautz, Verena Lercher, Claudia Martini, Andrea Wenzl
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von Franz Grillparzer
Premiere am 22. Jänner 2010, 19.30 Uhr, Hauptbühne.
Gregor: „Dein Wort soll aber sein: Ja, ja; nein, nein.“
Für Gregor, Bischof im Frankenland zur Zeit der Merowinger, ist die Lüge das schlimmste Übel der menschlichen Natur. Dies trichtert er auch seinem Küchenjungen Leon ein, der sich anbietet, Gregors Neffen Atalus aus germanischer Kriegsgefangenschaft zu befreien. Leon weiß zwar nicht, wie dies ohne List und Lüge gehen soll, lässt sich aber als Koch beim Grafen Kattwald anstellen, der Atalus gefangen hält. Von da an operiert Leon mit dreister Offenheit und ist so provozierend ehrlich, dass er Narrenfreiheit genießt und sein Befreiungsplan gelingt. Kattwalds Tochter Edrita, die gegen ihren Willen verheiratet werden soll, wird Leons Verbündete. Sie schließt sich den beiden Männern an und wandern mit ihnen zurück – aus der Barbarei in die Zivilisation.
Weh dem, der lügt! wurde 1839 am Hofburgtheater uraufgeführt. Im Zentrum des Stücks steht die Frage, ob eine absolute Norm – hier das Gebot, stets die Wahrheit zu sagen – den Anforderungen der Wirklichkeit tatsächlich standhalten kann und ob die beiden Welten, die in Grillparzers Stück aufeinander treffen – die Lichtwelt des Bischofs und die Schattenwelt des Grafen Kattwald – nicht letztlich dieselben Eigenschaften bergen.
Der junge Regisseur Tobias Kratzer, Preisträger in sämtlichen Kategorien beim Grazer Ring Award 2008, führt mit Grillparzers komödiantischphilosophischem Märchenspiel zum ersten Mal Regie am Schauspielhaus Graz.
Regie Tobias Kratzer Bühne und Kostüme Rainer Sellmaier Dramaturgie Regina Guhl
Mit Thomas Frank, Sophie Hottinger, Florian Köhler, Franz Solar, Jan Thümer, Dominik Warta, Franz Xaver Zach
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von Georg Büchner
Premiere am 24. Jänner 2010, 20 Uhr, Probebühne.
Achtung: Premierenverschiebung vom 23. auf den 24. Jänner 2010.
Leonce: „O wer sich einmal auf den Kopf sehen könnte!“
Die Königskinder Leonce und Lena wurden miteinander verlobt, ohne sich zu kennen. Beide beschließen, der Hochzeit zu entfliehen. Leonce will mit dem arbeitsscheuen Bonvivant Valerio nach Italien gehen und dort als Faulpelz leben; Lena lässt sich von ihrer Gouvernante zur Flucht verleiten. Unterwegs begegnen sich die beiden – und verlieben sich in einander. In Unkenntnis der Identität des jeweils anderen erscheinen sie maskiert am Hofe von Leonces Vater und lassen sich dort verheiraten. Doch statt ihren Eltern einen Streich zu spielen, erfüllen sie so die Bestimmung, der sie hatten entgehen wollen. Gemäß dieser Determiniertheit treten sie auf der Hochzeitsfeier als „Automaten“ auf: „Nichts als Kunst und Mechanismus, nichts als Pappendeckel und Uhrfedern.“ König Peter verkündet nach der Hochzeit seinen Rücktritt, Leonce muss hinnehmen, dass nun er – wie es ihm vorherbestimmt war – Herrscher eines bis zur Stumpfsinnigkeit hörigen Volkes ist. Dennoch verkündet er zuletzt die Revolutionierung des Lebens, einen geradezu utopischen Zustand: „Wir lassen alle Uhren zerschlagen, alle Kalender verbieten und zählen Stunden und Monden nur nach der Blumenuhr, nur nach Blüte und Frucht …“
Georg Büchners Leonce und Lena ist zugleich märchenhaftes Lustspiel wie bitterböse Satire: über die politischen und sozialen Verhältnisse, über eine Langweile, die im Nichtstun besteht, über den Automatismus eines zum Ritual erstarrten Lebens.
Regie Bernadette Sonnenbichler Bühne Sabine Freude Kostüme Tanja Kramberger Musik Martina Eisenreich Dramaturgie Andreas Karlaganis
Mit Katharina Klar, Claudius Körber, Sebastian Reiß, Markus Schneider, Franz Josef Strohmeier, Susanne Weber
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von Marie Brassard
Premiere am 7. Jänner 2010, 20 Uhr, Probebühne.
„Die Kabine einer Peepshow erlaubt es den Kunden, durch ein kleines Fenster hindurch, eine Szene in einem benachbarten Raum zu betrachten. Die lediglich partielle Sicht reizt dabei die Vorstellungskraft und befeuert die Fantasie. Würde man ein Foto von diesem Fenster machen, so erhielte man das flache, quadratische Bild eines winzigen Ausschnitts der Realität; einen Bruchteil jenes Stoffes, aus dem das Leben gemacht ist.“ Marie Brassard
Rotkäppchen geht in den Wald um seine kranke Grossmutter zu besuchen. Ein Teenager geniesst es von einem Fremden verfolgt zu werden. Ein kleines Mädchen weiss nicht, ob ihr Freund sie wirklich mag, oder nur wegen ihres süßen Hundebabys besucht. Ein Mann sinniert über verschiedenste Trennungsszenarien, ein anderer ist wütend über das bittere Ende einer Affäre. Ein Mädchen will nicht an Monster glauben. Eine Frau trifft zufällig ihren Ex-Geliebten und glaubt plötzlich an wahre Liebe. Ein Schulkind vermutet einen tieferen Sinn hinter den Fragen seiner Lehrerin. Ein Monster philosophiert unter der Erde. Rotkäppchen legt sich nackt zu ihrer wölfischen ’Großmutter’.
Marie Brassards Peepshow gewährt kurze Einblicke in den Kreislauf von Verlieben und Verlassen, den menschlichen Hunger nach neuen Erfahrungen, die Grauzone des Begehrens und Suche nach Nähe oder was davon übrig bleibt. Wie Mosaiksteine formieren sich 19 fragmentarische Geschichten über Versuchungen, Verirrungen, Enttäuschungen und Selbsttäuschungen zu einem Kaleidoskop menschlichen Verlangens. Ambivalente Momentaufnahmen von schlichter Poesie, mal schmerzhaft, mal witzig, mal befremdend - in einer packenden Mischung aus Alltag, Märchen und Fantasie.
Zum Raum-Klangkonzept
Sechs Lautsprecher die hinter und um das Publikum herum installiert werden, sorgen für die akustische Erweiterung des Bühnenbildes. Klänge werden im Raum ‚anordbar’. Gerriet K. Sharma bettet live die Stimme von Martina Stilp in eine Klangumgebung aus elektronischen Kompositionen, die teilweise aus der Sprachstimme und den Stimmlauten der Schauspielerin entwickelt wurden. Die Klänge orientieren sich thematisch am Text.
Regie Anna-Sophie Mahler Bühne und Kostüme Sophie Krayer Musik Gerriet K. Sharma Dramaturgie Regula Schröter
Mit Martina Stilp, Gerriet K. Sharma
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Nach LIFE OF GRAZ und den GLOBAL HOUSEWIVES startet das SOAP SHUTTLE im Jänner 2010 als neue Reihe in dieser Spielzeit auf der Ebene 3.
Das SOAP SHUTTLE wird bis zum Ende der Spielzeit verschiedene Stationen und Science-Fiction-Klassiker in fremden Galaxien ansteuern.
Die erste Folge im Jänner:
SOAP SHUTTLE I
REMIXING STAR WARS
Was passiert, wenn vier Menschen eingeschlossen sind und in ihrem Kopf nichts anderes finden als ferne Galaxien? Dann verwandelt man sich halt plötzlich in Darth Vader, Prinzessin Leia oder Chewbacca und steckt mitten in einem Sternenkrieg.
Regie Danielle Strahm Ausstattung Martina Zirngast
Mit Juliette Eröd, Thomas Frank, Sophie Hottinger, Claudius Körber, Sebastian Reiß
Am Samstag, 9. Jänner, 20.30 Uhr, Ebene 3.
Die zweite Folge im Februar:
SOAP SHUTTLE II
BLADE RUNNER REDUX
nach Motiven aus dem Roman von Philip K. Dick
In einer apokalyptischen Nachkriegswelt wird ein neuer Typ Mensch geboren: der Androide. Als eine Gruppe vom Mars illegal auf die Erde gelangt, erhält Rick Deckard, ein Blade Runner, den Auftrag, sie zu finden und zu exekutieren. Ein Empathietest soll ihm Gewissheit verschaffen. Doch bald verschwimmen die Grenzen zwischen Mensch und Replikant. Wer ist ein echtes Imitat und wer ein falsches Original?
Regie Judith Wille Ausstattung Martina Zirngast
Mit Schauspielern des Ensembles
Am Donnerstag, 25. Februar, 20.30 Uhr, Ebene 3.
nach dem Roman von Sándor Márai
Deutschsprachige Erstaufführung am 4. Dezember 2009, 19.30 Uhr, Hauptbühne.
„Die wichtigsten Fragen beantwortet man letztlich immer mit seinem ganzen Leben." Sándor Márai
In einem ungarischen Schloss im kriegserschütterten Europa der 1940er Jahre erwartet Henrik, ein General der k.u.k Armee im Ruhestand, die Ankunft Konráds. Es ist die erste Begegnung des Freundespaars seit mehr als vierzig Jahren. Nach einer seltsamen Begebenheit, die sich während eines Jagdausflugs ereignete, verließ Konrád damals über Nacht und ohne eine Nachricht zu hinterlassen seine Heimat und floh in die Tropen. Nun sehen sich die beiden Freunde als alte Männer wieder, um sich ein erstes Mal mit den folgenschweren Geschehnissen aus ihrer Vergangenheit zu konfrontieren. Henrik hofft, in dieser Nacht die Antworten zu erhalten, auf die er seit Jahrzehnten wartet. Sein Freund aber kontert mit Schweigen. Es kommt zu keiner Aussprache. Stattdessen entwickelt sich aus dem nächtlichen Gespräch eine wortreiche Suche Henriks nach den Fragen der Liebe, Schuld und verratenen Freundschaft.
Sándor Márais berühmtester Roman erschien bereits 1942, doch erst ein halbes Jahrhundert später wurde er zum Welterfolg. Die Bühnenadaption des britischen Dramatikers und Drehbuchautors Christopher Hampton (Gefährliche Liebschaften) erlebte seine Uraufführung 2006 in London. Im Rahmen der deutschsprachigen Erstaufführung kehrt, erstmals seit mehr als vierzig Jahren, Helmuth Lohner ans Schauspielhaus Graz zurück.
Regie Ingo Berk Bühnenbild Damian Hitz Kostüme Renáta Balogh Musik Patrik Zeller Dramaturgie Andreas Karlaganis
Mit Gerhard Balluch, Helmuth Lohner, Gerti Pall
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Modellprojekte für Kulturvermittlung am Schauspielhaus Graz und an der Oper Graz
Startschuss für OPER AKTIV!
SCHAUSPIEL AKTIV! startet ins zweite Projektjahr
Auf der Pressekonferenz am 16. November in der Oper Graz stellen Opern-Intendantin Elisabeth Sobotka, die Theaterpädagoginnen an der Oper Graz, Elisabeth Kassal und Barbara Simoner, Regina Guhl, Chefdramaturgin des Schauspielhaus Graz, sowie Anja Sczilinski, Theaterpädagogin am Schauspielhaus Graz, die Programme von OPER AKTIV! und SCHAUSPIEL AKTIV! vor.
Gleichzeitig werden Ergebnisse des ersten Projektjahres von SCHAUSPIEL AKTIV! präsentiert.
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von John Cassavetes
Österreichische Erstaufführung am 14. November um 19.30 Uhr, Hauptbühne.
Myrtle Gordon: „Die ganze Welt muss mich lieben. Alle müssen mich lieben. Das ist dein Job. Du bist der Regisseur. Tu was dafür.“
Myrtle Gordon (Steffi Krautz) steckt in der Krise. Wenige Wochen vor der Uraufführung des Stücks Die zweite Frau, das mit ihr in der Hauptrolle herauskommen soll, bricht die Diva die Proben ab. Sie verweigert es, sich in die Theatermaschinerie einzufügen. Die Lage spitzt sich zu, als ein weiblicher Fan am Bühnenausgang zu Tode kommt. Fortan gelingt es der Schauspielerin nicht mehr, zwischen Leben und Kunst zu unterscheiden. Wiederholt erscheint Myrtle Gordon der Geist des jungen Mädchens, für dessen Tod sie sich verantwortlich fühlt, und treibt sie an die Schwelle des Wahnsinns. Der Premierenabend wird zur Stunde der Wahrheit und es kommt zum Befreiungsschlag eines Menschen aus der Krise.
John Cassavetes, der König des Autorenkinos der 70er Jahre, hat mit Opening Night nicht nur eine der schönsten Liebeserklärungen an das Theater gedreht, sondern auch eine brillante Studie über das Älterwerden und somit ein Loblied auf alles Unperfekte, Fehlerhafte und Menschliche. Es ist eine ironische Abrechung mit einer von Leistungszwängen bestimmten, ergebnisorientierten Gesellschaft. In der Bühnenadaption werden die Zuschauer nicht nur Zeuge des Spiels auf der Bühne, sondern nehmen ebenso teil am allabendlichen Kampf um Sinn und Irrsinn hinter den Kulissen.
Inszenierung Cornelia Crombholz Bühne Natascha von Steiger Kostüme Annelies Vanlaere Dramaturgie Andreas Karlaganis Musik Klaus von Heydenaber
Mit Götz Argus, Otto David, Anita Gramser, Sophie Hottinger, Katharina Klar, Steffi Krautz, Verena Lercher, Markus Schneider, Franz Josef Strohmeier, Jan Thümer
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Ab 31. Oktober 2009 auf der Probebühne
„ACHTUNG! In diesem Raum befindet sich ein Kunstwerk von kontroversem Charakter. Bitte treten Sie nicht ein, wenn Sie befürchten, in Ihrem moralischen oder religiösen Empfinden verletzt zu werden.“
Bis vor kurzem war Dave Türsteher in einem Nachtclub, doch seiner Familie zuliebe hat er den Job sausen lassen und sich als Museumswärter beworben. Das Kunstwerk, das er bewachen soll, trägt den Titel „NippleJesus“ und ist eine Jesuscollage aus lauter kleinen Brustwarzen. Binnen kürzester Zeit steht das blasphemische Werk im Zentrum des medialen Interesses, und Dave beginnt mehr und mehr, sich für das Bild und seine Künstlerin stark zu machen.
NippleJesus ist veröffentlicht in Speaking with the Angel, hrsg. von Nick Hornby, © 2001 by Verlag Kiepenheuer & Witsch. Erlöse aus dem Verkauf des Buchs und der Theateraufführung gehen an den Treehouse Trust London, eine Stiftung zur Förderung autistischer Kinder, deren Mitbegründer Nick Hornby ist.
www.treehouse.org.uk
Besetzung:
Dave: Gustav Koenigs
Regie: Katharina Schmidt
Bühne und Kostüme: Tanja Kramberger
Dramaturgie: Regina Guhl
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nach dem Roman von Wolf Haas in einer Dramatisierung von Pia Hierzegger
Uraufführung am 22. Oktober 2009 um 19.30 Uhr, Hauptbühne.
Nach einem Kopfschuss und mehrwöchigem Koma erwacht der Ex-Polizist Simon Brenner in der Sigmund-Freud-Nervenklinik. Die Diagnose: Suizidversuch wegen akuter Depression, ausgelöst durch die Rückkehr in seine Heimatstadt Graz. Brenner selbst jedoch ist überzeugt, dass die Grazer Kripo ihn ermorden wollte. Doch das glaubt ihm natürlich keiner. An einem Faschingdienstag stiehlt er sich unauffällig aus der Klinik, um seinen Fall aufzuklären. Während der Nachforschungen, die weit in die eigene Vergangenheit zurück reichen, legt er sich mit Mitgliedern einer selbsternannten Bürgerwehr an, vertraut auf eine handlesende Zigeunerin, lernt interessante Frauen kennen und trifft Zeugen, die leider nicht mehr sprechen wollen.
Wolf Haas gilt als der erfolgreichste Krimiautor Österreichs. Das ewige Leben ist der sechste Roman seiner legendären Brenner-Krimiserie. Die Adaption des Folgeromans, Das Wetter vor 15 Jahren, war zwei Jahre lang Kult auf der Probebühne im Schauspielhaus.
Zu den Autoren
Wolf Haas, geb. 1960 in Maria Alm, schrieb von 1996 bis 2009 sechs Kommissar Brenner-Krimis und erhielt dafür drei Mal den Deutschen Krimipreis. Verfilmt wurden bisher Komm, süßer Tod, Silentium! und Der Knochenmann.
Pia Hierzegger, geb. 1972 in Graz, Schauspielerin, Autorin, Regisseurin, Ensemblemitglied des TiB, u. a. Autorin von The Sound of Seiersberg, (Koproduktion von TiB und Schauspielhaus Graz) und vernetzt denken (Siegerstück des Augsburger Stücke Wettbewerbs 2007). Als Filmschauspielerin u. a. in Nirgendwo ist heute (Regie Johanna Moder u. a.), Nacktschnecken, Contact High (Regie Michael Glawogger), Der Knochenmann (Regie Wolfgang Murnberger).
Inszenierung Christine Eder Bühne Monika Rovan Kostüme Annelies Vanlaere
Musik Johannes Rohrer Dramaturgie Regula Schröter
Mit Thomas Frank, Sebastian Reiß, Franz Solar, Dominik Warta, Susanne Weber, Andrea Wenzl
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Premiere am 2. Oktober 2009 um 19.30 Uhr, Hauptbühne.
Schillers 1783 geschriebenes Drama ist ein Versuch über die Liebe. Wie weit kann man sie treiben, welche Belastungen hält sie aus und wann bricht sie zusammen? Luise liebt Ferdinand und Ferdinand liebt Luise. Damit wäre eigentlich alles klar, aber sie sind ein sehr ungleiches Traumpaar: die kluge Tochter (Andrea Wenzl) des kleinbürgerlichen Musikus Miller (Franz Solar) und der überschwängliche Präsidentensohn (Thomas Frank), der noch nicht viel von der Realität erfahren hat. Auch wenn Ferdinands leidenschaftliche Bekenntnisse Luise über alle Maßen glücklich machen, erschrickt sie vor der Ausschließlichkeit seiner Liebe. Sie spürt, dass ihre Verbindung durch die Machenschaften der intriganten Karrieristen in Ferdinands Umgebung bedroht ist. Und tatsächlich wird der junge Mann zum Spielball der Mächtigen und letztendlich zum Opfer einer List. Der Liebende wird zum rasenden Eifersüchtigen, der nicht mehr Herr seines Handelns ist. Zerstört die korrupte Welt die Liebe oder korrumpiert nicht die Liebe sich selbst durch ihr Streben nach totaler Einheit?
Bürgertum versus Adel
Zu Schillers Zeit war das berühmte Trauerspiel eine Kriegserklärung an eine Gesellschaft, die Liebe über soziale Grenzen hinweg unmöglich macht. Doch auch jenseits aller Standesfragen setzt Schiller seine Figuren einer Zerreißprobe aus, die die Liebe als Ideal in Frage stellt: jene der beiden jungen Menschen, wie auch die Liebe der Väter zu ihren Kindern. Liebe erweist sich in ihrem Kern so weich und irritierbar, dass eine gut gestrickte Intrige sie jederzeit aushebeln kann.
Inszenierung Christina Rast Bühne und Kostüme Franziska Rast Musik Anton Berman Dramaturgie Regina Guhl
Mit Gerhard Balluch (Präsident von Walter), Thomas Frank (Ferdinand), Andrea Wenzl (Luise), Sebastian Reiß (Wurm), Franz Solar (Miller), Martina Stilp (Lady Milford), Franz Josef Strohmeier (Hofmarschall von Kalb), Christoph Brandner (Diener), Roman Schneeberger (Diener)
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Premiere am 25. September 2009 um 19.30 Uhr, Hauptbühne.
Nach seiner Heimkehr wird der strahlende Kriegsheld Macbeth von Hexen als künftiger König Schottlands begrüßt – obwohl König Duncan noch am Leben ist. Fortan lässt ihm der Gedanke an die Krone keine Ruhe mehr, doch sein Gewissen mahnt ihn, vom Mord abzusehen. Erst Lady Macbeth, seine junge, vom Ehrgeiz getriebene Gattin, überredet ihn zur Tat. Duncan wird im Schlaf erstochen. Zwar gelingt Macbeth und Lady Macbeth so der Aufstieg zum schillernden Königspaar, von nun an sehen sie sich jedoch gepeinigt von Angstzuständen und wahnhaften Vorstellungen.
Nach den Tragödien Medea und Antigone eröffnet Schauspielhaus-Intendantin Anna Badora nun die Spielzeit 09/10 mit Shakespeares Tragödie des Macbeth – als Seelenspiegel eines jungen Paares, das den eigenen Machtvisionen zum Opfer fällt.
Inszenierung Anna Badora Bühne Raimund Orfeo Voigt Kostüme Martina Zirngast
Dramaturgie Andreas Karlaganis Kämpfe Franz Blauensteiner Musik Gerd Bessler Licht Gerhard Fischer
Mit Claudius Körber (Macbeth), Verena Lercher (Lady Macbeth) und Nils Bartling (Angus), Otto David (Duncan), Sophie Hottinger (Lady Macduff), Gustav Koenigs (Malcolm), Florian Köhler (Banquo), Markus Schneider (Rosse), Jan Thümer (Macduff), Sebastian Weiss (Lennox), Franz Xaver Zach (Arzt) sowie Statisterie des Schauspielhaus Graz.
Weitere Vorstellungen am 26. und 30. September 2009 sowie am 6., 7., 15. , 30. Oktober, jeweils 19.30 Uhr, und am 18. Oktober BEREITS um 15 Uhr, Hauptbühne.
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Premiere am 26. September 2009 um 20 Uhr, Probebühne.
Ein Zirkel von Medizinstudenten. Desiree versucht sich Marie zärtlich anzunähern. Maries Freund, der verwöhnte Literat Petrell, steigt der überambitionierten Irene nach, in der Hoffnung, seine Karrierechancen zu verbessern. Desirees Ex-Geliebter Freder verführt Lucy und stiftet es zum Diebstahl an. Die Studenten experimentieren mit zerstörerischen Spielen um Macht und Abhängigkeiten, treiben sich gegenseitig in menschliche Abgründe. Ihre Sehnsucht nach Nähe und Beziehung wird zu einer verzweifelten, aber erfolglosen Suche.
Ferdinand Bruckner schrieb Krankheit der Jugend im Alter von 33 Jahren als präzis beobachtete Analyse der Lebensumstände junger Menschen in der Weimarer Republik unter dem Einfluss des Ersten Weltkrieges. Er beschreibt die Jugend als Seismograf, reagierend auf die Erschütterung des gesellschaftlichen Gefüges. Wegen der offenen Behandlung der Sexualität erregte das Stück die Gemüter der Zeitgenossen. In den post-68-er Jahren erlebte Krankheit der Jugend eine starke Renaissance. Mittlerweile zählt Bruckners „Jugendstück“ zu den Klassikern der Moderne, denn die Szenen in der Wiener Pension zeugen von überraschender, gar erschreckender Aktualität.
Inszenierung Henner Kallmeyer Bühne und Kostüme Franziska Gebhardt Dramaturgie Regula Schröter
Mit Jürgen Heigl, Michaela Klamminger, Paul Maresch, Anna Rausch, Elena Schwarz, Mathias Spaan, Ingrid Stein
Weitere Vorstellungen am 30. September sowie am 7., 13. und 21. Oktober 2009, jeweils 20 Uhr, Probebühne.
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Premiere am 27. September um 20.30 Uhr, Ebene 3.
Daniel Glattauers hinreißender Liebesroman hat bekanntlich Suchtqualität. Rund 220 Seiten, die nur aus hin und her geschickten Nachrichten bestehen. Das Internet als Postillon d’Amour! Kann so etwas funktionieren? Es kann, und wie! Und zwar auch im Theater, für das der Autor selbst eine Fassung schrieb.
Ein falsch adressiertes E-Mail stiftet den Auftakt für eine „Net-Beziehung“, die allmählich außer Kontrolle gerät. Bei Leo Leike landen irrtümlich E-Mails einer ihm unbekannten Emmi Rothner. Aus Höflichkeit antwortet er ihr. Und weil sich Emmi von ihm verbal angezogen fühlt, schreibt sie zurück. Nach anfänglichem Geplänkel entwickelt sich echte Kommunikation und in weiterer Folge eine immer intimere Freundschaft. Es beginnt zu knistern in der Leitung. Und Leos E-Mails sind gut gegen den Nordwind, der Emmi nicht schlafen lässt, wenn er bläst. Die Versuchung eines persönlichen Treffens steigt. Doch werden die gesendeten, empfangenen und gespeicherten Liebesgefühle einer Begegnung standhalten?
Inszenierung Christian Schütz Bühne Ulrike Müller Kostüme Tanja Kramberger
Regieassistenz Jana Podlipna
Mit Steffi Krautz und Franz Josef Strohmeier
Weitere Vorstellungen am 3., 15. und 27. Oktober 2009, jeweils 20.30 Uhr, Ebene 3.
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