Oper

Norma

Vincenzo Bellini

Tragedia lirica in zwei Akten, Libretto von Felice Romani

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln


Content

Die Gallier leiden unter der römischen Fremdherrschaft und sehnen sich nach dem Befreiungskrieg, doch die Druidenpriesterin Norma ruft zum Frieden auf. Niemand weiß, dass sie sich in zweifache Schuld verstrickt hat: Sie hat nicht nur ihr Keuschheitsgelübde gebrochen und zwei Söhne geboren, nein, mehr noch – der Vater ihrer Kinder ist der Repräsentant der feindlichen Besatzungsmacht, der römische Prokonsul Pollione. Als sich Pollione der jungen Novizin Adalgisa zuwendet, will Norma gar ihre eigenen Kinder töten. In einer letzten Unterredung weigert sich Pollione, zu Norma zurückzukehren. Nun ruft sie zum Krieg gegen die Römer auf und verlangt nach einem Menschenopfer. Sie bekennt öffentlich, ihre Religion und ihr Volk verraten zu haben, und beschreitet den Scheiterhaufen. Pollione folgt ihr in den Flammentod.

Sowohl Giuseppe Verdi als auch Richard Wagner begeisterten sich für Vincenzo Bellinis Melodien, weil sie nicht nur in minutiöser Detailgenauigkeit die Seelenregungen der Protagonisten nachzeichnen, sondern gleichzeitig in geradezu archaischer Wucht den im Diesseits unauflöslichen Konflikt Normas beschreiben. Nach ihrem Erfolg mit Franz Schrekers „Der ferne Klang“ im Herbst 2015 kehrt Florentine Klepper mit einer weiteren Regiearbeit an die Oper Graz zurück.

Besetzung

Pressestimmen

„Ein heruntergekommener Saal mit hässlich abgeblätterten Wänden und einem verfallenen Dach dient als Zentrale für die Widerstandskämpfer. Hier werden Waffen verteilt und immer wieder Fänchen geschwungen. Hier herein werden aber auch geschickt kleinere Raumelemente für die intimeren Szenen geschoben: Florentine Klepper hat am Grazer Opernhaus Vincenzo Bellinis Norma vom ersten vorchristlichen Jahrhundert in die Gegenwart transferiert, denn Krieg, Verrat, Liebe, Leidenschaft und Tod sind für sie allgegenwärtig. Die Regisseurin weiß auch die inneren Vorgänge der Protagonisten in diesem Psychodrama gekonnt nach außen zu kehren, sodass beim Offenkundigwerden des Dreiecksverhältnisses eine starke emotionale Wirkung erzielt wird. Diese wird noch durch das Auftauchen der zwei Kinder der Titelheldin verstärkt. Besonders stark ist auch die musikalische Realisierung: Irina Churilova kann der extrem diffizilen Titelrolle mit kraftvoller Dramatik wie auch mit feinen Lyrismen ihres wohlgerundeten Soprans punkten. Dshamilija Kaiser ist eine innige Adalgisa. Pollione wird von Medet Chotabaev mit etwas kleinem, aber schönem lyrischem Tenor gesungen. Als Normas Vater erlbet man Tigran Martirossian. Makellos singt auch der Chor. Die Grazer Philharmoniker unter deem energiereichen Robin Engelen spielen Bellinis Melodik klangschön sowie nuancen- und farbenreich. Riesenjubel!“ (Die Bühne)

 

„In Graz überlässt man die Partie Irina Churilova, einem Gast vom Marinsky Theater St. Petersburg, die hier ihre erste Norma wagt: Mit glänzendem Sopran, […] mit wunderschönen, runden Melismen, zumal im berückendem Piano. […] Neben Churilova interpretiert der kasachische Tenor Medet Chotabaev den Pollione mit robuster, doch flexibler Stimme. Ein sicherer, matt metallischer glänzender Tenor. […] Von der Staatsoper Hamburg kommt Bass Tigran Martisrossian als prachtvoller Oroveso.“ (Kleine Zeitung)

 

„Es kommt nicht von ungefähr, dass Vincenzo Bellinis Norma als schwer inszenierbar gilt. […] Nicht so wenn Florentine Klepper Hand daran legt. […] Die Stärke von Klepper liegt in der Darstellung der zwischenmenschlichen Beziehungen von Norma, Adalgisa und Pollione. Hier werden die inneren Vorgänge von Liebe, Leidenschaft und Verrat gekonnt nach außen gekehrt. Und so entfaltet das zweite Bild mit dem Auftreten von Normas Kindern, die auch sonst immer wieder herumhuschen, dem Offenkundigwerden des Dreicksverhältnisse und den entsprechenden rosenkriegartigen Reaktionen der drei Protagonisten, eine starke emotionale Wirkung. Die Entdeckung der Produktion heißt Irina Churilova. Die Sopranistin wird der mörderisch schweren Partie der Titelheldin voll gerecht: Mit wunderbar gerundetem, mächtigem Sopran weiß sie intensive Dramatik, aber auch fein abgedunkelte Lyrismen zu versprühen. Dshamilja Kaiser singt eine berührende Adalgisa mit leichten Schärfen. […] Robin Engelen am Pult des Grazer Philharmonischen Orchesters lässt Bellinis teils schlichte, teils ergreifende Melodik flüssig, detailreich, sensibel wie auch packend musizieren.  “ (Der Kurier)

 

 

„Florentina Kleppers Inszenierung transponiert die Geschichte ins Alltägliche. Einen eindrucksvollen Beitrag zu dieser allgemeingültigen Deutung der Mechanismen von Macht, Bedrohung und Radikalisierung liefert Martina Segnas Bühnenbild. […] Irina Churilova meisterte die heikle Rolle der Norma mit schön gerundetem Sopran, den Pollione sang der Kasache Medet Chotabaev mit kernigem Tenor. […} So souverän wie berührend gestaltete Dshamilja Kaiser die (ver)zweifelnde Adalgisa.“ (Kronenzeitung)

 

 

„IIrina Churilova spielt Norma und begeistert mit ihrer wunderschönen Stimme enorm. Adalgisa wird von Dshamilja Kaiser gespielt und auch sie erntet großen Applaus. […] Ganz besondere Gesangseinlagen lieferte der stimmgewaltige Chor und Extrachor der Oper Graz unter der Leitung von Bernhard Schneider. Das Grazer Philharmonische Orchester unter der musikalischen Leitung von Robin Engelen bringen Vincenzo Bellinis Klänge einfühlsam unter das Publikum. Bei diesen Stimmen und diesen teilweise so zärtlichen Tönen war Gänsehaut ständiger Begleiter der Aufführung.“ (Die Woche.at)

 

 

„Von der ersten Minute an wird man in den tosenden Schlund der Gefühle der Norma gesogen. Dazu trägt die einfühlsame Regiearbeit samt Personenführung Florentine Kleppers bei: Sie lässt den Zuschauer auf eindringliche Art und Weise an der Innenwelt der Geplagten teilhaben. […] Gemeinsam mit dem Bühnenbild von Martina Segna und den Kostümen Adriane Westerbarkeys wird die Handlung in heutige Zeiten versetzt. […] Zu den Sängern sei vorweg gesagt: Mit Sicherheit war das der größte und die Ohren betäubende Beifall, den man an der Oper Graz diese Saison gehört hat. Als Norma wurde die aus Nowosibirsk stammende Sopranistin Irina Churilova ans Haus geholt. Die warme Klangfarbe zieht sich bis in das höchste Register ihrer Stimme und erzielte wirklich wunderschöne Wirkung. […] Dshamilja Kaiser als Aldagisa feierte mit Norma ihre letzte Premiere als Mitglied des Ensembles der Oper Graz und auf was für eine Weise. Die Aldagisa ist wie für sie geschrieben, sie kann ihr volles stimmliches Register nützen und im Duett mit Churilova singt sie nicht bloß ihren Part, sondern musiziert auch mit voller Konzentration mit ihrer Partnerin. Dazu ist Frau Kaiser eine herausragende Schauspielerin! Bleibt zu hoffen, dass sie oft als Gast wieder nach Graz kommt. Als Pollione agierte der junge, kasachische Tenor Medet Chotabaev, der seinen Kolleginnen stimmlich um nichts nachstand. Sauber, rein und klar sang er seine Partie, es gab keinerlei Unsicherheiten oder wackelige Passagen. […] Der in Jerewan geborene Tigran Martirossian als kriegslüsterner Oroveso war fantastisch, dunkel und kraftvoll strömte sein Bass durch das Haus und mit hart-hallenden Worten rief er das gallische Volk zum Krieg auf.“ (Der neue Merker)

 

 

„Die Geschichte um die zwiegespaltene Druidin konnte musikalisch begeistern und erzählerisch mitreißen. Stimmlich durch die Reihen souverän, war es vor allem Dshamilja Kaiser als Adalgisa, die mit dem innigen Kern ihres Mezzo berühren konnte. Die Zerrissenheit der jungen Novizin wurde durch ihr leidenschaftliches, fast ungeduldiges Spiel aus Gesang und Darstellung grandios vermittelt. Irina Churilova setzte auf Innigkeit und beschwor so mit dem Chor der Oper Graz auf schlichte Weise den Zauber dieser unsterblichen Musik. Ein besonderer Genuss waren auch die gemeinsamen Szenen Normas und Adalgisas, in denen die beiden Sängerinnen mit ihren Stimmen feinfühlig aufeinander eingingen.“ (Kulturreferat Graz)

 

„Leidenschaftlich glühend entfaltet sich ohne Zweifel der mächtige, dramatische Sopran von Irina Churilova, dem auch fein abgedunkelte Lyrismen zu Gebote stehen, berührend intensiv und mit weicher vokaler Anmut zeichnet Dshamilja Kaiser das Porträt ihrer Freundin und Rivalin Adalgisa, ohne zu poltern gibt Tigran Martirossian den undurchsichtigen Vater Oroveso. […] In der Mischung aus Repertoire- Zugpferden, anspruchsvoller Unterhaltung und Raritäten (dringliche CD-Empfehlung: Bohuslav Martinus „Griechische Passion“ als plastisch-packender Grazer Mitschnitt ist soeben bei Oehms Classics erschienen) beweist die Grazer Oper derzeit große Klasse.“ (Salzburger Nachrichten)

Wissenswertes rund um die Produktion

Vorstellungen

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