Oper

Die Griechische Passion

Bohuslav Martinů

Oper in vier Aufzügen, Text vom Komponisten nach dem Roman von Nikos Kazantzakis

In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Erstfassung (1954-1957)

 


Content

In einem kleinen griechischen Dorf wird Ostern gefeiert. Als die Rollen für das Passionsspiel verteilt sind, trifft eine Gruppe Flüchtlinge ein. Von den Türken aus ihrem Dorf vertrieben, bitten sie um Schutz und Zuflucht. Die Dorfgemeinschaft reagiert gespalten: Während die Mehrheit der Gemeinde die Schutzsuchenden abweist, solidarisieren sich die Passionsdarsteller immer mehr mit ihnen. Allen voran der Schafhirte Manolios, der die Rolle des Christus spielen wird. Er kämpft um das Mitgefühl des Dorfes. Immer mehr folgen seinem Beispiel der Nächstenliebe – zum Missfallen der Dorfältesten, die um ihren Status fürchten. Eine hochexplosive Mischung braut sich zusammen … Der Stil des tschechischen Komponisten Bohuslav Martinů (1890–1959) wurde bereichert durch zahlreiche Einflüsse, die sich in der „Griechischen Passion“ widerspiegeln: Gewaltige Chöre prallen auf intime Kammermusik, folkloristische Elemente stehen neben komplexen, klassisch gearbeiteten Orchestersätzen. Eine hochemotionale Mischung aus Oratorium und dramatischer Oper entführt den Zuschauer in eine Welt der Abgründe. Lorenzo Fioroni, der u. a. in Nürnberg, Augsburg und Heidelberg inszeniert, setzt den dramatischen Wettlauf mit der Angst in Szene.

In Kooperation mit dem Festival PSALM

 

Besetzung

Pressestimmen

„Ausgerechnet mit Bohuslav Matinůs Die Griechische Passion gelingt der Grazer Oper eine der interessantesten Aufführungen der letzten Jahre. (…) Neben dem exzellent geführten Chor haben einige Nebendarsteller glanzvolle, beindruckende Momente.“ (Kronen Zeitung)

 

„Dirk Kaftan am Pult des Grazer Philharmonischen Orchesters unterstützte diesen Regieansatz auch musikalisch, schärfte die Konturen, ließ die Brüche schmerzhaft verspüren und führte das riesige Ensemble mitsamt dem Chor der Grazer Oper souverän durch die Partitur. Berechtigter Jubel für alle Beteiligten am Ende eines packenden und anrührenden Abends.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

 

„Bohuslav Martinů schuf mit der Griechischen Passion eine aufwühlende Parabel über das Menschsein, die an der Oper Graz zum imposanten Theaterereignis gerät. (…) Gewagt, gewonnen, darf man nach der Grazer Erstaufführung der Londoner Werk Version sagen. Paul Zoller hat für die Oratorium hafte Parabel ein imposantes Bühnenbild rund um einen monolithischen Felsen geschaffen. (…) Auch das übrige Ensemble im Englisch gesungenen und gesprochenen Werk liefert Erstklassiges, Manuel von Senden als Yannakos, der eine Läuterung durchlebt, ragt mit seinem offenbar ewig kernigem Tenor noch heraus.“ (Kleine Zeitung)  

 

„Sängerisch bietet die Grazer Oper in dem personenreichen Stück weitgehend mit eigenen Kräften Spitzenniveau. (…) Der Schweizer Tenor Rolf Romei, einer der wenigen Gäste, ist als Manolios vor allem gegen Ende hin ein Gestalter mit stimmlicher Signalkraft (…)Ein in jeder Hinsicht denkwürdiger Abend.“ (DrehPunktKultur)

 

„Gefordert sind gut zwanzig Solisten, Sänger wie Schauspieler, ein großer Chor, der ebenso diffizile Aufgaben zu bewältigen hat wie das zwischen kompakter Energie und solistischer Prägnanz hochdifferenziert ausgearbeitete Orchester. (…)Beeindruckend sind die imposante Chorkraft und zugleich die szenisch fordernde Spielfreude des Kollektivs. Und solistisch gesungen wird auf bestechendem Niveau.“ (Salzburger Nachrichten)

 

„Der Riesenchor – verstärkt durch Extra-Chor und Chor der Kunstuniversität Graz – bewältigte die anspruchsvolle Aufgabe darstellerisch und stimmlich sehr gut und Chefdirigent Dirk Kaftan führte das 23-köpfige Solistenensemble, die Chöre und das Grazer Philharmonische Orchester zu einer sehr geschlossenen und überaus respektablen Leistung. Die durchaus heterogenen Teile des bombastischen Werkes wurden zu einem spannungsvollen Ganzen zusammengefügt. (…)In Graz gab es viel Beifall und Bravorufe für das gesamte Ensemble.“ (Der Opernfreund)

 

„Die Griechische Passion bietet eine unglaublich reiche musikalische Sprache in einem Stil, der zwischen epochal und schlicht pendelt, der gesprochene Dialoge mit herrlichen Gesangspassagen verbindet und der harsche Zerrissenheit ebenso auszudrücken vermag wie süße Melodik.“ (Bachtrack.com)

 

Hier erlebt man gekonntes Theater, das dem wohl als mündig eingeschätzten Zuschauer nichts aufzwingt. Von Paul Zoller stammt die Bühnengestaltung, Annette Braun entwarf die Kostüme undFranck Evin war für das Licht hauptverantwortlich. Die Zusammenarbeit des gesamten Teams muss bestens funktioniert haben.
Dank Lorenzo Fioronis exzellenter Personenregie konnten sowohl die Solisten wie auch die Chörsänger als Individuen wie als Gemeinschaft Großartiges leisten. Chor & Extrachor der Oper Graz sowie der Chor der Kunstuniversität (Einstudierung: Franz Jochum) unter der musikalischen Gesamtführung des bewährten Chorleiters Bernhard Schneider waren gesanglich und darstellerisch im Volleinsatz.“ (Online Merker)

 

„Großes aber leisten Chor und Orchester der Grazer Oper unter Dirk Kaftan, der den Farbenreichtum von Martinus Partitur, ihre Wucht, wie auch ihre Intimität souverän zum Klingen bringt. Ein großer Abend der Grazer Oper!“ (Bühne)

Wissenswertes rund um die Produktion

Vorstellungen

Derzeit keine