Operette

Der Opernball

Richard Heuberger

Operette in drei Akten, Text von Victor Léon und Heinrich von Waldberg, neue Textfassung von Peter Lund


Content

Während des Karnevals sind Paul Aubier und seine Frau Angèle zu Besuch bei Georges und Marguerite Duménil. Marguerite überredet Angèle, ihre beiden Ehemänner auf die Probe zu stellen. Schauplatz der Treue-Prüfung: der Opernball. In dieser einen Nacht verschwinden die Grenzen der Gesellschaft, und ein Spiel der Identitäten, Geschlechter und erotischer Abenteuer beginnt. Als die Eheleute am nächsten Morgen verkatert nach Hause zurückkehren, sind viele Fragen offen: Wer war mit wem wann und wo? Was hat diese eine Nacht verändert? Wie, wo, mit wem geht es weiter? Diese charmante, heißblütige Operette besticht durch ihre Handlung der Irrungen und Wirrungen und durch Klassiker wie „Komm mit mir ins Chambre séparée“ – unvergesslich in Musik verwandelt durch den Grazer Komponisten Richard Heuberger (1850–1914).
Ein Stück Grazer Musikgeschichte – inszeniert von Bernd Mottl in Zusammenarbeit mit Friedrich Eggert (Bühne) und Alfred Mayerhofer (Kostüm). Bernd Mottl weiß spartenübergreifend mit seinen Inszenierungen zu begeistern und arbeitete unter anderem an den Opern Köln, Leipzig, Karlsruhe, dem Staatschauspiel Dresden und am Maxim Gorki Theater Berlin.

 

Pressestimmen

„Drahtzieherin des amourösen Geschehens ist das Dienstmädchen Hortense, das Sieglinde Feldhofer mit zupackender Bodenständigkeit und hübscher Stimme ausstattet. Gekonnt ihre wenigen Pointen zu setzen weiß Lotte Marquardt (Palmira Beaubuisson), Gerhard Ernst (Theofil Beaubuisson) gibt den noch alternden Lebemann mit durchaus jungen Gelüsten. Als angebrühte Pariserin und blonde Sirene überzeugte Margareta Klobucar (Marguerite), Nadja Mchantaf ist eine zuletzt nicht mehr so sanfte Angele Aubier. Die Ehemänner sind bei Martin Fournier (Georges Dumenil) und Ivan Orescanin (Paul Aubier) stimmlich und spielerisch gut aufgehoben. Alexander Kaimbacher steuert als unbeholfener Henri liebenswürdig-heitere Momente bei, Janos Mischuretz (Oberkellner Philippe) entledigt sich der undankbaren Aufgabe, die ganze Verwechslungsgeschichte erklären zu müssen, mit Charme und Augenzwinkern.“ (APA)

 

„Den größten Applaus erhielt die Marguérite von Margareta Klobucar, die es verstand, die Regie-Vorgaben mit Ihrer natürlichen Bühnenpräsenz in der Balance zu halten. Natürlich war sie auch stimmlich ausgezeichnet. (…) Ein besonderer Grazer Publikumsliebling ist auch Sieglinde Feldhofer. Sie sang ihre Partie mit klarer und technisch sauber geführter Stimme. (…) Als Angéle lernte man in Graz erstmals die junge Nadja Mchantaf kennen: eine einnehmende warm-lyrische Sopranstimme, die schon ins große Opernfach weist. (…) Aber auch die Herren waren durchaus sehr gut besetzt. Martin Fournier als Georges war ganz der Weltmann und auch stimmlich mit seinem hellen Tenor am rechten Platz. Der erfahrene Alexander Kaimbacher sang den Henri sicher und klangschön und überspielte geschickt, dass er eigentlich nicht mehr der gerade der Pubertät entwachsene Jüngling ist. Ivan Orescanin war ein überzeugender Provinz-Macho. Und dazu kamen noch der profilierte Theofil von Gerhardt Ernst, die stets elegante Grande Dame Lotte Marquardt als Palmira und der immer profilierte János Mischuretz als schmieriger Oberkellner.“ (Der Opernfreund)

 

„Unter der routinierten Stabführung von Marius Bukert agiert auf der Bühne ein stimmiges Ensemble. Sieglinde Feldhofer zieht als gewitztes Kammermädchen Hortense die Fäden, Margareta Klobucar öffnet als angebrühte Pariserin ihrer von Nadja Mchantaf mit glaubwürdiger Naivität ausgestatten Freundin Angéle aus der Provinz die Augen und die Große Schauspielerin Lotte Marquardt feiert als dominante Tante Palmyra ein gelungenes Comeback auf der Bühne. Bei den Herren wartet Martin Fournier als Georges Duménil mit einem kultivierten Tenor auf, der Bariton Ivan Orescanin zieht in der Rolle des Paul Aubier als Möchtegern-Don-Juan aus der Provinz alle Register. Alexander Kaimbacher reift als Henri zum Mann, János Mischuretz kommt als gewitzter Oberkellner Philipe kaum mit dem Einstecken des ihm zugesteckten Trinkgelds nach und Gerhardt Ernst, der in der letzten „Opernball“-Aufführungsserie der Wiener Volksoper ebenfalls in dieser Rolle geglänzt hatte, nimmt nun nicht minder gekonnt den in die Jahre gekommenen und unter dem Pantoffel seiner Gattin stehenden Lebemann Theofil Beaubuisson.“ (Kleine Zeitung)

 

„In der gescheiten, doppelbödigen Regie von Bernd Mottl ist das etwas altvatrische Geschehen aufgepeppt. Mit Latex und Karl Marx. (…) Die herausragende Sieglinde Feldfofer als Kammermädchen Hortense wird zum Angelpunkt des Geschehens. (…) Die Gattinnen Margareta Klobucar und Nadja Machantaf sind ihren männlichen Widerparts stimmlich überlegen. Ivan Orescanin und Martin Fournier überzeugen vor allem darstellerisch. Lotte Marquardt und Gerhard Ernst haben prägnante Auftritte als die Beaubuissons, Alexander Kaimbacher spielt ihren erst verklemmten Neffen facettenreich. Und János Mischuretz ist als Oberkellner ein pompöser Maitre de Plaisir. Marius Burkert am Pult der Grazer Philharmoniker schlägt einen leichten, beschwingten Ton an, der Heubergers zarte Melodien erblühen lässt.“ (Kronen Zeitung)

 

„ Margareta Klobucar formt die abgebrühte Pariserin Marguérite zur stärksten Figur des Abends. Nadja Mchantaf stattet die naive Provinzlerin Angéle mit weichem Sopran aus. Sieglinde Feldhofer zieht als agile Hortense die Fäden, Lotte Marquardt hält die Palmira von der Karikatur fern. Georges Duménil erhält durch Martin Fournier tenorale Eleganz, Ivan Orescanin wirkt als Möchtegern-Verführer.“ (Kleine Zeitung)

 

„Martin Fournier ist mit seinem hellen Tenor als Georges Duménil ein Lebemann, wie er im Buche steht. Als seine gelangweilte Frau Marguérite steht ihm die stimmlich großartige Margareta Klobučar als Rosalinden-verwandte Primadonna in nichts nach. (…) Ivan Oreščanin mit seinem angenehmen Bariton als fescher, junger, schüchterner Probinzcasanova Paul Aubier, der so gerne mal fremdgehen möchte, aber sich nicht traut. Und Nadja Mchantaf mit schönem, dunkel timbriertem Sopran als seine als seine frisch aus der Klosterschule entsprungene, total verklemmte Ehefrau Engéle.“ (Der neue Merker)

 

„Musikalisch hat alles gepasst (Gratulation an das Orchester, den Dirigenten, die Sängerinnen und Sänger, an den Chor  – und besonders an das Ballett! Die Choreografie war sehr geschickt und gut überlegt), die Drehbühne und der „gekippte“ letzte Akt sehr eindrucksvoll – Regie und Bühnenbild vor den Vorhang. (…) Überhaupt war der neue Text wunderbar! Kein Kitsch, keine Peinlichkeiten, keine unnötigen Anspielungen – einfach humorvoll. Schön! So kann man – muss man – Operette machen, ohne einerseits zu sehr dem Klischee zu verfallen und andererseits durch exzessive Regie das Genre umzubringen. Bravo! (Peter Grunsky, Heuberger-Experte)

Wissenswertes rund um die Produktion

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