Nachgefragt bei Gun-Brit Barkmin


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Nach Sieglinde in der „Walküre“ und Elsa in „Lohengrin“ fügen Sie mit der Isolde ihrem Repertoire eine der spannendsten Frauenfiguren der gesamten Opernliteratur hinzu. Was ist das Faszinierende an Richard Wagner? Worin liegt die größte Herausforderung?

 

Vielleicht in der Ausdehnung der Werke, nicht nur in zeitlicher Hinsicht, sondern auch in musikalisch-emotionaler. Die Klimax wird hinausgezögert; und diese sich ständig steigernde Spannung bis zum Höhepunkt zu halten und auszufüllen, ist wohl das schwerste überhaupt.

 

Einst hat Richard Wagner gemeint, dass vollständig gute Aufführungen von „Tristan und Isolde“ „die Leute verrückt machen“ müssen. Wie schützt man sich als Interpretin davor, auf der Bühne angesichts der tiefen Emotionen vollends die Kontrolle zu verlieren?

 

Es gehört unbedingt zur Profession, nicht die Kontrolle zu verlieren. Das „Verrücktwerden“ ist das Privileg der Zuhörenden. Als Ausführender ist man Teil der „Magie“, muss aber die Kontrolle behalten.

 

Die Probenzeit ist intensiv, und die Tage mit szenischen und musikalischen Proben gut durchorganisiert. Haben Sie dennoch schon Zeit gefunden, hier in Graz ein Lieblingsplätzchen für sich zu entdecken?

 

Die Schmiedgasse entlang in den Innenhof des Landhauses und der Südtiroler Platz.