Nachgefragt bei Dshamilja Kaiser


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Im Herbst 2009 haben Sie Ihr Debut an der Oper Graz als Magdalene in den „Meistersingern von Nürnberg“ gegeben, und nun folgt mit der Brangäne in „Tristan und Isolde“ eine bedeutsame Rolle im Repertoire einer Mezzosopranistin. Was ist das Faszinierende an Wagner? Worin liegt die größte Herausforderung?

 

Wagner hat das unglaubliche Talent, auf Sprache zu komponieren. Alles Tönende unterstützt das Gesagte. Alles ist logisch, alle Farben in der Musik sagen etwas über die Stimmung der jeweiligen Figur aus. Die größte Herausforderung liegt meines Erachtens darin, die Tiefe dieser Musik auszuhalten. Mich trifft sie tief in der Seele, und ich muss aufpassen, mich emotional nicht zu sehr mitreißen zu lassen – denn ich muss ja noch singen. Nicht so einfach, wenn man den Tränen nahe ist …

 

In Brangänes Reiseapotheke gibt es Todes- und Liebestränke. Was darf nie fehlen, wenn Dshamilja Kaiser auf Reisen geht?

 

Wenn ich mit meinem Auto auf Reisen gehe und Platz genug habe, dann nehme ich immer meinen Kopfpolster mit. Da weiß man, was man hat … Und gut schlafen zu können ist mir viel wert. Bei Flugreisen schränke ich mich ein: Da ist es nur ein minikleines Kissen …

 

Wäre es wünschenswert, nicht nur auf der Opernbühne, sondern auch im wirklichen Leben einen Liebestrank zur Hand zu haben?

 

Ich glaube, ich möchte lieber „echt“ geliebt werden und lieben … Aber das ist subjektiv. Alles, was da künstlich von außen kommt, kann doch nicht gesund sein, meiner Meinung nach. Andere sehen das wahrscheinlich anders und würden sich freuen, den Liebestrank zu besitzen.