Grenzenlos verschieden – drei Fragen an Denovaire


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Denovaire ist ein österreichischer Musiker mit großer Begeisterung für indische Musik und hat geschätzte 20.000 Reisekilometer auf dem Subkontinent hinter sich. Am 31. März wird er beim Konzert „Grenzenlos verschieden“ gemeinsam mit Grazer Musikern aus aller Welt und dem Grazer Philharmonischen Orchester auftreten. Zuvor hat sich Tilmann Böttcher mit ihm unterhalten.

 

Wenn Du in 30 Sekunden jemandem erklären müsstest, warum er unbedingt die indische Musik kennen lernen sollte – was würdest Du sagen?

Indische klassische Musik spielt sich im Jetzt ab, nimmt mittels viel Improvisation Bezug auf den Moment und ist dabei unglaublich weich und flexibel. Die emotionale Bandbreite ist allumfassend – von Romanze über Stilleben und Roadmovie bis hin zu Action, dynamische Abenteuer, aber auch Einkehr, spirituelle Besinnlichkeit – das alles und viel mehr kann diese Musik bieten, welche deshalb auch einen (selbstformulierten) Anspruch auf kosmische Universalität hat.

Sandy Lopicic hat zu unserem gemeinsamen Konzert gesagt, für ihn sei das Spannendste am Projekt, so viele Musikstile und Musiker „auf einen Nenner zu bringen“. „Dancing Shiva“ wird ja auch mit Sandy in unserem Konzert musizieren. Was ist daran für Dich spannend?

Die Harmonisierung von Energien wird ja genau deshalb in Kunst und Musik und auch in  Körperkulturen (wie in vielen Sportarten, Yoga und Kampfkünsten) gepflegt, weil es ein Kardinalthema unseres Seins ist. Wir dürfen uns ständig harmonisieren, der Körper reagiert sogar auf einen Schluck Wasser mit Balanceprozessen. Insofern ist ein Musikprojekt mit unterschiedlichen Besetzungen (wie symph. Orchester bis hin zu zentralafrikanischer „Dorfkapelle“) nicht nur eine spannende Herausforderung sondern bietet wieder einmal die Gelegenheit, Zusammenwirken von Menschen, und sozio-energetische Prozesse aus neuen Blickwinkeln zu betrachten und sich selbst dabei zu ertappen, zu leben und zu genießen.

Welche für Dich im Augenblick noch fremde musikalische Richtung würdest Du gerne in Zukunft noch mehr erforschen?

Oh, da gibt es viel, weil ich mit den von mir gehegten Stilen noch lange nicht fertig bin. In den letzten Jahren war ich mit Indischer Musik, experimenteller Impro, symphonischer Filmmusik, elektronischer experimenteller Musik, Produktionsmusik jeglicher Stilistik, Jazz, Pop, Rock, viel Fusion, Videogamemusic, Mediationsmusik, Worldmusic, komponierte moderne Kammermusik, Chormusik, Improorchester, Improkonzepten … beschäftigt. In der Zukunft gibt es einen Fokus auf algorithmische Komposition und Musik für Videogames. Auch sehr interessiert bin ich an der Zusammenarbeit mit Orchestern und den damit verbundenen klanglichen Möglichkeiten sowie logistischen Herausforderungen.