Fünf Fragen an Tansel Akzeybek


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Die Einladung, in Graz den Grafen Almaviva zu singen, kam sehr kurzfristig. War Ihnen vorher Graz schon ein Begriff?

 

Nach meinem Engagement 2014 in Salzburg und gleichzeitig meinem Debut in Österreich habe ich mir gewünscht, öfter in Österreich aufzutreten. Ich hatte sogar für die Saison 2015/16 eine andere Anfrage aus Graz, was aber leider nicht geklappt hat. Daher hat mich das kurzfristige Angebot aus Graz für den „Barbier“ umso mehr gefreut, und ich fühle mich sehr wohl hier. Zumal das Theater von den gleichen Architekten im selben Stil gebaut wurde wie mein Stammhaus Komische Oper Berlin! Man fühlt sich wie zu Hause!

 

Der Graf Almaviva versucht alles, um Rosina heiraten zu können. Warum will er gerade sie und keine andere?

 

Wer möchte sie nicht heiraten! Sie ist schön, jung, witzig und aus gutem Hause. Für Almaviva ist sie sicher eine gute Partie. Allerdings wissen wir ja aus den Fortsetzungen der literarischen Vorlage von Beaumarchais, dass der Graf es mit der Treue nicht ganz so genau nimmt …

 

Im Stück schlüpft der Graf von einer Verkleidung in die nächste. Aber welcher Charakter steckt wirklich hinter all diesen Verkleidungen?

 

Der junge Almaviva ist auf der Suche nach der Frau fürs Leben, ist aber auch immer für ein Abenteuer zu haben. Sicherlich fühlt er sich durch das Hindernis Bartolo umso mehr angespornt, seine Angebetete zu befreien.

 

Als Almaviva sind Sie bereits auf der Bühne gestanden. Wie schwer oder leicht ist es, von einer Inszenierung zur anderen zu wechseln?

 

Es ist gar nicht so schwer. Man gewöhnt sich an eine Neuinszenierung ohne Probleme und kann auch von anderen Inszenierungen beziehungsweise Erfahrungen etwas mitbringen. Mittlerweile habe ich die Rolle in verschiedenen Inszenierungen über fünfzig Mal gesungen, und das gibt einem sowohl im Spiel als auch beim Singen eine gewisse Sicherheit. Ganz anders, wenn man ein Rollendebut macht.

 

Wenn es in Ihrem Leben nicht den Gesang gäbe, was würden Sie dann am liebsten machen?

 

Das Singen gibt es seit sehr langem in meinem Leben, sodass ich nicht daran denke was, wenn. Aber früher wollte ich Fußballspieler oder Zahnarzt werden!