Andere Welten: Die Saison 2017/18


Content

Das Programm der Oper Graz für die Saison 2017/18 lädt zu einer Reise in vertraute Gefilde und unbekannte Gegenden ein. Nora Schmid, Intendantin der Oper Graz, freut sich auf die Spielzeit 2017/18: „Ich bin begeistert, wie intensiv das Publikum unsere Arbeit begleitet und ich bin mir sicher, dass wir auch für die Saison 2017/18 einen Spielplan entwickelt haben, der sowohl zu Begegnungen mit Vertrautem als auch mit bislang in Graz nicht gespielten Werken einlädt. Zu entdecken gibt es auch die Arbeit der neuen Chefdirigentin Oksana Lyniv, die sich mit drei Neuproduktionen und zahlreichen Konzerten dem Publikum in einer großen musikalisch-stilistischen Vielfalt vorstellen wird.“

 

Oper, Operette und Musical

Die Oper Graz eröffnet die Saison mit großer italienischer Oper: Giuseppe Verdis „Il Trovatore“ feiert in einer Inszenierung von Ben Baur, der in Graz zuletzt „Roméo et Juliette“ erarbeitet hat, Premiere. Für die vier anspruchsvollen Hauptpartien wurde ein stimmlich wie darstellerisch vielversprechendes Quartett engagiert: Die kroatische Sopranistin Lana Kos ist als Leonora, die kanadische Mezzosopranistin Nora Sourouzian als Azucena, der italienische Tenor Stefano Secco als Manrico und der russische Bariton Rodion Pogossov als Luna zu erleben. Andrea Sanguineti übernimmt die musikalische Leitung.

Im Mittelpunkt von Mozarts „Le Nozze di Figaro“ – in der Regie des jungen Regisseurs Maximilian von Mayenburg – steht das Sängerensemble der Oper Graz, ergänzt um Oksana Sekerina, die die Gräfin Almaviva singen wird. Marco Comin, der in der noch laufenden Saison Puccinis „La Rondine“ dirigiert hat, steht am Pult des Grazer Philharmonischen Orchesters.

Aus Frankreich kommt die Operette „Eine Nacht in Venedig“ von Johann Strauß, koproduziert mit der Opéra de Lyon, nach Graz. Der dänische Regisseur Peter Langdal hat dort eine Aufführung realisiert, die alles hat, was Operette ausmacht: Tempo, Witz, Charme und eine hinreißende Ausstattung. Eine der Vorstellungen wird mit Live-Audiodeskription für blinde und sehbeeinträchtigte Zuschauer angeboten, ebenso Tschaikowskis „Eugen Onegin“.

Mit Tschaikowskis „Eugen Onegin“ dirigiert Oksana Lyniv ihre erste Opern-Neuproduktion als Chefdirigentin. Die international gefragte Regisseurin Jetske Mjinssen führt erstmals in Graz Regie.

„Als ich erfahren habe, was für einen vielfältigen Spielplan Nora Schmid und ihr Team für die Saison 2017/18 geplant haben, war ich begeistert! Bewusst habe ich mir drei ganz unterschiedliche Neuproduktionen ausgesucht, um in der Zusammenarbeit mit dem Sängerensemble und dem Grazer Philharmonischen Orchester ein breites Spektrum an Stilen und Klangfarben erarbeiten zu können. Die Vorbereitungen mit dem Team der Oper Graz seit meiner Ernennung zur Chefdirigentin gestalten sich so inspirierend, dass ich es kaum erwarten kann, im Herbst meine erste Spielzeit in dieser wunderbaren Kulturstadt zu beginnen“, so Oksana Lyniv.

Ganz großes Musical kommt mit Ragtime“ von Stephen Flaherty auf die Bühne der Oper Graz. Die österreichische Erstaufführung der Erfolgsproduktion (Regie: Philipp Kochheim) aus Deutschland könnte aktueller nicht sein. „Ragtime“ ist ein spannender Blick in das Amerika der 20er-Jahre und aktueller denn je: Es geht um politische und soziale Umbrüche, um das Mit- und Gegeneinander in der Gesellschaft, um Rassismus und den amerikanischen Traum.

Eine veritable Grazer Erstaufführung ist „Ariane et Barbe-Bleue“ von Paul Dukas, der vor allem für seinen „Zauberlehrling“ bekannt ist. Das Unterbewusste spielt in diesem Meisterwerk eine ganz besondere Rolle. Die Regisseurin Nadja Loschky arbeitet erstmals in Graz. Mit Manuela Uhl wurde eine Sängerin für die Ariane verpflichtet, die u.a. in Dresden, München, Berlin und Madrid für ihre Interpretationen gefeiert wird. Mit Iris Vermillon steht ihr eine charismatische Begleiterin zur Seite. Oksana Lyniv dirigiert diese komplexe Partitur.

Dass Oksana Lyniv eine Schwäche für Komödie hat, ist in Rossinis „Il viaggio a Reims“ zu erleben. Das Stück versammelt nicht weniger als 18 (!) hinreißend skurrile Charaktere, die sich in der Regie von Bernd Mottl ausleben können.

Die erfolgreiche Reihe der konzertanten Aufführungen wird mit „Candide“ von Leonard Bernstein, dessen 100. Geburtstag die Musikwelt 2018 feiert, fortgesetzt. Die kühne Mischung aus Oper, Operette und Musical fasziniert bis heute. Die beliebte Burgschauspielerin Maria Happel wird durch diese Reise um die Welt führen und dabei die Texte des legendären Humoristen Loriot zum Funkeln bringen.

Der Premierenreigen endet mit hoffentlich lauen Sommerabenden bei einer der Aufführungen der Tango-Oper „María de Buenos Aires“ von Astor Piazzolla auf der Grazer Schlossbergbühne Kasematten.  Auf den Spielplan zurück kehrt Puccinis „La Bohème“.

Fortgesetzt wird die Reihe „OpernKurzgenuss“ in Kooperation mit der Kunstuniversität Graz: Francis Poulencs „Die menschliche Stimme“ erklingt in der Needle des Kunsthauses, Gian Carlo Menottis „Amahl und die nächtlichen Besucher“ schafft Weihnachtsstimmung im Dom im Berg und Händels „Apollo e Dafne“ begrünt musikalisch den Landhaushof.

Ebenso in Kooperation mit der Kunstuniversität Graz findet die Reihe der „Opern der Zukunft“ ihre Fortsetzung. Vier Uraufführungen, inhaltlich auf den Weg gebracht von dem leider kürzlich verstorbenem Ernst Maria Binder, stehen auf dem Programm.

 

Ballett

Auf drei ganz unterschiedliche Programme können sich die Ballettfans freuen: Bei „Meine Seele hört im Sehen“ setzt sich Ballettdirektor Jörg Weinöhl mit der barocken Lebensfreude auseinander. „Wunderlich!“ ist eine Hommage an den Jahrhundertsänger Fritz Wunderlich, dessen vielfältiges Schaffen von den Choreografen Helge Letonja, Jaione Zabala und João Pedro de Paula beleuchtet wird.

Nach dem großen Erfolg von „Nussknacker und Mäusetraum“ nimmt Jörg Weinöhl das Publikum mit dem Handlungsballett „Ein Sommernachtstraum“ mit in eine phantasievolle Welt, die u.a. Felix  Mendelssohn Bartholdy zum Klingen bringen wird.

Die Reihen „Hör mich in dir – Sieh dich in mir“ und „Tanz ganz nah“ werden mit verschiedenen Programmen fortgesetzt.

Nach der Exkursion in den Park und das Schloss Eggenberg in der Saison 2015/16 lädt das Ballett mit einem weiteren „Komm mit!“ zum Erkunden der Stadt ein: Dieses Mal geht es in die wunderbaren Innenhöfe der Altstadt von Graz.

„Der Ansporn und Anspruch des Balletts der Oper Graz ist, auch in der kommenden Spielzeit weiter an einem lebendigen Tanzschaffen für Graz und die Steiermark zu arbeiten, das auch über diese Grenzen hinaus strahlt und wirkt. Unsere Tanzsprache soll eine eigenständige Balance zwischen Moderne und Tradition verkörpern, die den Stil des klassischen und zeitgenössischen Tanzes miteinander verbindet. Zukunftsweisend wollen wir dabei den Künstler und das Menschsein in den Mittelpunkt unseres Tuns stellen und arbeiten bestimmt und unermüdlich an einem innovativen und individuellen Ausdruck“, so Ballettdirektor Jörg Weinöhl.

 

Konzerte

Bevor sie zu „Eugen Onegin“ in den Orchestergraben steigt, ist Chefdirigentin Oksana Lyniv beim Eröffnungskonzert der Saison 2017/18 auf dem Konzertpodium zu erleben: Sie dirigiert ein spannendes Programm mit Werken von Liszt, Bartók und Schumann. Der junge ukrainische Stargeiger Valery Sokolov ist Solist dieses Konzertes. Beim Neujahrskonzert, ebenfalls unter der Leitung von Oksana Lyniv, gehen Klassik und Jazz eine fruchtbare Partnerschaft ein. Das Konzert „Gipfelstürmer“ ist eine musikalische Reise in die Berge, die über Österreich, Rumänien und Ungarn in die ukrainische Heimat von Oksana Lyniv führt, die die Reiseleitung übernimmt.

Im Musikverein für Steiermark prägt das Grazer Philharmonische Orchester mit insgesamt 13 Konzerten maßgeblich das Musikleben der Stadt Graz und musiziert zweimal im Musikverein Wien. Die große Programmvielfalt ergänzen die vielfältigen Kammerkonzerte.

Erstmals heißt es dann im Mai 2018 Graz singt! – ein Abend von und mit Chören aus Graz und der Steiermark. Im Mittelpunkt steht natürlich der Chor der Oper Graz und er lädt die unterschiedlichsten Chöre und Vokalformationen aus Graz und der Steiermark ein zu einem gemeinsamen Konzert sowie dazu, das ganze Opernhaus mit unzähligen Stimmen zum Klingen zu bringen.

 

Kinder & Jugend

Das Programm für Kinder und Jugendliche umfasst vier Familien- und Schülerkonzerte (u. a. mit Sunnyi Melles als Erzählerin bei „Paddington Bärs erstes Konzert“). Aufgrund der enormen Nachfrage werden für die drei Sitzkissenkonzerte für die Kleinsten in der Saison 2017/18 jeweils drei Termine angeboten.

In Koproduktion mit dem Next Liberty Kinder- und Jugendtheater entsteht das Familienmusical „Der gestiefelte Kater“. Die Kinderoper „Amahl und die nächtlichen Besucher“ von Gian Carlo Menotti ist eine wunderbare Einstimmung für Familien in die Weihnachtszeit.

 

Vorverkaufsbeginn

Tickets für alle Vorstellungen der Saison 2017/18 sind ab 1. Juni 2017 im Ticketzentrum am Kaiser-Josef-Platz sowie telefonisch unter +43 (0)316/8000 und online unter www.ticketzentrum.at erhältlich.

 

Das OpernSaisonal 2017/18 online zum Durchblättern

 

Die Saison 2017/18 im Überblick